Pierre Littbarski: Das stille Drama hinter dem Lächeln
BundesMashina
0:00 / 0:00
Pierre Littbarski: Das stille Drama hinter dem Lächeln
2 293 просмотра · 10 дней назад
BundesMashina
1,55 тыс. подписчиков
2 293 просмотра · 10 дней назад
Pierre Littbarski wurde am 8. Juli 1990 im Olympiastadion von Rom Weltmeister. Fünfzehn Jahre später standen der Überlieferung nach Auszeichnungen, Pokale, Fotos und Kleidungsstücke aus seinem Haus im Internet zum Gebot, eingestellt von seiner ersten Frau. Diese Dokumentation fragt, womit er seinen Ruhm bezahlt hat und warum er über diesen Preis geschwiegen hat, während das Land ihn nur lachend kannte.
Der Junge aus Berlin kam mit achtzehn zum 1. FC Köln, wurde Nationalspieler, verlor 1986 ein Endspiel und gewann 1990 das nächste: neunzig Minuten auf dem Platz, kein Wechsel. Was an jenem Abend in seinem Knie los war, erzählte er erst sechsunddreißig Jahre später in einem Podcast. 1989 saß er in Bonn als Wahlmann der CDU in der Bundesversammlung, die Richard von Weizsäcker im Amt bestätigte. Fünfzehn Jahre danach sagte er der WELT, wofür man seinen Namen dort tatsächlich gebraucht habe. Zwischen Rom und Bonn liegt ein Muster: Wird Reden teuer, redet dieser Mann nicht.
1993 unterschrieb er in Ichihara bei JEF United, in der ersten Saison der neuen J-League, in der auch Zico und Gary Lineker bei anderen Klubs spielten. Aus wenigen geplanten Monaten wurden vier Jahre als Spieler und danach eine ganze zweite Laufbahn: Yokohama FC, Bayer Leverkusen, MSV Duisburg, Sydney FC, Avispa Fukuoka, Saipa Teheran, FC Vaduz, VfL Wolfsburg. Am 5. März 2006 gewann er mit Sydney FC das erste Finale der A-League. In Deutschland blieben eine geschiedene Ehe und zwei Töchter zurück. Eine von ihnen, Michelle Littbarski, sagte im Oktober 2005 mit achtzehn Jahren vor laufender Kamera, sie habe seit sechs Jahren keinen Kontakt zu ihrem Vater.
Der Film erzählt die Gegenrechnung zu einem Weltmeistertitel: Was von einer solchen Laufbahn übrig bleibt, wenn die Gegenstände, die sie beglaubigen, das Haus verlassen. Wir prüfen jede Angabe an der Quelle, benennen jeden Absender mit Namen und sagen offen, wo die Überlieferung aufhört. Für die Versteigerung ist genau eine Zahl überliefert, und selbst sie steht nur in einer Forenkopie.
Was der Film im Einzelnen belegt:
1990: WM-Endspiel in Rom gegen Argentinien, 1:0, Littbarski über die vollen neunzig Minuten auf dem Platz; die Mannschaft erhält das Silberne Lorbeerblatt.
1987: Udo Lattek holt ihn im August von Racing Paris zurück nach Köln. Der Verein hat das Geld nicht, der Spieler streckt einen Teil zinslos vor. Die Ablöse wird je nach Quelle mit rund 2,8 Millionen Mark bis etwa 1,7 Millionen Euro angegeben.
1989: Er steht als Wahlmann auf der Liste der Bundesversammlung in Bonn und äußert sich dazu erst 2004.
1991: Die Goldene Kamera der Zeitschrift Hörzu geht laut offiziellem Register an die deutsche Nationalmannschaft, nicht an einen einzelnen Spieler. Die Formel "Littis Goldene Kamera" stammt aus dem Boulevard.
1993 bis 1997: Vier Jahre bei JEF United Ichihara und Brummell Sendai; das Handelsblatt beschreibt ihn danach als Unterhaltungsfigur im japanischen Fernsehen.
2005/2006: Eine Sammlung mit dem Untertitel "Aus dem Hause Littbarski" wird im Netz angeboten. Zwei Überlieferungen nennen zwei verschiedene Zeitpunkte, zwölf Monate auseinander.
2006: Erster A-League-Titel der Geschichte mit Sydney FC. Fünf Wochen nach dem Finale meldet der australische Rundfunk, er bleibe. Drei Wochen später geht er, weil der Klub sein Paket nicht halten kann.
2026: Mit sechsundsechzig steht er im Bürgerhaus Stollwerck in Köln auf einer eigenen Bühne und sagt selbst, seine Karriere habe über Familienereignissen gestanden.
Recherchiert nach Registern, Protokollen, Klubarchiven und veröffentlichten Interviews. Wo keine Quelle existiert, sagen wir das im Film.
Music:
• "Amberlight" by Scott Buckley — CC BY 4.0 — scottbuckley.com.au
Images — attribution required (CC BY), via Wikimedia Commons / Openverse:
• 14-01-10-tbh-241-franz-beckenbauer — Ralf Roletschek (CC BY 3.0)
• Bundesarchiv Bild 146-1991-039-11, Richard v. … — Unknown author (CC BY-SA 3.0 de)
• Freiburg im Breisgau- Prominentenfußballspiel-… — Marlis Decker (CC BY 4.0)
• Köln-Gremberghoven Frankenplatz 3 — H.-Georg Brüll (CC BY-SA 4.0)