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Neuhaus (Oste) (D), evang. Emmauskirche - Vollgeläute

Engerlingraucher

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Neuhaus (Oste) (D), evang. Emmauskirche - Vollgeläute

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Das barocke Geläut der Emmauskirche zu Neuhaus an der Oste besteht aus Glocken, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Im 15. Jahrhundert ging das ehemalige Kirchspiel Bulsdorf in Neuhaus auf. Zu dieser Zeit wird schon ein kleines Gotteshaus vorhanden gewesen sein. Zwischen 1620 und 1621 wird in Neuhaus eine Kapelle gebaut. Ein Teil dieser ist noch in Form des Westteils der heutigen Kirche erhalten geblieben. Das Kirchenschiff und der Chor wurden zwischen 1727 und 1729 in barocken Formen neu errichtet. Die Innenausstattung stammt größtenteils noch aus der Bauzeit der Kirche. Der Kanzelaltar aus dem Jahr 1729 ist ein absoluter Blickfang im Kirchenschiff. Aus mehreren Teilen zusammengesetzt ist der Taufstein, dessen Becken wohl noch von 1668 stammt, während der Sockel im 18. Jahrhundert entstanden ist. Die Epitaphe sind durchweg als Ölgemälde ausgeführt und wurden in verschiedenen Jahren im Laufe des 17. Jahrhundert angefertigt. Überregional bekannt ist die Kirche für ihre zwischen 1744 und 1745 von Dietrich Christoph Gloger aus Stade erbaute Orgel. Seit einer Renovierung durch Georg Wilhelm Wilhelmy im Jahr 1791 verfügt das Instrument über 19 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Eine Besonderheit ist, dass das Pfeifenwerk vollständig erhalten ist. 1972 wurde die Orgel von der Hamburger Orgelbaufirma Rudolf von Beckerath restauriert und hierbei die abgängigen Windladen nach alter Form neu gebaut. Im Dachstuhl über dem Westwerk hängen seit jeher zwei Glocken. Die ältere der beiden ist die im Jahr 1668 von Hermann Benningk gegossene Betglocke. Es handelt sich dabei um eines seiner letzten Werke. Das Instrument ist sowohl aus musikalischer als auch aus gusstechnischer Sicht absolut gelungen und zeigt, auf welch hohem Stand ihr Meister zum Ende seines Schaffens stand. Anders sieht es mit der kleineren namenlosen Glocke aus. Ein unbekannter Gießer schuf sie im Jahr 1751. Sie ersetzt eine drei Jahre zuvor beschädigte Vorgängerin, über die keine näheren Informationen bekannt sind. Die jetzige Glocke ist offensichtlich von jemandem gegossen worden, der nicht viel von seinem Handwerk verstand, falls dieser Jemand überhaupt Glockengießer gewesen ist. Anhand der Qualität seiner Arbeit und der übrigen äußeren Gestaltung ist das eher nicht anzunehmen. Als ob das nicht kurios genug ist, handelt es sich bei dem Instrument um eine Septimglocke mit Durterz. In Kombination mit dem erhöhten Prim-Vertreter ergibt sich so ein sehr eigenwilliges und rauchiges Klangbild, welches im kompletten Gegensatz zu dem der großen Betglocke steht. In einem kleinen Vorbau an der Turmspitze befindet sich noch eine vermutlich historische Uhrschlagglocke, die leider nicht erreichbar ist und über die keine genauen Informationen ermittelt werden konnten. Betglocke, Schlagton ges'-2, Gewicht ca. 870 kg, Durchmesser 1127 mm, gegossen im Jahre 1668 von Hermann Benningk. Sine nomine, Schlagton b'-1, Gewicht ca. 440 kg, Durchmesser 891 mm, gegossen im Jahre 1751 von einem unbekannten Gießer. Herzlichen Dank an Pastor Uwe Beuermann für die Ermöglichung der Aufnahme!