HM II, 44 VDHM "Alexandermarsch"
duxdemontis98
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HM II, 44 (auch AM II, 161) Alexandermarsch, "Alexander Cesarewitsch-Marsch, 1853" von Andreas Leonhardt
Gezeigte Flagge: Flagge des Reichswehrministers (1921-1933)
So etwas wie der österreichische Wieprecht, das war der 1800 in Asch (Egerland) geborene und 1866 in Wien verstorbene Andreas Leonhardt. Zahlreich sind seine Verbesserungen und Veränderungen für die österreichischen Militärkapellen samt deren Musikern, Bandisten genannt. Der von ihm geschaffenen militärmusikalischen Oberbehörde stand er bis 1862 selber vor, so dass man von ihm sogar als ersten und einzigen k.k. Musikinspizienten sprechen könnte. Jedenfalls fand zu Leonhardts Lebzeiten ein reger Austausch von österreichischen Militärmärschen mit den anderen Staaten des Deutschen Bundes statt. Eine seiner gelungensten Kompositionen aus dem Jahre 1853 wurde gleich Parademarsch einer Anzahl preußischer Regimenter. So befand sich das Grenadier-Regt. Nr. 12 darunter, oder die Infanterie-Regimenter Nr. 51 oder Nr. 68. Das Füsilier-Regt. Nr. 73 und das Grenadier-Regt. Nr. 89 führte ihn ebenso als Regimentsmarsch. Und weil ein 6/8 Takt vorzüglich sich zum Galoppmarsch eignet bliesen ihn auch die Trompeterkorps mancher berittenen Truppe. Das wohl bekannteste Regiment, das ihn zum Parademarsch hatte, war indessen das Kaiser Alexander Garde-Greandier-Regiment Nr. 1. Seit 1894 mit den vom 1. Garde-Regiment zu Fuss übernommenen hohen Grenadiermützen aus friderizianischer Zeit (mit einer Frontpartie aus geprägtem Blech) ausstaffiert, residierte dieses Regiment im Kasernenblock am Kupfergraben in Berlin. Während der Parade trugen die "Alexaner" - eine weitere Besonderheit - das Gewehr nach einem alten friderizianischen Präsentiergriff, wobei die 4 Bataillone des Regiments vom aus- und nachgeschwenkten Regimentsmusikkorps mit diesem Marsch in ständiger Wiederholung vorbeigeblasen wurden.
Traditionsträger (ab 1921) des G Gren.R 1 waren die 9. und die 12. Komp. des 9. (Preuß.) Infanterie-Regiments. Aber nicht allein deswegen schrieb Heeresmusikinspizient Hermann Schmidt das wohlbekannte Stück als HM II, 44 in das Verzeichnis Deutsche Heeresmärsche. Das I. Btl./ 1. (Preuß.) Infanterie-Regiment, das I. Btl. /6. Infanterie-Regiment, das I. Btl. 8. (Preuß.) Infanterie-Regiment oder das I. Btl./ 18. Infanterie-Regiment führten in der Weimarer Republik diesen Marsch als Parademarsch.
Als 1961/62 der Musikinspizient der Bundeswehr Oberst W. Stephan beliebte und vielgespielte Militärmärsche für den Dienstgebrauch in der Bundeswehr sicherte, Militärmärsche, die natürlich allesamt "politisch völlig korrekt" sein mussten, nahm er selbstverständlich diesen Marsch als AM II, 124 in den II. Band. Und weil dieser Marsch allen militärischen wie realpolitischen Anforderungen Rechnung trug, konnte er auch gleich zum Truppenmarsch eines Großverbandes der Bundeswehr werden. Die 1. Panzer-Grenadier-Division führte ihn fortan bis zu ihrer Auflösung.
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