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Seelenschau + Barmherzigkeit

Brüder Samariter FLUHM

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Seelenschau + Barmherzigkeit

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Brüder Samariter FLUHM
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Bei der Betrachtung des Sonntagsevangelium, wo Jesus über die zwei Söhne spricht, von denen einer zuerst Nein! sagt und dann doch in den Weinberg zum Arbeiten geht, kam mir das Cenacolo von Mutter Elvira in den Sinn: In dieser Woche darf ich wieder bei diesen Burschen sein, ihre Beichten hören, mit ihnen Hl. Messe feiern und dann gemütlich beim Abendessen zusammensitzen. Sie kommen alle aus einem Sucht-Milieu, die meisten von ihnen waren den Drogen verfallen. Doch in der Einfachheit des Hauses, mit Gebet und gegenseitigen Schutzengeldienst wachsen sie zu JA-Sagern heran, ja zu großartigen Christen. Treffend sind ihre 10 verbotenen Worte, die man an der Wand lesen kann. Verboten ist unter anderem zu sagen: 1. Ich habe keine Lust 2. Das geht mich nichts an. 3. Ich mag nicht usw. So hören wir von Jesus heute als Fazit über die beiden Söhne: "Amen, das sage ich euch: Zöllner und Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr." (Mt 21,31) Freilich wird hier nicht Diebstahl und Ehebruch für gut erklärt. sondern es gilt für sie, was wir in der ersten Lesung hören: "Wenn der Schuldige alle Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, einsieht und umkehrt, wird er bestimmt am Leben bleiben." (Ez 18,28) Sprechen wir nun vom anderen Sohn, der zuerst sein Ja! gibt und dann doch nicht in den Weinberg geht. Wie viele Menschen sind auch heute von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt; leben so dahin in der falschen Meinung, sie haben keine Sünden zu beichten und bemerken in sich weder den Neid, der sich zu Hass und Mordgedanken entwickelt, noch den Stolz, mit dem sie den Mitmenschen verachten und verurteilen. Um also den tiefen Sinn der Barmherzigkeit Gottes zu verstehen, ist es notwendig, zuerst eine Art Seelenschau zu erfahren. Da denke ich an die hl. Sr. Faustine, die ihr eigenes Elend erkannte, oder an den hl. Pfarrer von Ars. Er beschrieb es bildlich mit schlechten Würmern in seinem Inneren, womit er seine Fehler meinte. Ich selbst durfte einmal so eine Art Seelenschau erleben und zwar bei Exerzitien, wo mich ein Wort Gottes tief berührt hat. Im Licht dieses Bibelwortes musste, ja durfte ich erkennen: Was ich vermeintlich für gut erachtet und getan hatte, war in sich schlecht. Es war ein harter, doch heilsamer Schlag für mich! Wie schön ist nun das Geschenk der Barmherzigkeit zu erfahren, wie es Jesus zur hl. Sr. Faustine sagte: „Du siehst, was du aus dir selbst bist, aber sei deshalb nicht entsetzt; Deswegen, weil du ein so großes Elend bist, habe Ich vor dir das ganze Meer Meiner Barmherzigkeit enthüllt.“ (718) „Trotz des Elends, das du bist, vereinige ich Mich mit dir, nehme dir dein Elend weg und gebe dir Meine Barmherzigkeit.“ (723) O wie groß und wunderbar ist doch die Liebe Gottes! Sie schaut über unsere Sünden hinweg, vergibt uns und schenkt uns in so reichem Übermaß Seine Liebe, dass wir so erst richtig fähig werden, unser „Ja!“ zum Dienst am Mitmenschen im Weinberg Gottes zu leben. Erst jetzt können wir wahrhaft lieben und die Werke der Barmherzigkeit üben!