【Renate Müller・Ufa-Star】Vier Zeugen, vier Versionen ― bis heute weiß niemand, wie sie starb
Erinnerung an Stars
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【Renate Müller・Ufa-Star】Vier Zeugen, vier Versionen ― bis heute weiß niemand, wie sie starb
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Renate Müller war der größte weibliche Star der Ufa – der „Wunschtraum von Millionen". Im September 1937 stürzte sie aus dem ersten Stock ihrer Villa in Berlin-Dahlem. Sie wurde 31 Jahre alt. Ihre Freundin Sybille Schmitz fand sie bewusstlos auf der Terrasse. Ihre Schwester erzählte etwas anderes. Und die Berliner Zeitung urteilte noch 2022: Vermutlich wird sich nie klären lassen, welchen Anteil die Nazis an ihrem Tod hatten.
Die Geschichte eines Sturzes, den bis heute niemand erklären kann – erzählt von der Villa im Reichensteiner Weg bis zu den dreihundert Privatfotos, die 2006 plötzlich in Potsdam auftauchten.
Der Star der „Privatsekretärin", die Freundin von Max Schmeling und Anny Ondra, das Mädchen aus dem „Liebling der Götter" an der Seite von Emil Jannings – ein Titel nach dem alten Wort: Wen die Götter lieben, den nehmen sie jung zu sich. Eine Frau, die allein mit ihrem Hund Peter in einer Villa in Dahlem lebte.
Dann der 28. September 1937 – und die Versionen, die einander widersprechen. Sybille Schmitz und die Terrasse. Die Schwester Gabriele und das Fensterbrett. Die Familie und die Beinoperation, das Filmmuseum und der Hirnschlag. Der britische Historiker und die vier Männer der Gestapo. Dazwischen die Einträge in Goebbels' Tagebuch aus dem Frühjahr 1937: „Sie ist eine kranke Frau." – „Renate Müller, die auf das Entehrendste vernommen wurde." – „Ich helfe ihr." Der Propagandafilm „Togger", zu dem sie gezwungen wurde. Die Drohung mit dem Ausschluss aus der Reichsfilmkammer.
Am 7. Oktober 1937 starb sie in der Hufeland-Klinik – laut Sterbeurkunde Nummer 681. Ihren Kollegen wurde verboten, zur Trauerfeier zu kommen; die Gestapo filmte. Danach die Verleumdungen des Propagandaministeriums – und die Versteigerung des gesamten Besitzes, obwohl Eltern und Schwester noch lebten. 1960 der Kinofilm mit Ruth Leuwerik, gegen den die Familie klagte. 1966 der Artikel der Schwester: „Meine Schwester R. M." Und 2006, zum hundertsten Geburtstag, die Schenkung einer Berlinerin: über dreihundert Fotos, Dokumente von 1888 bis 1997 – und der eine Satz, den ihr Vater am Grab gesprochen hatte und den Deutschland erst neunundsechzig Jahre später erfuhr.
Wir folgen dem posthumen Lebenslauf der Schwester Gabriele, den Tagebüchern von Joseph Goebbels, der Sterbeurkunde von 1937, dem Nachlass im Filmmuseum Potsdam und der Biographie von Uwe Klöckner-Draga.
📌 Kapitel 00:00 Auftakt – Vier Zeugen, vier Versionen XX:XX Kapitel 1: Eine Villa in Berlin-Dahlem XX:XX Kapitel 2: Der 28. September 1937 XX:XX Kapitel 3: Sybille findet sie XX:XX Kapitel 4: Die Familie erzählt es anders XX:XX Kapitel 5: Andere Zeugen XX:XX Kapitel 6: Der 7. Oktober XX:XX Kapitel 7: Was danach kam XX:XX Kapitel 8: Die Familie steht auf XX:XX Kapitel 9: Achtzig Jahre danach XX:XX Nachklang
📚 Quellen (Auswahl)
Gabriele Müller-Schwarz: posthum verfasster Lebenslauf ihrer Schwester sowie der Artikel „Meine Schwester R. M.", Rheinische Post, 26. April 1966 – mit der Grabrede des Vaters
Die Tagebücher von Joseph Goebbels – Einträge vom 3. April, 6. April und 25. Juni 1937
Sterbeurkunde Nr. 681, Standesamt Berlin-Charlottenburg I, 1937
Filmmuseum Potsdam – Nachlass Renate Müller, Schenkung von Ursula Krüger, 2006 (über dreihundert Fotos, Dokumente 1888–1997)
Uwe Klöckner-Draga: „Renate Müller. Ihr Leben ein Drahtseilakt", 2006
Heinrich Fraenkel: „Unsterblicher Film", 1957
Klaus Kreimeier: „Die Ufa-Story", 1992
Der Tagesspiegel – Bericht zur Nachlass-Ausstellung im Filmmuseum Potsdam, 2006
Berliner Zeitung – zur Retrospektive im Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums, 2022
Bayerischer Rundfunk, RadioWissen – „Rätselhafter Tod von Ufa-Star Renate Müller", Beitrag von Xaver Frühbeis, 2014
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