Mingerode (D - NI), die Glocken der kath. Filialkirche St. Andreas
Osannaglocke
0:00 / 0:00
Mingerode (D - NI), die Glocken der kath. Filialkirche St. Andreas
760 просмотров · 3 месяца назад
Osannaglocke
320 подписчиков
760 просмотров · 3 месяца назад
Die katholische Filialkirche St. Andreas in Mingerode, gehörig zur Pfarrei St. Cyriakus in Duderstadt im niedersächsischen Teil des Eichsfelds wurde erstmals in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut. Dieser romanische Bau musste aufgrund von Baufälligkeit, die um 1850 herum festgestellt worden war, abgebrochen werden und wurde daraufhin zwischen 1871 und 1873 durch einen neoromanischen Bau in Form einer Art Pseudobasilika mit schmalen Fenstern im Hauptschiff ersetzt.
1994 wurde die Kirche umfassend "romanisierend" saniert und damit in den Ursprungszustand versetzt.
Im oktogonalen Turm an der Westseite der Kirche befinden sich vier Glocken aus drei verschiedenen Jahrhunderten. Die wohl unangefochten bedeutendsten sind die Glocken 2 und 4, die aus dem 14. Jahrhundert stammen und in einer Übergangsrippe gegossen wurden. Dementsprechend besonders ist auch der Teiltonaufbau mit teils extrem variierenden Teiltönen. Die Untertöne liegen auf Höhe einer großen und einer kleinen Unterdezime, die Quinten bei Quarte und Durterz sowie die Terz der kleinsten Glocke bei einer kleinen Sekunde. Beide tragen bis auf ein Kreuz jeweils auf der Flanke (Gießerzeichen?) keine Zier.
Umso zierreicher ist die Glocke 3, die 1486 von einem ebenfalls unbekannten Gießer gegossen wurde. Sie trägt unterhalb des Schlagrings einen Blattornamentfries sowie eine Inschrift, bei der auch der Ort sowie der Kirchenpatron genannt wird. Auffällig sind ebenso drei Kruzifixe auf der Flanke.
Bis ins Jahr 1957 hingen die drei wertvollen Glocken außerhalb der Kirche in einem Holzgestühl. In diesem Jahr wurde die Glocke 1 mit dem Patrozinium der hl. Gottesmutter Maria durch die in Münster ansässige Gießerei Feldmann & Marschel ergänzt. Ihr von der Disposition her merkwürdig ergänzendes Nominal lässt sich wohl mit der falschen Einschätzung der Schlagtöne der beiden Glocken des 14. Jahrhunderts begründen, bis dahin wahrscheinlich bei b' und c" verortet wurden. Im Zuge der Ergänzung wurden die Glocken alle im Turm in einem Stahlglockenstuhl aufgehängt.
Vor einigen Jahrzehnten wurden die Glocken bei der Firma Lachenmeyer in Nördlingen am Schlagring restauriert und bekamen neue Holzjoche, Antriebe sowie Ellipsoidklöppel.
Daten:
Glocke 1: Marienglocke
Schlagton: g'±0
Gewicht: 725 kg
Durchmesser: 1.035 mm
Gussjahr: 1957
Gießer: Feldmann & Marschel, Münster
Inschrift auf der Schulter: AVE MARIA GRATIA PLENA
Auf dem Wolm: a) MINGERODE 1957 b) GEGOSSEN VON FELDMANN UND MARSCHEL MÜNSTER
Glocke 2: -
Schlagton: ~gis'+2+
Gewicht: 583 kg
Durchmesser: 958 mm
Gussjahr: 14. Jahrhundert
Gießer: unbekannt
Inschrift: -
Glocke 3: Andreasglocke
Schlagton: a'±0
Gewicht: 468 kg
Durchmesser: 909 mm
Gussjahr: 1486
Gießer: unbekannt
Inschrift auf der Schulter: anno domini M cccc lxxxvi santa maria ora pro nobis devm sanctvs andreas patronvs in mvnnigerode
Glocke 4: -
Schlagton: ~cis"+9
Gewicht: 373 kg
Durchmesser: 767 mm
Gussjahr: 14. Jahrhundert
Gießer: unbekannt
Inschrift: -
Ablauf:
00:00 Bilder der Kirche
04:00 Einzelglocken
04:10 Glocke 4 | ~cis"
08:09 Glocke 3 | a'
12:47 Glocke 2 | ~gis'
17:44 Glocke 1 | g'
22:35 Vollgeläut
Quellen: J.R., A. Philipp, Website der Pfarrei St. Cyriakus
Ich möchte mich bei den Verantwortlichen der Pfarrei und vor allem Torsten für die Absprache und die sonstige Organisation danken. Ein großes Dankeschön gilt Jonas für die Erlaubnis zur Verwendung seiner Tonaufnahmen sowie beiden für die Unterstützung und den tollen Tag in und um Mingerode!