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Die Frequenz, die sie änderten — Warum eine Million Kirchenglocken geschmolzen wurden

Jenseits des Bellens

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Die Frequenz, die sie änderten — Warum eine Million Kirchenglocken geschmolzen wurden

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Jenseits des Bellens
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Die Frequenz, die sie änderten — Warum eine Million Kirchenglocken geschmolzen wurden Eine Stimmgabel in der British Library. Sie gehörte Beethoven. Sie vibriert bei 455,4 Hertz. Nicht bei 440. Jedes moderne Klavier ist auf einen Standard gestimmt, den Beethoven nie benutzte. Die Frequenz, die wir alle geerbt haben, wurde nicht entdeckt. Sie wurde gewählt. Vor der Standardisierung hatte jedes Dorf seinen eigenen Klang. Die Glocken läuteten bei Frequenzen, die auf den Stein der Kathedrale abgestimmt waren. Die Orgel folgte den Glocken. Der Chor folgte der Orgel. Das gesamte Gebäude summte in vereinter Resonanz. Jahrhundertelang. Dann kamen die Regierungen. Frankreich erklärte 1859 per Gesetz eine einzige Frequenz. Verdi forderte 432 Hertz. Ein Jahr später wurde es verworfen. Und dann begannen die Zerstörungen. Über drei Jahrhunderte wurden mindestens 425.000 Kirchenglocken eingeschmolzen. Für Kanonen, für Münzen, für Industrie. Mit der Bronze schmolzen die Frequenzen. Die Gebäude stehen noch. Die akustischen Vasen sind noch in den Wänden eingebettet. Aber niemand füttert sie mehr. Das Instrument ist intakt. Niemand spielt es. Die Frage ist nicht, welche Frequenz richtig ist. Die Frage ist, was verloren ging, als der Klang jedes Ortes durch einen einzigen Ton ersetzt wurde.