Burg Hochosterwitz
Rucksack Michi
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Burg Hochosterwitz
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Juni 2022 - Burg Hochosterwitz
Kurzurlaub bei Freunden in Kärnten. Auf dem Weg liegt die Burg Hochosterwitz. 😀 Die schauen wir uns an. Mimimum an Zeit, die man mitnehmen sollte, zur Besichtigung: 2h
https://www.burg-hochosterwitz.com/
Die 14 Tore, die den Burgweg schirmen, sind das Wahrzeichen von Hochosterwitz. Ihre äußerst geschickt und technisch richtig durchgeführte Anlage machte die Burg erst uneinnehmbar, da der Gegner Tor für Tor erobern musste, dabei aber von allen Seiten einem Angriff ausgesetzt war. Wie an alles gedacht war, beweist z. B. die Verteilung der Feuerstellen, die zum Abfeuern der Kanonen und sonstigen Feuerwaffen in der damaligen Zeit unumgänglich notwendig waren. Eine italienische Vorschrift vom Jahr 1611 lautet: Da das Wiederanzünden mittels Stahl, Stein oder Zunder und Schwefel den Soldaten im Freien oft durchaus unmöglich ist, sollen bei jedem Tor und jeder Bastion Herde mit Kohlenfeuer vorhanden sein! Auch war vorgeschrieben, stets auf den Wachstuben zwei Lunten brennend zu erhalten. In Hochosterwitz war in dieser Hinsicht in folgender Weise Vorsorge getroffen: Die Feuerstelle im zweiten Tor war auch für das erste und dritte ausreichend. Das vierte Tor hatte in dem dazugehörigen Wachturm seine Feuerstelle. Im fünften Tor war eine solche vorhanden. Die beim sechsten Tor nun nicht mehr bestehende Feuerstelle an der Bastionsecke hatte für dieses und das siebente Tor zu dienen. Für das achte und neunte Tor war eine Feuerstelle im Wachturm vorhanden, während die Tore 10, 11, 12 und 14 ohne Schwierigkeit von den beiden Feuerstellen des Tores 13 versorgt werden konnten. Dass diese Feuerstellen auch für sonstige Bedürfnisse der Mannschaft in Verwendung waren, bedarf wohl keiner besonderen Erwähnung. In gleicher Weise wie die Erhaltung des Feuers war auch das Bereithalten von Wasser für die Verteidigung insofern eine Notwendigkeit, als durch dasselbe die Wirkung der geschleuderten Brände zu verhindern war und auch gegen Zufallsbrände im Innern der Befestigungsanlagen vorgesorgt werden musste. Die Tore und Wachttürme waren jedenfalls mit Wasserbehältern für genannte Zwecke ausgerüstet, von welcher noch drei Stück in Original im großen Burghof aufgestellt sind.
Die Westseite ist die Hauptfront der Burg. Der Mittelteil mit einer Flucht von sieben Fenstern ist der älteste Bau aus der Zeit um 1540, der nördliche Flügel der Hauptfront wurde nach der Inschrifttafel 1575/76 dazu gebaut, dabei der runde Turm nach früherem Vorbild neu errichtet. Der Zubau, der nach Süden zeigt, mit der Treppe und dem oberen Laubengang, wurde auf Fundamente der Brüstungsmauer um 1673 aufgeführt und gleichzeitig der alte Haupteingang im runden (westlichen) Turm aufgelassen. Ein Ziehbrunnen mit ca. 12 Metern Tiefe befindet sich im kleinen Burghof, der wegen seiner überdimensionierten Quader vielleicht noch aus der Antike stammt – stand doch oben ein Belenusheiligtum, das mit einem Wasserkult verbunden war – , der zweite, mit 13 Metern Tiefe, in der Nordecke des großen Burghofes. Dort steht rechts, vom rekonstruierten Wehrgang flankiert, die kleine Burgkapelle mit reizender Deckenmalerei und Wandfresken und einem typisch Kärntner Knorpelwerkaltar von 1673, links vom Altar ein gutes, längliches Bild auf Holz, darstellend Georg Khevenhüller mit seinen beiden Frauen Anna (Turzo) und Sibilla (Weitmoser) und den sieben Kindern. Die Räumlichkeiten enthalten den von Napoleon übrig gelassenen Teil der Rüstkammer, bestehend aus einer größeren Anzahl Rüstungen zum Teil mit dem Khevenhüller Wappen, daneben Panzerhemden, Tartschen, Sturmhauben, Sättel, Pulverhörner, Speere, Lanzen, Hellebarden, Geschütze etc. Eine große Anzahl Ahnenbilder und historische Gemälde zieren die Wände und in den Schaukästen liegen Stücke von besonderem historischen Wert, die mit der Burg- bzw. Familiengeschichte im Zusammenhang stehen.