Die Psychologie des sogenannten Satansmordes von Witten | Der Fall
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Die Psychologie des sogenannten Satansmordes von Witten | Der Fall
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⚠️ Content Note: In diesem Video werden Gewalt und Mord beschrieben.
Witten, 6. Juli 2001: In einer Dachgeschosswohnung begeht ein Ehepaar eine Tat, die als „Satansmord von Witten“ in die Kriminalgeschichte eingeht. Daniel und Manuela Ruda töten ihren Bekannten und Arbeitskollegen Frank H. Ihr Motiv: ein angeblicher Befehl Satans, dem sie nachkommen müssten, um nach einem anschließend geplanten gemeinsamen Suizid Zutritt zu dessen Armee zu erhalten.
Das Paar plante die Tat akribisch. Es lockte Frank H. unter dem Vorwand einer Party in die Wohnung, wo sie ihn angriffen. Daniel Ruda schlug mit einem Zimmermannshammer auf den Kopf seines Arbeitskollegen ein, während Manuela Ruda mit einem Fantasy-Messer auf ihn einstach. Das Opfer erlitt dabei insgesamt 68 Hieb-, Stich- und Schnittverletzungen.
Anschließend floh das Paar. Auf ihrer Flucht durch Deutschland setzten die beiden den zuvor geplanten Suizid allerdings nicht um, durch den sie eine vermeintlich glücklichere Existenz in der „Armee Satans“ beginnen wollten. Sechs Tage nach der Tat wurden sie festgenommen.
Im Rahmen der psychiatrischen Begutachtung wurden bei Daniel Ruda eine narzisstische Persönlichkeitsstörung und bei Manuela Ruda eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischen, aber auch histrionischen Zügen diagnostiziert. Ihre Biografien zeigten auffällige Parallelen: Beide blieben trotz grundsätzlich guter Intelligenz schulisch erfolglos. Beide kompensierten Selbstwertprobleme durch eine Mischung aus narzisstisch überhöhten Grandiositätsvorstellungen und massiver Abwertung anderer. Beide waren unfähig, angemessene zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen, und zunehmend von feindseligen bis aggressiven Empfindungen gegenüber anderen erfüllt. Bereits vor ihrem Kennenlernen flüchteten sich beide in düstere Fantasiewelten, die eine emotionale Befriedigung für ihre in der Realität dauerhaft frustrierten Bedürfnisse boten.
In diesem Video erklärt Lydia, welche psychologischen Mechanismen die Entwicklung beider bereits vor ihrem Zusammentreffen prägten. Sie erläutert außerdem, wie ihr Zusammentreffen zu einer extremen Verstärkung der zuvor entwickelten dysfunktionalen Bewältigungsstrategien führte, die schließlich in dem gemeinsam begangenen Mord mündete. Darüber hinaus ordnet Lydia ein, welche Rolle „Satanismus“ in diesem Kriminalfall spielte und inwiefern die bizarre öffentliche Selbstinszenierung des Paares dessen narzisstischen Bedürfnissen diente.
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Brauchst du Hilfe? Hier findest du Beratungsstellen:
Nummer gegen Kummer – Kinder und Jugendtelefon: (116 111) https://www.nummergegenkummer.de/
Prävention von sexualisierter Gewalt: https://www.180grad-praevention.de/
Präventionsnetzwerk "Kein Täter werden": https://www.kein-taeter-werden.de/
Kinderschutzbund https://kinderschutzbund.de/ Untersuchungsstellen Vertrauliche Spurensicherung - Deutsche Gesellschaft für Rechtsmedizin: https://www.dgrm.de/arbeitsgemeinscha...
Intelligentes Gewaltopfer-Beweissicherungs- und – Informationssystem: https://gobsis.de/hilfe-bekommen/
LARA - Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Frauen*: https://lara-berlin.de/home
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Lydia Benecke studierte Psychologie, Psychopathologie und Forensik. Seit 2009 ist sie als Diplom-Psychologin mit Arbeitsschwerpunkt im Bereich der Gewalt- und Sexualstraftaten tätig. Sie hilft in Der Fall und im Der Fall-Podcast in die Köpfe von Täter*innen zu blicken, deren Psyche zu verstehen und die Taten einzuordnen.
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00:00 - Einleitung & Das Urteil
01:40 - Daniel Rudas Jugend & narzisstische Krise
05:00 - Die Vision von „Samiel“ & Kompensation
06:36 - Manuela Ruda: Identitätskrise & Geltungsbedürfnis
09:09 - Daniels Weg über Subkulturen & Esoterik
11:16 - Exkurs: Die Anton-LaVey-Bibel & Satanismus
13:11 - Manuelas Suche & Abgrenzung in der Szene
16:59 - Das Kennenlernen: Projektionsfläche & Pseudoideologie
19:29 - Scheinbare Hilfesuche & Eskalation
20:50 - Die Zahlen 6667 & der Tötungsplan
23:03 - Die Tat an Frank H.
24:55 - Enttäuschung nach der Tat & Flucht
27:28 - Gerichtsprozess & Selbstinszenierung
29:24 - Urteil, Haftentlassung & Fazit
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Host: Lydia Benecke
Sprecherin: Henriette Schreurs
Autorin: Riley Dedio
Kamera/Ton: Frank Reichert-Facilides
Schnitt: Riley Dedio
Grafik: Pauline Branke
Redaktion ARD: Sabine Harder (SWR), Achim Schöbel (MDR), Jacqueline Paus (hr)
Eine Produktion der LOOKS Media GmbH für die ARD. In Zusammenarbeit mit SWR, MDR und hr.