Fast wie Postojna? Die Pećina Ledenica in Bosnien
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Fast wie Postojna? Die Pećina Ledenica in Bosnien
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Hinweis: Die Pećina Ledenica ist inzwischen am Eingang verschlossen und derzeit nicht frei zugänglich. Der genaue Grund für die aktuelle Sperre ist mir nicht bekannt; vermutlich stehen Sicherheits- und Schutzgründe im Vordergrund. Bitte respektiert die Sperre und versucht nicht, das Tor zu umgehen oder zu öffnen.
Die Pećina Ledenica liegt nahe der Ortschaft Resanovci, zwischen Bosansko Grahovo und Drvar im Westen von Bosnien und Herzegowina. Die Höhle wurde 1979 als Schauhöhle eröffnet, während des Bosnienkriegs jedoch weitgehend geplündert und beschädigt. Danach nicht mehr touristisch betrieben. Heute erinnern verfallene Treppen, morsche Holzstege und rostige Geländer an ihre Vergangenheit.
In ihrer Blütezeit soll die Ledenica bis zu 150.000 Besucher jährlich empfangen haben. Es gab angelegte Wege, elektrische Beleuchtung, rund 25 Beschäftigte sowie gastronomische Betriebe in der Umgebung. Bereits 1878 schrieb der englische Archäologe A. J. Evans über die Höhle. Professor Lazarević, der sie 1978 genauer untersuchte und zahlreichen Hallen und Formationen Namen gab, soll sie sogar für eine der schönsten Höhlen des ehemaligen Jugoslawiens gehalten haben.
Bislang wurden etwa 700 Meter und rund 13 bis 14 Hallen erforscht. Vermutet wird jedoch, dass sich das gesamte Höhlensystem noch wesentlich weiter fortsetzt und möglicherweise eine Länge von bis zu 20 Kilometern erreicht. Besonders beeindruckend ist der nahezu durchgehende Tropfsteinschmuck mit gewaltigen Säulen, Stalagmiten, Sintervorhängen und mächtigen Fließsinterformationen. Einzelne Stalaktiten sollen bis zu vier Meter lang sein.
Schon im vorderen Bereich erwartete uns eine außergewöhnliche unterirdische Landschaft. Das Gesamtniveau der Postojna-Höhle erreicht die Ledenica für mich nicht ganz, stellenweise kommt ihr Tropfsteinschmuck aber erstaunlich nahe – nur wesentlich wilder, dunkler und ursprünglicher.
Die alten Wege waren teilweise noch begehbar, durften jedoch keinesfalls als sicher oder zuverlässig angesehen werden. Besonders auf den morschen, rutschigen Holzpfaden und alten Treppen war äußerste Vorsicht erforderlich.
In der ersten großen Halle haben wir auch die Höhlenluft gemessen. Die CO₂-Konzentration lag stabil bei rund 2.100 ppm, der Sauerstoffgehalt bei 20,2 Vol.-%. Der CO₂-Wert war gegenüber der Außenluft bereits deutlich erhöht, aber noch nicht akut gefährlich. Er lag unter dem 8-Stunden Arbeitsplatzgrenzwert von 5.000 ppm – in Höhlen sollte die Situation jedoch konservativer bewertet werden, besonders wenn der weitere Verlauf tiefer, enger und unbekannt ist.
Aus anderen Befahrungsaufnahmen wusste ich, dass sich weiter unten noch weiterer beeindruckender Tropfsteinschmuck befindet. An einer schmaleren, tiefer führenden Passage beschlossen wir jedoch umzudrehen. In einer Höhle wird eine solche Entscheidung ohne Diskussion respektiert.
Wir haben somit vermutlich nur einen Teil der Ledenica gesehen. Trotzdem war bereits dieser Abschnitt ein außergewöhnliches Erlebnis und bot mehr als genug eindrucksvolle Aufnahmen.
Das Video zeigt keine vollständige Befahrung und keine Anleitung. Alte Wege, Treppen und Geländer können jederzeit nachgeben. Höhlen sollten nur mit geeigneter Ausrüstung, ausreichend Licht, guter Vorbereitung und niemals unter Zeitdruck besucht werden.
Bitte behandelt Höhlen und ihre empfindlichen Formationen mit größtem Respekt: nichts berühren, beschädigen oder mitnehmen und keine Spuren hinterlassen. 🔦🦇
Quellen:
Infos: https://go-bosnia.com/de/entitet/peci...
Lesbare Höhlenplan: https://voodoofr.wixsite.com/freeride...