Bis auf die Knochen
Klaus Haberstein
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Bis auf die Knochen
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Klaus Haberstein
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Der Song erzählt von einem Bauarbeiter, der bei Wind und Wetter arbeitet und immer weniger Zeit für sein eigenes Zuhause hat. Steigende Miete und knappe Haushaltskasse treiben ihn in zusätzliche Schichten. Während er auf Montage ist, verliert er die Nähe zu seiner Frau. Den gemeinsamen Urlaub am Meer verschiebt er von Baustelle zu Baustelle. Schließlich erfährt er, dass sie seit Jahren einen anderen Mann hat. Die Ehe endet. Nach Kurzarbeit verliert er auch seinen Arbeitsplatz. Am Schluss steht er allein am Meer. Jetzt hätte er Zeit für die Beziehung, für die er so lange gearbeitet hat. Doch seine Frau ist nicht mehr da.
English
The song follows a construction worker who works through wind and rain while spending less and less time at home. Rising rent and a tight household budget push him into extra shifts. Working away from home, he loses his closeness with his wife. Their planned seaside holiday keeps slipping away as one building project follows another. Eventually, he learns she has been seeing another man for years. Their marriage ends. After a period of reduced working hours, he also loses his job. In the final scene, he stands alone by the sea. He finally has time for the relationship he worked so hard to support, but his wife is gone.
Um halb fünf sind die Stiefel noch nass.
Um halb fünf sind die Stiefel noch nass.
Ich zieh sie an. Der Bus ist da.
Der Wind pfeift durch den offnen Rohbau.
Die Finger krieg ich kaum noch warm.
Der Polier zeigt auf die Uhr.
Wir sind schon wieder hintendran.
Ich schufte bis auf die Knochen.
Bis auf die Knochen, Tag für Tag.
Ich bau für andre ein Zuhause.
Für meines fehlt die Kraft danach.
Beim Tanken reichen zwanzig Euro
grad bis zum Bau und wieder heim.
Die Miete steigt zum nächsten Ersten.
Da muss der Samstag auch noch sein.
Ich sitz im Zimmer auf Montage.
Du stellst den Teller wieder weg.
Du fragst am Telefon: „Wann kommst du?“
Ich sag: „Wird Samstag.“ Du sagst nichts.
Ich schufte bis auf die Knochen.
Bis auf die Knochen, Tag für Tag.
Ich bau für andre ein Zuhause.
Für meines fehlt die Kraft danach.
Ans Meer, das wollten wir seit Jahren.
Ich sagte: „Wenn der Bau hier steht.“
Dann kam der nächste, weiter draußen.
Und wieder war es schon zu spät.
Am Freitag steht dein Koffer draußen.
Du sagst: „Er wartet unten schon.“
„Wie lange?“ frag ich. Du sagst: „Jahre.“
Ich hab noch meinen Schutzhelm auf.
Erst Kurzarbeit. Dann keine Aufträge.
Die Kündigung kommt mit der Post.
Der Chef sagt: „Du hast gut gearbeitet.“
Ich les den Brief. Was hilft mir das?
Ich hab die Scheidung unterschrieben.
Dein Name steht noch an der Tür.
Ich dachte immer: Das ist für uns.
Jetzt ist es still. Jetzt bin ich hier.
Geschuftet bis auf die Knochen.
Bis auf die Knochen, Jahr für Jahr.
Ich baute andern ein Zuhause.
Bei uns ist keiner mehr, der fragt.
Jetzt steh ich hier allein am Meer.
Die Strandkörbe sind weggeräumt.
Am Montag muss ich nirgends hin.
So hab ich mir das nicht erträumt.
Ich hab jetzt Zeit für dich.
Ich hab jetzt Zeit für dich.
Bloß du bist nicht mehr da.