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BNG Vortrag 15.09.26: Lutz Schöne – Polnisches Münzwesen im 17. Jahrhundert

Bayerische Numismatische Gesellschaft

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BNG Vortrag 15.09.26: Lutz Schöne – Polnisches Münzwesen im 17. Jahrhundert

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Bayerische Numismatische Gesellschaft
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Vortrag von Lutz Schöne bei der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft, München, 15. September 2026. „Wenn ich mir vorstelle, dass da vor drei, vier, fünfhundert Jahren jemand das mit Schwung auf den Tresen geworfen hat und sagt: Ein Bier nehme ich noch.“ Für Lutz Schöne sind Münzen Geschichte zum Anfassen. Der Sammler mit Schwerpunkt Brandenburg-Preußen und Mitglied der Frankfurter Numismatischen Gesellschaft nimmt uns mit ins Polen-Litauen des 17. Jahrhunderts, ein Reich, das damals bis Kiew und ins Baltikum reichte. Um 1600 war das polnische Münzsystem ausgesprochen vielgestaltig: Dukaten und Taler, Orte, Sechs- und Dreigröscher, Groschen, Schillinge und Denare. Dazu kamen eigene Prägungen in Danzig, Riga und im Herzogtum Preußen, und litauische Münzen enthielten rund 20 Prozent mehr Silber als die polnischen. Dann führte Sigismund III. Wasa, zugleich König von Polen und von Schweden, nach seiner Absetzung in Stockholm Polen in einen jahrzehntelangen Krieg mit Schweden. Die Folgen lassen sich an den Münzen ablesen: • Der Ort sank vom Vierteltaler mit rund 6 Gramm Silber zum Fünfteltaler und schließlich zum 18-Gröscher. • Der Sechsgröscher verlor in 30 Jahren mehr als die Hälfte seines Wertes, der Schilling enthielt am Ende praktisch kein Silber mehr. • Um 1627/28 kam die Prägung in Polen ganz zum Erliegen. Erst deshalb konnte Gustav II. Adolf in den Dreißigjährigen Krieg eingreifen. • Der Herzog von Preußen ließ absichtlich schlechte Dreipölker prägen, damit Polen die preußischen Münzen verbot. So konnte er die polnischen Münzen seinerseits verbieten und sich vom Verfall abkoppeln. • Schweden führte unter Johann II. Kasimir einen Wirtschaftskrieg mit Hunderten Millionen minderwertiger Schillinge aus Riga. • Ein XXX-Gröscher von 1664 verkündet: Den Wert verleiht dieser Münze das Heil des Vaterlandes, welches mehr wert ist als das Metall. Dazu gibt es Geschichten, wie sie nur die Numismatik erzählt: Władysław IV. war zwischendurch auch Zar, belegt durch eine in Moskau geprägte Drahtkopeke. Der Münzmeister Titus Livius Boratini sollte reine Kupferschillinge prägen, prägte vermutlich fast doppelt so viele wie beauftragt, setzte sich ab und tauchte in der Fälscherwerkstatt des Fürsten Istrate im moldauischen Suceava wieder auf. Dort wurden polnische und sogar preußische Schillinge nachgeprägt. Später kehrte er nach Polen zurück und wurde unter Johann III. Sobieski, dem Retter Wiens von 1683, wieder Münzmeister. Mit August dem Starken endet der Vortrag: Nach seiner Wahl 1697 prägte Polen rund 50 Jahre lang keine eigenen Münzen mehr. Hinweis: Gegen Ende des Vortrags ist die Kamera ausgefallen. Ab 35:52 läuft der Vortrag mit Ton und Folien weiter. 150 Jahre BNG: Die Bayerische Numismatische Gesellschaft wurde 1881 gegründet und bereitet ihr 150-jähriges Jubiläum vor. Wer die Feier mitgestalten möchte, meldet sich gerne über unsere neue Website: https://bngev.de Kapitel 00:00 Begrüßung und Hinweise zur Munich Show 02:36 Vorstellung des Referenten 03:54 150 Jahre BNG: Aufruf zur Mitarbeit 04:57 Einführung durch Lutz Schöne 07:17 Das Münzsystem in Polen um 1600 08:38 Polen-Litauen, Preußen und das Baltikum 09:53 Sigismund III. Wasa und der Konflikt mit Schweden 11:22 Groschen und Schillinge Sigismunds III. 12:44 Danzig und der Silbergehalt der Kleinmünzen 14:24 Der Ort: vom Vierteltaler zum Fünfteltaler 15:32 Preußen und der Dreipölker 17:30 Litauen und Riga 18:46 Dreikreuzer für den Handel mit Schlesien 19:59 Der Krieg mit Schweden und das Ende der Prägung 20:49 Karl IX. und Gustav II. Adolf 21:33 Der Wertverlust der polnischen Kleinmünzen 23:22 Schwedische Prägungen in Riga und Elbing 24:26 Władysław IV. und die russische Drahtkopeke 26:43 Johann II. Kasimir und der schwedische Wirtschaftskrieg 27:42 Der Große Kurfürst und die Unabhängigkeit Preußens 28:44 „Das Heil des Vaterlandes“: der XXX-Gröscher 29:49 Titus Livius Boratini und die Kupferschillinge 32:57 Die Fälscherwerkstatt in Suceava 35:17 König Michael 35:52 Johann III. Sobieski und Boratinis Rückkehr 37:32 Schlusswort: August der Starke und das Ende der polnischen Prägung Bayerische Numismatische Gesellschaft e. V., gegründet 1881 Website: https://bngev.de YouTube:    / @bngevde   #Numismatik #Münzen #Polen #Münzgeschichte #BNG