After Work Wanderung im Wispertaunus bei Lorch
Wanderliebe
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After Work Wanderung im Wispertaunus bei Lorch
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Wanderliebe
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Schon mehrmals war ich jetzt auf "After Work Wanderung". Immer Freitags, weil ich da früh Feierabend habe und bisher mehrmals im Rheingau-Taunus. Denn hier, in der relativ dünn besiedelten Region, sind unter der Woche fast nie andere Menschen in Wald, Feld und Wiesen anzutreffen.
Dieses mal starten wir im Wispertal kurz vor Lorch, von einer Haltebucht am Straßenrand. Genauer gegenüber der "Wisperforelle Seitz" -"Forellenhof" an der L3033.
Unsere Wanderung ist dieses Mal ein wenig "Militär-lastig", bzw kommen wir an gleich zwei bedeutenden, früheren Bundeswehr-Einrichtungen vorbei, die heute als Lost Place betrachtet werden können.
Hier starten wir das Tal hinauf am Hügel "Schnittkamm" vorbei bis zur "Untertageanlage Lorch Wispertal". Dieser gewaltige unterirdische Komplex diente bis 2008 als Gerätehauptdepot der Bundeswehr. Wir passieren die Ausfahrt der Anlage und die Feuerwache der Bundeswehrfeuerwehr. Der Haupdurchfahrtstollen der Anlage reicht über 2 Kilometer weit komplett durch den gesamten Ranselberg und hat bis zu 200 Meter Felsüberdeckung. Das Stollensystem hat über 30 Lagerstollen und verfügt über eine Gesamtlänge von ca. 10 Km.
Am gut gesicherten Zaun um das Gelände der UTA vorbei ,wandern wir weiter das völlig menschenleere Tal hinauf. Insgesamt 280 Höhenmeter steigen wir stetig hinauf, bis wir die Bergkuppe erreichen und erstmals aus dem Wald heraustreten. Ein weiter Blick bietet sich hier über Wiesen und Felder auf den Ort Ransel.
Wir halten uns weiter gegen Norden, wechseln jedoch kurz vor dem Ort komplett die Richtung und wandern nun im Ranselbachtal wieder gegen Süd.
Zunächst geht es immer am Ranselbach entlang bis wir zum nächsten, inzwischen ebenfalls aufgegebenen Militärobjekt kommen. Hierbei handelt es sich um das Munitionsdepot mit Untertageanlage Linnesit.
Die Untertageanlage (UTA) in Oberlinesitt bestand aus 5 separaten Stollen (unterteilt in 4 Doppelstollen und 1 Einzelstollen). Sie diente während des Kalten Krieges der unterirdischen und sicheren Lagerung von Munition als Teil der militärischen Infrastruktur rund um die Haupt Depots in Lorch (wie das Gerätehauptdepot Lorch-Wispertal). Auch dieser Bereich unterliegt immer noch der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und ist entsprechend gesichert.
Übrigens gibt, bzw. gab es noch einige weitere bedeutende Anlagen in unmittelbarer Nähe. So etwa das ebenfalls unterirdische Sanitätshaupdepot auf der anderen Seite der Wisper, das auch heute noch ungenutzt existiert. Die darunter gelegene Rheingau-Kaserne (jetzt zivil genutzt), das oberirdische Teildepot Munition Lorch-Ransel (inzwischen rückgebaut), eine Standortschießanlage und ein Standortübungsplatz.
Kurz hinter dieser Anlage dann steigen wir abermals leicht bergan und geraten in ein sehr urwaldartiges Gebiet. Umgestürzte Bäume liegen im Dutzend über dem Weg.
Wege werden zu Pfaden und manchmal existieren die auf Komoot eingetragenen Wege in der Realität gar nicht mehr. In gar nicht so arg weiter Ferne röhrt hier ein Hirsch und schon zuvor sind mehrere Rehe unterhalb von uns geflüchtet - eine wirklich einsame Ecke.
Zum Ende gelangen wir wieder auf das Anfangsstück unseres Hinweges und kehren zu unserem Startpunkt zurück. Insgesamt war die Tour 10,5 Kilometer lang, bei 370 Meter Höhenunterschied.