Wie eine Amsterdamer Bordellwirtin 50 Juden verriet – und dafür bezahlte
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Die deutsche Besetzung der Niederlande beginnt im Mai 1940. Innerhalb weniger Tage kapituliert die niederländische Armee, und für das Land beginnen fünf Jahre unter deutscher Besatzung. Es folgen antijüdische Maßnahmen. Ab 1942 werden Tausende niederländische Juden über das Durchgangslager Westerbork in Konzentrations- und Vernichtungslager wie Auschwitz und Sobibor deportiert. Während Mitglieder des niederländischen Widerstands Familien dabei helfen, Verstecke und Fluchtwege zu finden, entscheiden sich andere für die Kollaboration.
Zu ihnen gehört Adriana „Jeanne“ Valkenburg, die in Amsterdam ein Bordell betreibt und bereits vor dem Krieg bei der Polizei bekannt ist. Ihre Geschichte ist jedoch komplex. Ihr jüdischer Partner Jacob Acohen wird verhaftet, bevor die beiden heiraten können, und nach Mauthausen deportiert, wo er stirbt. Anschließend beginnt Valkenburg, verfolgten Juden bei der Suche nach Verstecken und Fluchtwegen zu helfen. Für ihre Unterstützung verlangt sie jedoch erhebliche Geldsummen.
Im Frühjahr 1943 gerät Valkenburg ins Visier des deutschen Sicherheitsdienstes (SD). Angesichts ihrer drohenden Verhaftung erklärt sie sich bereit, mit dem von den Deutschen kontrollierten Referat für Judenangelegenheiten zusammenzuarbeiten. Sie nutzt das Vertrauen, das sie zuvor aufgebaut hat, und vermittelt Menschen vermeintlich sichere Verstecke, an denen sie festgenommen werden können. Diese Adressen werden als „Judenfallen“ bekannt. Valkenburg erhält Zahlungen für erfolgreiche Festnahmen und profitiert außerdem vom beschlagnahmten Eigentum der Menschen, die sie verrät. Sie arbeitet auch mit Kollaborateuren wie Pieter Schaap zusammen und unterhält Kontakte innerhalb des deutschen Sicherheitsapparats.
Bis zum Ende des Krieges soll Valkenburg etwa 50 Juden verraten haben. Mindestens 33 von ihnen überleben den Holocaust nicht. Im März 1945 wird sie verhaftet und muss sich nach der Befreiung vor einem Sondergericht verantworten. Ihr ursprüngliches Urteil wird später in lebenslange Haft umgewandelt und anschließend weiter reduziert. Im Januar 1960 kommt sie nach fast 15 Jahren Haft frei.
Diese Dokumentation zeichnet Adriana Valkenburgs Weg von der kriminellen Unterwelt Amsterdams bis zur Kollaboration nach. Zugleich beleuchtet sie Widerstand, Verfolgung und Verrat in den besetzten Niederlanden.
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