So ist TIFLIS wirklich: Eine Woche in der Hauptstadt von GEORGIEN 🇬🇪
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So ist TIFLIS wirklich: Eine Woche in der Hauptstadt von GEORGIEN 🇬🇪
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Tiflis, georgisch Tbilisi. 1,3 Millionen Einwohner, gebaut an beiden Ufern der Kura. Wir waren eine Woche da und sind die Stadt zu Fuß abgelaufen. Vorweg: eine Stadt, die man nicht an einem Stil festmachen kann.
Erste Station: Dry Bridge Market, gibt es seit dem Ende der Sowjetunion. Antiquitäten, sowjetische Anstecker, Münzen, alte Kameras, alte Handys, Schallplatten. Gehandelt wird hier, das ist gewollt. Die Preise liegen meist rund 20 Prozent über dem, was am Ende bezahlt wird, also ruhig 10 bis 20 Prozent runterhandeln. Die Kunstabteilung ist bunt, die gleichen Bilder hängen aber in der halben Stadt. Kaufen würden wir als Touristen wenig. Zum Durchlaufen und Fotografieren trotzdem top.
Daneben steht die Rike Concert Hall, die beiden Röhren von jedem Tiflis-Foto. Ab 2010 von einem italienischen Architekten gebaut, 2012 fertig, nie eingeweiht. Regierungswechsel. Seitdem ungenutzt, private Investoren wollten es auch nicht. Jetzt läuft der Abriss. Wenn ihr hinkommt, ist das Ding vermutlich weg.
Die Seilbahn geht hoch zur Festung Narikala und zur Mutter Georgiens. Zu Fuß 40 bis 45 Minuten, bei 35 Grad keine gute Idee. Die Gondel kostet rund 1 Euro, gezahlt wird direkt mit Kreditkarte am Terminal, keine extra Metrokarte nötig. Tipp: vormittags fahren, um eins war es deutlich voller.
Oben steht Kartlis Deda, die Mutter Georgiens. Aus den 50ern, Aluminium, rund 20 Meter hoch. Schwert in der einen Hand, Weinschale in der anderen. Freund bekommt Wein, Feind das Schwert. In Georgien wird seit über 8.000 Jahren Wein gemacht, die Herstellungsmethode ist UNESCO Weltkulturerbe, bekanntester Wein ist Saperavi. Weniger schön oben: Greifvögel und ein Papagei an der Leine für Touristenfotos.
Tiflis heißt übersetzt warmer Ort, benannt nach den Schwefelquellen. Die Bäder von Abanotubani riecht man, bevor man sie sieht. Ein paar Schritte weiter liegt ein Wasserfall, mitten in der Stadt. Eine Hauptstadt mit eigenem Wasserfall muss man erstmal haben.
Die Altstadt gilt als einer der am längsten durchgehend besiedelten Orte im Kaukasus, die Bausubstanz ist trotzdem überwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Georgisch, persisch, osmanisch, russisch, europäisch, alles nebeneinander und alles in jedem denkbaren Zustand. Saniertes Café, daneben ein Haus, bei dem der nächste Regen die Mauer holt.
Auffällig sind die EU-Flaggen neben den georgischen. 2022 hat Georgien den Beitrittsantrag gestellt, 2023 kam der Kandidatenstatus, seitdem liegt der Prozess auf Eis. Die Regierung will bis 2028 keine Beitrittsgespräche führen. Im Juli 2026 hört man vor Ort wenig Westeuropäisch, dafür viel Russisch.
Zwei Dinge fallen sofort auf: Straßenhunde und kaputte Autos. Die Hunde haben alle einen Knopf im Ohr, also kastriert und geimpft, und sind durchgehend freundlich. Bei den Autos fehlen auffällig oft Stoßstange oder Heckschürze. Zählt im Video mal mit.
Am zweiten Tag raus zur Chronik Georgiens, 20 Minuten mit dem Taxi für rund 6 Euro. 16 Säulen, jeweils 35 Meter hoch, aus Bronze und Stein, darauf historische Persönlichkeiten und Bibelszenen. Baubeginn 1985, offiziell bis heute nicht fertiggestellt. Nebeneffekt: Die Kosten mussten nie veröffentlicht werden, das wäre erst bei Bauabschluss fällig gewesen. Bis heute weiß niemand, was es gekostet hat. Klare Empfehlung, auch wegen dem Blick auf den Tiflis-See.
Tiflis lässt sich schwer auf einen Nenner bringen. Ruine neben Designer-Café, Plattenbau neben Weinbar, Schwefelgestank neben Springbrunnen. Genau das macht die Stadt aus. Weiter geht es für uns nach Batumi.
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Inhaltsverzeichnis:
0:00 - Ankunft in Tiflis, 1,3 Millionen Einwohner
0:57 - Dry Bridge Market, Antiquitäten seit der Sowjetunion
1:59 - Handeln ist Pflicht, 10 bis 20 Prozent gehen immer
5:07 - Rike Concert Hall, 2012 fertig, nie eröffnet, jetzt Abriss
6:12 - Die Friedensbrücke
6:40 - Straßenhunde mit Knopf im Ohr
8:05 - Seilbahn mit Kreditkarte zahlen, 1 Euro
9:33 - Greifvögel für Touristenfotos
10:51 - Mutter Georgiens, Schwert und Weinschale
11:46 - 8.000 Jahre Weinbau, UNESCO Weltkulturerbe
12:32 - Wer im Juli 2026 in Tiflis unterwegs ist
13:16 - Botanischer Garten gesperrt, Steinschlag
14:14 - Tipp: früh hochfahren
14:49 - Altstadt, fünf Baustile auf engstem Raum
15:38 - Die Schwefelbäder von Abanotubani
17:04 - Wasserfall mitten in der Stadt
18:59 - Autos ohne Stoßstange, zählt mal mit
19:35 - EU-Beitritt auf Eis bis mindestens 2028
21:32 - Der schiefe Turm des Marionettentheaters
22:16 - Chronik Georgiens, 20 Minuten mit dem Taxi
22:47 - 16 Säulen, 35 Meter hoch, Baubeginn 1985
24:13 - Nie fertiggestellt, Kosten bis heute geheim
26:55 - Fazit und Ausblick auf Batumi