Adolf Eichmann — Die Jagd nach Eichmann: Der Nazi 15 Jahre später gefunden | Dokumentarfilm
Alexander Weiss
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Adolf Eichmann — Die Jagd nach Eichmann: Der Nazi 15 Jahre später gefunden | Dokumentarfilm
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Alexander Weiss
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Adolf Eichmann — die Geschichte eines Mannes, der den Massenmord verwaltete
Er hat nie einen Schuss abgegeben. Er saß an einem Schreibtisch in Berlin, führte Akten, telefonierte mit dem Verkehrsministerium und stellte Fahrpläne auf. Am Ende dieser Fahrpläne standen Auschwitz, Treblinka und Sobibor. Diese Dokumentation zeichnet in zehn Kapiteln nach, wie aus einem gescheiterten Handelsvertreter aus Linz einer der zentralen Organisatoren des Holocaust wurde — und wie er nach dem Krieg fünfzehn Jahre lang unentdeckt blieb.
Der Film beginnt in der österreichischen Provinz der Zwischenkriegszeit: eine bürgerliche Familie ohne Vermögen, eine abgebrochene Schulausbildung, ein Bankrott, eine Entlassung im Krisenjahr neunzehnhundertdreiunddreißig. Er verfolgt den Eintritt in die SS, die Jahre als selbsternannter Fachmann für jüdische Angelegenheiten im Sicherheitsdienst, die Reise nach Palästina im Jahr neunzehnhundertsiebenunddreißig und den Aufbau der Wiener Zentralstelle für jüdische Auswanderung — jener Behörde, die Enteignung und Vertreibung erstmals in einem einzigen Arbeitsablauf zusammenfasste und die im gesamten Reich zum Vorbild wurde.
Weitere Kapitel behandeln das Scheitern der territorialen Pläne von Nisko bis Madagaskar, die Wannseekonferenz vom zwanzigsten Januar neunzehnhundertzweiundvierzig, das europaweite Netz der sogenannten Judenberater und die höchst unterschiedlichen Ergebnisse dieser Politik in den einzelnen Ländern — mit besonderem Blick auf Dänemark, wo die Deportation am Widerstand einer ganzen Gesellschaft scheiterte. Ausführlich dargestellt werden die Ereignisse in Ungarn im Jahr neunzehnhundertvierundvierzig, die Verhandlungen mit Rudolf Kasztner und das Tauschangebot, das als Blut gegen Ware in die Geschichte einging.
Der zweite Teil der Dokumentation gilt der Nachkriegszeit: der Flucht aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft, den Jahren als Waldarbeiter in der Lüneburger Heide, der Reise über Genua nach Buenos Aires mit einem Ausweis auf den Namen Ricardo Klement und dem unauffälligen Leben in Argentinien. Am Ende stehen die Ergreifung im Mai neunzehnhundertsechzig, der diplomatische Konflikt zwischen Argentinien und Israel, der Prozess in Jerusalem und die bis heute geführte Debatte um Hannah Arendts Formel von der Banalität des Bösen — sowie die Frage, was der Prozess in der Bundesrepublik in Bewegung setzte.
Die Darstellung stützt sich auf Prozessunterlagen, völkerrechtliche Fachliteratur, historische Forschung zur Fluchthilfe nach Südamerika und auf Eichmanns eigene Aufzeichnungen aus Argentinien. Wo diese Selbstzeugnisse den gesicherten Erkenntnissen widersprechen, wird das ausdrücklich kenntlich gemacht: Sie sind Quelle für sein Selbstbild, nicht für die Ereignisse. Umstrittene Fragen der Forschung — etwa die Deutung der Verhandlungen von neunzehnhundertvierundvierzig, die Rechtmäßigkeit der Ergreifung oder die Zuständigkeit des Jerusalemer Gerichts — werden in ihren verschiedenen Positionen dargestellt, ohne einseitige Festlegung.
Dieses Video versteht sich als Beitrag zur historischen Bildung und zur Erinnerungskultur. Es verherrlicht nichts und niemanden. Es erzählt von den Opfern ebenso wie von jenen, die halfen — von Fischern in Dänemark, von Diplomaten in Budapest, von einem blinden Mann in der argentinischen Provinz und von einem deutschen Generalstaatsanwalt, der einer Justiz misstraute, in der zu viele Akten geschlossen blieben.
Ein Kanal von Alexander Weiss.
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