Wie Schufen Messtechniker Die Normaltemperatur So Genau Dass Jedes Maß Weltweit Gleich Blieb
Die Zweite Reihe
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Wie Schufen Messtechniker Die Normaltemperatur So Genau Dass Jedes Maß Weltweit Gleich Blieb
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Die Zweite Reihe
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Eine Schraube aus Japan, eine Mutter aus Stuttgart. Die beiden Werkstätten haben nie voneinander gehört, und trotzdem läuft die Mutter sauber auf das Gewinde. Das wirkt selbstverständlich. Dabei steht unter jedem Maß auf jeder technischen Zeichnung der Welt eine Zahl, die fast nie jemand hinschreibt. Ohne sie würde kaum ein Ersatzteil aus einem fremden Land in deine Maschine passen. Diese Zahl ist eine Temperatur.
Metall atmet. Ein Meter Stahl wird pro Grad Erwärmung um rund ein Hundertstel Millimeter länger. Klingt nach nichts, ist in der Feinmessung aber eine Ewigkeit. Und um 1900 maß jede Fabrik bei ihrer eigenen Wärme: Brown & Sharpe in Amerika bei 62 Grad Fahrenheit, Ludwig Loewe in Berlin bei 25 Grad, Reinecker in Chemnitz bei 14 Grad, die französischen Staatswerkstätten bei 0 Grad. Jede hatte recht, und gerade deshalb passte nichts zusammen.
Dazu kam ein echtes Henne-Ei-Problem. Das Urmeter aus Platin und Iridium stimmte nur bei schmelzendem Eis und lag hinter drei Schlössern bei Paris. Um seine Länge auf Werkstattwärme zu übertragen, brauchte man einen Maßstab, der bei Werkstattwärme stimmt. Genau den gab es aber noch nicht.
In diesem Video schauen wir uns an, warum die naheliegenden Auswege in die Falle führten: alles bei null Grad messen, jede Fabrik bei ihrer Hauswärme lassen oder einfach umrechnen. Wir lesen nach, was Professor Koehler aus Darmstadt über die Wärmeausdehnung von Maßstabstahl herausfand, und warum selbst das amerikanische Bureau of Standards ohne es zu wissen seine eigene Hauswärme hatte.
Dann kommt der Kniff, der das Problem nicht wegrechnet, sondern umdreht, und der Mann, der ihn in Stahl geschliffen hat: der schwedische Werkzeugmacher Carl Edvard Johansson mit seinen Endmaßen. Wir begegnen Samuel Stratton, dem ersten Direktor des Bureau of Standards, einer deutschen Norm aus dem Jahr 1921 und zwanzig Jahren voller Briefe und Verhandlungen. Und einer Sitzung in Paris, über deren genauen Tag sich die Quellen bis heute nicht einig sind.
Am Ende verfolgen wir, wie aus einer einzigen Zahl der Industriezoll, die allererste Norm einer großen internationalen Organisation und eine Kette wurde, die heute bis zu reinsten Metallen und Platinthermometern in den Laboren der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt reicht. Und warum ein Versuch, diese Zahl zu ändern, gescheitert ist.
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