MÖDRATH [D] - röm.-kath. Kirche St.Quirinus - Vollgeläute
Glockenkunde Deutschland
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MÖDRATH [D] - röm.-kath. Kirche St.Quirinus - Vollgeläute
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Die ursprüngliche Kirche St. Quirinus in Mödrath, einem alten Ortsteil von Kerpen im Rhein-Erft-Kreis, wurde vermutlich im 12. Jahrhundert gegründet. Die Wahl des Patrons, St. Quirinus, deutet auf eine lange Tradition hin, da dieser Heilige besonders im Mittelalter verehrt wurde.
Über die Jahrhunderte diente die Kirche als zentrales Gotteshaus der katholischen Gemeinde in Mödrath. Sie war nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein sozialer Treffpunkt für die Bewohner. Die Kirche durchlief verschiedene Renovierungen und Erweiterungen, um den Bedürfnissen der wachsenden Gemeinde gerecht zu werden. Der gotische Baustil der alten Kirche und ihre markanten architektonischen Merkmale, wie der Kirchturm, prägten das Ortsbild von Mödrath.
In den 1950er und 1960er Jahren erlebte das Rheinland einen wirtschaftlichen Aufschwung, der mit umfangreichen Braunkohleabbau-Projekten verbunden war. Mödrath lag im Einzugsgebiet des Tagebaus Frechen, der stark ausgeweitet wurde. Aufgrund dieser industriellen Entwicklungen musste das alte Mödrath weichen, und die Bewohner wurden umgesiedelt. Die Kirche St. Quirinus konnte an ihrem ursprünglichen Standort nicht erhalten bleiben.
Die katholische Gemeinde beschloss, eine neue Kirche zu bauen, um den Bedürfnissen der umgesiedelten Gläubigen gerecht zu werden. Der neue Standort wurde sorgfältig ausgewählt, um eine zentrale und gut erreichbare Lage für die Gemeindemitglieder zu gewährleisten.
Der Bau der neuen Kirche St. Quirinus begann in den frühen 1970er Jahren. Das neue Gotteshaus sollte die Tradition der alten Kirche bewahren und gleichzeitig den modernen Anforderungen gerecht werden. Architektonisch wurde die neue Kirche in einem zeitgenössischen Stil errichtet, der sowohl funktional als auch ästhetisch ansprechend war. Der Neubau integrierte Elemente des alten Gotteshauses, um eine symbolische Verbindung zur Vergangenheit zu schaffen.
Die neue Kirche St. Quirinus wurde im Jahr 1973 eingeweiht. Seitdem dient sie als religiöses und soziales Zentrum der katholischen Gemeinde im neuen Mödrath. Die Kirche spielt eine zentrale Rolle im Gemeindeleben und bietet Raum für Gottesdienste, religiöse Feiern und zahlreiche Gemeinschaftsaktivitäten.
In der alten Kirche, die lediglich einen kleinen Dachreiter besaß, hängen bis zu ihrem Abriss zwei kleine, historische Bronzeglocken. Die größere Glocke mit dem schlagzonen fis'' wurde 1924 von der Glockengießerei Petit und Edelbrock gegossen, während die kleinere Glocke mit dem Schlagton a'' 1670 von Johann Lehr gegossen wurde. Beide Glocken wurden im zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. Welche Glocken nach dieser Zeit in Mödrath geläutet haben, ist mir nicht bekannt. 1963 wurden für die neue Kirche 5 kleinere Bronzeglocken gegossen, um ein festliches Plenum für den neuen Kirchort zu ermöglichen.
Vollgeläute
Disposition: as'-b'-c''-es''-f''
Glockendaten:
Glocke I.
Name: Dreifaltigkeitsglocke
Schlagton: as'-1
Gießer: Hans Georg Hermann Maria Hüesker, Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher
Gussjahr: 1963
Gewicht: 550 kg
Durchmesser: 966 mm
Glocke II.
Name: Marienglocke
Schlagton: b'-1
Gießer: Hans Georg Hermann Maria Hüesker, Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher
Gussjahr: 1963
Gewicht: 350 kg
Durchmesser: 841 mm
Glocke III.
Name: Quirinusglocke
Schlagton: c''-1
Gießer: Hans Georg Hermann Maria Hüesker, Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher
Gussjahr: 1963
Gewicht: 250 kg
Durchmesser: 751 mm
Glocke IV.
Name: Elisabethglocke
Schlagton: es''±0
Gießer: Hans Georg Hermann Maria Hüesker, Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher
Gussjahr: 1963
Gewicht: 150 kg
Durchmesser: 627 mm
Glocke V.
Name: Michaelsglocke
Schlagton: f''±0
Gießer: Hans Georg Hermann Maria Hüesker, Fa. Petit & Gebr. Edelbrock, Gescher
Gussjahr: 1963
Gewicht: 100 kg
Durchmesser: 544 mm
Motiv: Veni creator Spiritus
Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Küsterin für die Ermöglichung des Plenums zur Hl. Messe.
Aufnahme von Samstag, den 24. Juni 2023 um 17:45 Uhr zum Einläuten der Heiligen Messe am Vorabend des Hochfestes der Geburt Johannes des Täufers.