Perchtenmuseum Kirchseeon: Masken, Mythen und Rituale
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Perchtenmuseum Kirchseeon: Masken, Mythen und Rituale
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In der Forschung wird vermutet, dass Percht auf eine alte Göttin der Fruchtbarkeit, Natur und Jahreszeiten zurückgeht. In keltischen und germanischen Traditionen gab es Gottheiten, die mit dem Wechsel der Jahreszeiten, der Ernte und dem Tod verbunden waren. Parallelen zu Birgid (Brigid). Die keltische Göttin Brigid war eine Schutzgöttin für Handwerk, Fruchtbarkeit und Dichtkunst. Manche sehen eine Verbindung zwischen Cerridwen als mystischer Hexenfigur und der doppelgesichtigen Percht, die sowohl gute als auch böse Seiten hat.
Keltische Götter zeichen sich oft durch eine komplexe, vielschichtige oder ambivalente Natur aus, die je nach Überlieferung unterschiedliche Aspekte in sich vereinen und manchmal als eine Art metaphorische „Doppelnatur“ interpretiert werden kann. Diese Vielschichtigkeit kann den Eindruck erwecken, dass sie „doppelgesichtig“ oder eben mehrdimensional sind (Quelle: Kelten, tosa Verlag, Seite 86f - Statue auf Boa Island).
Zu den ambivalenten Göttern zählt auch "Cernunnos", ein Gott mit Geweih. Der gehörnte Gott symbolisiert Aspekte der Natur, Fruchtbarkeit und auch das Geheimnisvolle oder den Tod. Auch hier spricht man eher von einer umfassenden Naturverbundenheit als von einer expliziten Zweigesichtigkeit. Cernunnos wird häufig als der „Gehörnte“ dargestellt und ist ein Symbol für Natur, Fruchtbarkeit und die zyklischen Prozesse der Natur. In vielen Darstellungen der Perchten – insbesondere in den Masken und Kostümen der Alpenregion – finden sich ebenfalls horngesteuerte Elemente. Diese Gemeinsamkeit regt zu Vergleichen an, obwohl es sich um unterschiedliche kulturelle Kontexte handelt. Sowohl Cernunnos als auch die Perchten stehen im Kontext vorchristlicher, heidnischer Religionen, die Naturphänomene und den Wechsel der Jahreszeiten erklärten. Es wird vermutet, dass die alpinen Perchtenrituale, bei denen Figuren in schaurigen, manchmal horntragenden Kostümen auftreten, Überbleibsel älterer Fruchtbarkeits- und Naturgottheiten sind. Cernunnos ist eine eindeutig männliche Gottheit, während Frau Percht als weibliche Gestalt in Erscheinung tritt.
Manche Deutungen legen nahe, dass in alter Volksreligion die duale Natur – oft als Gegenspielerin von männlichen Naturkräften interpretiert – sowohl männliche als auch weibliche Aspekte hatte. Eine direkte Entsprechung ist aber umstritten.
Im Laufe der Jahrhunderte wurden viele vorchristliche Glaubensvorstellungen durch christliche und andere kulturelle Einflüsse transformiert und neu interpretiert.
Die heutige Wahrnehmung der Perchten und ihrer Figur Frau Percht könnte demnach Elemente enthalten, die in alten Kulten, möglicherweise auch solchen um Cernunnos, ihren Ursprung hatten. es gibt Vermutungen, dass die Gestalt der Frau Percht (oder Perchta) auf eine ältere keltische Gottheit zurückgeht. Besonders oft wird ein Zusammenhang mit der keltischen Göttin Cerridwen oder mit einer möglichen germanisch-keltischen Muttergottheit wie Birgid (Brigid) oder einer Erdgöttin hergestellt.
Im Perchtenlauf von Kirchseeon sind verschiedenen Gruppen vertreten, die sogenannten Passen. Schönperchten, Habergoaß, Holzmandl, Klaubauf, Frau Percht und Schlenzer - sie alle haben spezielle Aufgaben. Die "Schönperchten" übernehmen mit Trommeln, Teufelsgeige und Glockenspiel die musikalische Begleitung des Laufs und der Tänze.
Die "Habergoaß" tragen die schwersten Masken. Mit ihren über fünf Kilogramm schweren Fratzen sorgen sie für das Einsammeln von Geld und Gaben. Von Sprechgesängen begleitet, legen die "Holzmandl" mit ihren Haselnussstecken beim Drudenhax (Tanz) ein Hexagramm, einem sechszackigen Stern, der als ein mächtiges Schutzsymbol gegen böse Geister, Dämonen und insbesondere den sogenannten Druden – eine Art von Nacht- oder Erdgeistern - gilt. Bunt gemischte Farben der Kleidung und schaurige Masken mit verzerrten Gesichtszügen und Hörnern sind typisch für die "Klaubauf". Sie tanzen verschiedene Stampftänze zur Melodie der Glockenspiele. Dadurch sollen die schlafenden Erdgeister aufgeweckt werden, um neue Fruchtbarkeit heraufzubeschwören. So wie sich die Klaubauf im Tanz herumdrehen und die Richtung wechseln, symbolisieren sie den Kreislauf der Natur und des Lebens.
"Frau Percht" hat eine ganz besondere Stellung. Sie verkörpert die Ur-Göttin und trägt eine Doppelmaske: auf der einen Seite ist der Teufel zu sehen, auf der anderen die Sonne. Sie vereint Gut und Böse, Licht und Dunkel in ihrer Maske. Bei den Tänzen der Klaubauf bildet sie den Mittelpunkt im Tanzgeschehen. Die "Schnadernschlenzer", die mit ihren Aussehen wie überdimensionale Puppen erscheinen, treiben gerne Unfug und mischen sich dabei unter die Zuschauer.
Empfehlenswertes Video zu den Kirchseeoner Perchten:
• Hinter der Maske - Die Kirchseeoner Percht...
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