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#13/8: Anpacken statt aufgeben

GGK MullenLowe / McCann / FCB

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#13/8: Anpacken statt aufgeben

25 просмотров · 2 нед. назад
GGK MullenLowe / McCann / FCB
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Fabian Rossbacher hat 2011 den SEO DAY in Köln gegründet, heute eine der größten SEOund KI-Konferenzen im deutschsprachigen Raum. In dieser Folge von „Less of the Same“ spricht er mit Charlotte über eine paradoxe Lage: Noch nie war es so einfach, Inhalte zu produzieren – und wahrscheinlich noch nie so schwer, damit aufzufallen. Gibt es zu viel Content? Rossbacher sieht eher das Gegenteil. In vielen Nischen fehle bis heute ein Ort, an dem das Wissen gebündelt ist. Solche Orte baut er selbst: ein Wiki zum Radrennsport, ein SEO-Lexikon, ein weltweites Verzeichnis für Segelclubs mit Wissen zum Regattasegeln. Slop sei das nicht. Den sieht er eher in automatisierten LinkedIn-Posts und Kommentaren. Was niemand braucht, ist der zwanzigste Artikel übers Abnehmen. Dass Programme heute Programme bauen, hält er für die größte Veränderung, die die Welt bisher gesehen hat – weit über die SEO-Bubble hinaus. DeepMind hat für seine KI- Forschung bereits den Nobelpreis bekommen, und Rossbacher glaubt, dass in den nächsten zehn Jahren alle Krankheiten heilbar sein werden. Elon Musk prophezeie sogar, dass um 2037 alle in Luxus leben, weil Roboter jedem ein Haus bauen. Umso mehr schockiert ihn, was er in Gesprächen mit der Szene am häufigsten wahrnimmt: Aufgeben. Dabei beginne es gerade erst. Wie beim Internet vor 25 Jahren werde nicht jeder die neuen Möglichkeiten nutzen, sondern einige wenige, die es sehr gut machen. Zu denen will er gehören. Für wen schreibt man also? Für Menschen, sagt Rossbacher. Keyword-Stuffing und weiße Schrift auf weißem Grund sind längst vorbei. Was zählt, ist das Verhalten der User: Wer langsam scrollt und liest, sendet ein positives Signal, wer sofort zur Trefferliste zurückkehrt, ein negatives. Manche Seiten ranken deshalb ganz ohne Backlinks, einfach weil die Verweildauer stimmt. Von knapp 300 Ranking-Faktoren, die er nennt, sei das Nutzerverhalten seit über zehn Jahren der maßgebliche. Und auch ChatGPT orientiere sich stark an Google. Verändert hat sich dafür die Rolle der Marke. Mit Generative Engine Optimization erlebt die klassische PR ein Revival – 2026 gehe es weniger um Link Building als um Brand Building. Auf dem SEO DAY spricht dazu heuer ein ehemaliger Nestlé-Pressechef. Ein Presseverteiler bekommt so einen ganz neuen Wert: Wer die Meldung öffnet und liest, bringt Verweildauer, auch ohne Link. Stehen sich SEO und Kreativität im Weg? Rossbacher wäre vorsichtig, die Basics wegzulassen. Der Inhalt müsse dem Faktencheck standhalten, eine steile These sei willkommen, solange die Grundlagen darunter liegen. Wer nur auf die Antithese setzt, riskiert, dass User sofort wieder abspringen. Die Königsdisziplin sei, altes Wissen überraschend neu zu erzählen und es gleichzeitig maximal auffindbar zu machen. Wie sehr sich die Arbeit verändert, zeigt er an Agentic AI. Früher hieß es, 2.500 bis 3.000 SEO-Agenturen im DACH-Raum von Hand zu finden, zu prüfen und ihre Kontaktdaten aus jedem Impressum zu holen. Heute reicht ein Prompt, und die Aufgabe ist in zehn Minuten erledigt. Gleichzeitig sprießen Grounding Pages aus dem Boden, eine Art Inhaltsverzeichnis für KI-Agenten. Und auf 1.000 echte User kommen bei ihm rund 15.000 Bots. Wie Suche in fünf oder zehn Jahren aussieht, weiß er nicht, und er sagt das offen. Vor einem Jahr hatte er zehn Programmierer, heute arbeitet er allein und schafft den 50-fachen Output. Er beschreibt, wie ChatGPT zum Gatekeeper werden könnte, der Datenanbieter pro tausend Nutzer bezahlt. Für ihn eine große Wundertüte, die Flexibilität verlangt: weniger an Gebautem festhalten, mehr ausprobieren und sich austauschen. Weniger Gleichförmigkeit, mehr Substanz, mehr Neugier: echtes Less of the Same.