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Obersinn ⛪ St. Jakobus 🔥 Feuerrädchen | Schachblumenfest | Unterfranken | Bayern | DJI | mate.rocks

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Obersinn ⛪ St. Jakobus 🔥 Feuerrädchen | Schachblumenfest | Unterfranken | Bayern | DJI | mate.rocks

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Dieses Mal sind wir in Markt Obersinn im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart. Wir treffen ein Ur-Obersinner und er gibt uns wichtige Hinweise auf das traditionelle Dorfleben in der Vergangenheit u. Gegenwart. In unserem Gespräch stellen wir die Unterschiede der Brauchtümer innerhalb der überregionalen Gemeinden fest. Ein im Laufe der Zeit entstandener und überlieferter Brauch ist das "Feuerrädchen". Es entsteht durch das Drehen eines ca. 18-20 Meter langen Baumstammes und Umwickeln von Stroh u. Reisig. In der Mitte des Baumstammes entsteht so eine riesige 1-Tonnen Fackel, die dann von ca. 20 Junggesellen des Ortes vom Brunnberg hinunter getragen wird, um d. Winter zu vertreiben. Es wird schon seit Generationen in Obersinn vollzogen, wenn auch angepasst über die Zeit. Früher einmal wurde die Fackel den Brunnberg hinunter gestoßen um die Felder urbar zu machen. So was ist heute durch die angrenzenden Häuser nicht mehr denkbar. Der Ort war in den Nachkriegsjahren ein armer Ort der, erst nach und nach, mit dem Aufkommen des Hoch und Tiefbaus um Frankfurt u. Fulda, aufblühte. Das Pendeln mit den kleinen Bussen war zeitintensiv, aber es brachte den Menschen ein besseres Leben. Auch die Bahnstrecke Flieden–Gemünden gab den Menschen neue Perspektiven. Heute ist es ein beschaulicher Ort mit der Kirche zum heiligen Jakobus. Die Ursprünge der katholischen Pfarrei zu Obersinn gehen zurück bis an den Beginn des 15. Jahrhunderts. Die vielfältigen Aufgaben des Amtsinhabers der Mutterpfarrei zu Burgsinn, die neben der Verkündung des Wortes Gottes u. der Seelsorge auch Katechese, Unterricht und Verwaltung umfassten, waren mit der zunehmenden Bevölkerung im unteren Sinngrund schon im späten Mittelalter so stark angewachsen, dass sie von dem Erzpriester alleine nicht bewältigt werden konnten. Deshalb wurde die Großpfarrei nach u. nach von zusätzlichen Vikaren u. Hilfsgeistlichen unter der Leitung des Amtspfarrers betreut. Eine Veranstaltung die seit ca. einem Jahrzehnt im Ort gefeiert wird, ist das Schachblumenfest. Es fällt in der Regel in den April o. Mai u. ist abhängig vom Blühen der Schachblume. Es ist eine Pflanzenart aus der Familie der Liliengewächse u. kommt hauptsächlich auf den Wiesen in der Nähe der Reithbrücke in Obersinn vor. Der größte Teil der hiesigen Rechte des Hochstiftes Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, war 1808 an das Fürstentum Aschaffenburg gefallen (1803 erst an Bayern, 1805 an das Großherzogtum Würzburg), mit welchem sie 1814 wieder zu Bayern kamen. Hiesige Rechte von Hessen-Kassel fielen erst 1860 an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Im Jahre 1862 wurde das Bezirksamt Gemünden am Main gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Obersinn lag. 1872 wurde das Bezirksamt Gemünden ins Bezirksamt Lohr am Main eingegliedert. Erst 1902 wurde das Bezirksamt Gemünden wieder neu gebildet. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Obersinn war nun eine der 27 Gemeinden im Landkreis Gemünden am Main. Mit der Auflösung des Landkreises Gemünden am Main kam Obersinn am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Mittelmain, der zehn Monate später seinen endgültigen Namen Landkreis Main-Spessart erhielt. Es gibt einige Baudenkmäler in der Gemeinde. Besonders erwähnenswert ist wohl d. fünfbogige Viadukt über die Sinn mit einer gegliederten Kalksteinverblendung, welches um 1860 gebaut wurde. Als besondere Person des Marktes ist wohl der Schriftsteller u. Reformpädagoge Leo Weismantel hervorzuheben. Mit seinem Roman Mari Madlen und insbesondere mit dem Bühnenspiel „Der Totentanz“ (1921) traf Leo Weismantel das Empfinden der Zeit u. der Jugend nach dem Ersten Weltkrieg. In seinem 1928 in Marktbreit gegründeten privaten Lehr- und Forschungsinstitut „Schule der Volkschaft“ widmete er sich bis 1933 in erster Linie reformpädagogischen Themen. Sein Institut passte nicht in die Zeit des Nationalsozialismus mit den seit 1933 einsetzenden politischen Verfolgungen u. eingeschränkten Publikationsmöglichkeiten, weswegen er es 1936 schließen musste. Sein 1939 erschienener Roman „Gericht über Veit Stoß“ ist geprägt von seiner katholischen Haltung. Die in diesem Werk vertretenen Werte des Individualismus u. Humanismus konnten als Kritik an der herrschenden Weltanschauung aufgefasst werden. Die Nachbarorte heißen: Mittelsinn u. Kossa, sowie Zeitlofs-Roßbach u. Aura im Sinngrund. Außerdem gibt es den Gemeindeteil Emmerichsthal. In der Nähe des Ortes liegt die Dittenbrunner Höhe, benannt nach dem Ort Dittenbrunn, der zu Altengronau gehört. Der topographisch höchste Punkt d. Gemeinde befindet sich mit 472 m ü. NHN am Berg Gäulsküppel. Die Talbrücke Obersinn der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg trägt den Namen des Marktes. Danke 🙏 Hans Karl Siebenlist #Obersinn #bayern #unterfranken #stjakobus mate-POIs: poi.mate.rocks Quelle: persönliche Überlieferungen, wikipedia.de, markt-obersinn.de