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UNTERLIEZHEIM (DLG), Pfarrkirche St. Leonhard - Vollgeläut

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UNTERLIEZHEIM (DLG), Pfarrkirche St. Leonhard - Vollgeläut

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Tonfolge: g¹-b¹-c²-es² (etwas verzogen) Die große Glocke wurde 1754 von Brandtmair/Kern in Augsburg gegossen und ist das Überbleibsel des ehemals vierstimmigen Barockgeläuts. Die Glocken Nr. 2 und 4 goss im Jahr 1948 die Firma Kuhn-Wolfart in Lauingen. Über Nr. 3 liegen keine eindeutigen Angaben vor. Sie wurde entweder 1913 von Lotter in Bamberg gegossen oder nach dem 1. Weltkrieg von Wolfart in Lauingen. In jedem Fall wurde sie 1948 umgestimmt. - - Unterliezheim, etwa 15 Kilometer nördlich von Dillingen gelegen, wurde mit seinem Kloster erstmals im Jahr 1026 als Liedesheim urkundlich erwähnt. 1802 wurde das Kloster aufgehoben. Mit dem Bau der heutigen Kirche wurde 1732 begonnen. Das Kloster Unterliezheim war damals ein Benediktinerpriorat und unterstand der Reichsabtei St. Ulrich und Afra in Augsburg. Baumeister waren Johann Windschmid d. Ä. (1659–1731) und sein Sohn Johann Windschmid d. J. (1697–1774), die mit dem Palier Joseph Guetthainz aus Tirol zusammenarbeiteten. Mit der Ausmalung wurde Christoph Thomas Scheffler (1700–1756) betraut. 1738 waren die Bauarbeiten abgeschlossen und 1740 fand die Weihe der neuen Kirche durch Weihbischof Johann Jakob von Mayr statt. Das Gebäude ist aus verputztem Bruch- und Ziegelmauerwerk errichtet. Die Außenwände werden durch Pilaster mit toskanischen Kapitellen gegliedert. Unter dem Dachansatz verläuft ein Architrav, der von einem reich profilierten Traufgesims getragen wird. An der Westfassade erhebt sich der sechsgeschossige, 54 Meter hohe Turm. Auf seinem quadratischen Unterbau ist ein zweigeschossiges Oktogon mit Eckpilastern und rundbogigen Klangarkaden aufgebaut, das mit einer Zwiebelhaube bekrönt wird. Das Hauptportal ist von Säulen und Pilastern mit geschweiftem Aufsatz, Vasen und einer Muschelbekrönung aus Amerdinger Trass umrahmt. Das einschiffige Langhaus ist in vier Achsen gegliedert und wie der Chor mit einer Korbbogentonne mit Stichkappen gedeckt. Der eingezogene Chor ist dreiseitig geschlossen und um zwei Stufen erhöht. Die deutlich vorstehenden Querhausarme sind mit elliptischen Flachkuppeln überwölbt. Die Wände gliedern Pilaster mit Kompositkapitellen und große Rundbogenfenster. Ein korbbogiger Triumphbogen öffnet sich zum Chor. Den westlichen Abschluss bildet eine geschweifte Empore, die auf Vierkantpfeilern mit korinthisierenden Kapitellen aufliegt. Der Stuckdekor mit Band- und Gitterwerk, Blüten und Putten stammt teilweise aus der Zeit von 1733 bis 1735, der Erbauungszeit der Kirche, und wird Johann Windschmid d. J. und einem unbekannten Meister zugeschrieben. Die späteren Arbeiten (um 1760) wie die Medaillons der Apostel an den Pilastern und die Stuckkartusche am Triumphbogen mit der Inschrift SOLI DEO HONOR ET GLORIA (Gott allein gebührt Ehre und Ruhm) werden den Brüdern Johann Michael und Bartholomäus Hoiß zugerechnet. Die Deckenbilder wurden zwischen 1733 und 1737 von Christoph Thomas Scheffler in Freskotechnik ausgeführt. Der Hochaltar und die beiden Altäre in der Vierung wurden 1736 aufgestellt. Die Altarblätter wurden wie die Deckenbilder von Christoph Thomas Scheffler ausgeführt. Das Hauptaltarbild stellt den heiligen Leonhard auf Wolken schwebend und von Engeln umgeben dar. Ein Engel hält ein Kirchenmodell. Die anderen Szenen weisen auf die Hilfe des Heiligen bei schweren Geburten und Besessenheit und seine Fürsprache für Gefangene hin. Die Tierdarstellungen weisen ihn als Viehpatron aus. Seitlich des Altars stehen die überlebensgroßen Figurgen der beiden Bistumsheiligen, der heilige Ulrich von Augsburg und die heilige Afra, in Weiß und Gold gefasst. Am südlichen Seitenaltar werden die Vierzehn Nothelfer und am nördlichen Seitenaltar der Tod Josephs dargestellt. Die Seitenaltäre des Querschiffs stammen vermutlich aus der Werkstatt von Johann Michael Fischer und wurden um 1750 eingebaut. Der Altar des nördlichen Querhauses war der Altar der seit 1669 in Unterliezheim bestehenden Rosenkranzbruderschaft. Auf dem Altarbild wird Maria dargestellt, die dem heiligen Dominikus und der heiligen Katharina von Siena den Rosenkranz spendet. Der Altar des südlichen Querhauses ist dem heiligen Benedikt und seiner Schwester, der heiligen Scholastika gewidmet. (Quelle: www.wikipedia.de) - - Fotos und Tonaufnahme: unteroktav