Chopins Revolution: Seine Klaviertechnik sprengte die alten Regeln
Carla Piano
0:00 / 0:00
Chopins Revolution: Seine Klaviertechnik sprengte die alten Regeln
154 просмотра · 6 дней назад
Carla Piano
706 подписчиков
154 просмотра · 6 дней назад
Chopin stellte viele der damals etablierten Vorstellungen von Klaviertechnik und Fingersatz infrage. Für ihn stand nicht die mechanische Gleichheit der Finger an erster Stelle, sondern eine ganz andere Frage:
Wie soll es klingen?
Im dritten Video meiner Reihe über den Daumenuntersatz schauen wir deshalb weit über den Daumen hinaus.
Warum begann Chopin Tonleitern lieber mit H-Dur oder E-Dur? Warum übte er sie zunächst staccato, dann portato und schließlich im singenden Legato? Warum wollte er die natürlichen Unterschiede der Finger nicht einfach „wegtrainieren“? Und warum finden wir bei ihm Fingersätze, die aus pianistischer Sicht zunächst geradezu unbequem erscheinen?
Der Daumen ist groß und kräftig – also darf genau diese Eigenart genutzt werden. Der 3. Finger wird zum „grand chanteur“, zum großen Sänger. Auch der 4. Finger bekommt eine besondere klangliche und expressive Funktion. Die Hand passt sich der musikalischen Aufgabe an – nicht umgekehrt.
Besonders spannend zeige ich das am Nocturne c-Moll op. 48 Nr. 1: Dort schauen wir uns Chopins eigenen Fingersatz an und erleben direkt am Klavier, wie ein zunächst ungewöhnlich wirkender Fingersatz dazu beitragen kann, genau den gewünschten Ausdruck und die melodische Linie zu gestalten.
00:00 Chopins Revolution
00:43 Chopin als Autodidakt
01:27 Tonleiterübungen nach Chopin
03:27 Die Finger – der große Unterschied zu Czerny
05:08 Wie die Hand dem Daumen hilft
07:59 Chopins Fingersatz am Beispiel des Nocturne c-Moll op. 48 Nr. 1
12:37 Zusammenfassung
Gerade beim Daumenuntersatz wird der Gegensatz zu Czerny besonders deutlich:
🎹 Czerny: Unterschiede der Finger durch systematisches Training ausgleichen.
🎹 Chopin: Unterschiede nicht beseitigen – sondern musikalisch nutzen.
Ich zeige euch Chopins Prinzipien direkt am Klavier und an konkreten Fingersätzen. Probiert sie selbst aus und entscheidet: Was liegt euch mehr – Czernys streng organisierte Technik oder Chopins singender, klangorientierter Ansatz?
📖 Eine wichtige Quelle für dieses Video: Jean-Jacques Eigeldinger, Chopin: Pianist and Teacher – As Seen by His Pupils.
👉 Mehr über Chopins Daumentechnik findet ihr auch in meinem Video „Daumenuntersatz? Vergiss ihn!“
Und natürlich geht die Reihe weiter: Wir vergleichen Schritt für Schritt verschiedene Wege zum gleichen Ziel – frei spielen und gut klingen.