AUS - ENDE - VORBEI mit dem SCHÖNEN WOHNMOBIL 🥺 Jeanne hilft VERKAUFEN für Jutta + Michi
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Wenn man das markante Expeditionsmobil von Jutta und Michi zum ersten Mal erblickt, drängt sich unweigerlich der Vergleich mit einem Fahrzeug aus einer längst vergangenen Ära auf, was Michi humorvoll mit dem Kommentar quittiert, das Auto könnte durchaus von Fred Feuerstein persönlich stammen. Doch hinter der robusten Fassade des Baujahrs 1977 verbirgt sich weit mehr als nur Nostalgie, denn für das Paar markiert dieses technische Unikat den mutigen Neustart in einen Lebensabend, der so gar nichts mit dem herkömmlichen Ruhestand gemein hat, wobei die Geschichte ihrer Reisen eindrucksvoll beweist, dass das „richtige Leben“ für sie erst mit dem Ende der Berufstätigkeit begann. Ursprünglich als Fahrzeug des Katastrophenschutzes konzipiert, wurde der Lastwagen von der Hamburger Fachfirma Löf in ein hochfunktionales Expeditionsmobil verwandelt, wobei Jutta als ehemalige Schauwerbegestalterin bei H&M ihren professionellen Blick für Ästhetik und Ordnung einbrachte. Für sie war die Gestaltung der Verkaufsräume stets die Visitenkarte der Filiale, und diesen Anspruch an Präzision und Sauberkeit übertrug sie konsequent auf das Leben im Truck, was sich unter anderem in dem speziellen Wandstoff widerspiegelt, der so robust ist, dass selbst die Rückstände einer explodierenden Coladose, die sich durch Hitze und Erschütterungen im Innenraum verteilte, mühelos mit einem nassen Lappen entfernt werden konnten.
Die technischen Eckdaten des Fahrzeugs lesen sich beeindruckend, wenngleich Michi die Motorleistung von 192 PS scherzhaft als „Rakete“ bezeichnet, wohlwissend, dass bei einem gewaltigen Hubraum von 9,5 Litern zwar enorme Kraftreserven für schwieriges Gelände vorhanden sind, auf der Autobahn jedoch kaum eine Beschleunigung stattfindet, die einen in die Sitze drückt. Diese Unverwüstlichkeit wurde auf ihrer dreimonatigen Reise durch Marokko auf eine harte Probe gestellt, als sie gemeinsam mit einem befreundeten Pärchen aus München entlang der algerischen Grenze bis kurz vor Tan-Tan vordrangen. Besonders eine Passage im tiefen, fast mehlartigen Sand blieb in Erinnerung, als Michi beim Aussteigen sofort bis über die Knöchel versank und Jutta im Fahrerhaus bereits das Ende der Reise befürchtete, bevor sich der Wagen unter einer gigantischen Staubwolke und mit wankenden Bewegungen doch noch aus der misslichen Lage befreite – eine Szene, die sie auf Video festhielten und seither sicher fünftausend Mal voller Stolz angesehen haben. Doch der marokkanische Alltag forderte auch improvisatorisches Geschick, etwa als die Lichtmaschine zweimal brach und schließlich in einer lokalen Werkstatt geschweißt werden musste, wobei sie fortan nur noch durch einen pragmatisch verzurrten Spanngurt an ihrem Platz gehalten wurde, was das Fahrzeug jedoch sicher durch die restliche Etappe brachte.
Das Leben auf engem Raum erfordert eine ausgeklügelte Organisation, insbesondere mit der zehnjährigen Hündin Pauline, für die im Fahrerhaus mit Ventilatoren und speziellen Schattenvorhängen für die Windschutzscheibe ein erträglicher Rückzugsort geschaffen wurde. Dass die Pisten Marokkos ihre eigenen Gesetze schreiben, erfuhren sie schmerzhaft, als nach einer harten Etappe der gesamte Inhalt der Kleiderschränke wie nach einem Bombeneinschlag im Wohnraum verteilt lag, was dazu führte, dass die Schrankgriffe fortan während der Fahrt mit Kabelbindern gesichert wurden. In der Küche sorgt ein beidseitig schwenkbarer Kühlschrank für Komfort, wobei das Paar im Sommer kurzerhand das Eisfach entfernt, um mehr Stauraum für Lebensmittel oder eine Flasche Ouzo zu schaffen, während eine moderne Klesana-Toilette, die für Duschgänge platzsparend in einen Schrank geschoben werden kann, den autarken Luxus komplettiert. Liebevolle Details wie ein seltener Hutschlumpf an der Front, ein in der Wüste gefundenes Kamelbein auf dem Dach und eine massive Einstiegstreppe aus Bundeswehrbeständen verleihen dem Fahrzeug eine unverwechselbare Seele.
Während ihres Aufenthalts in der Wüste erlebten sie eine Stille, die so absolut ist, dass sie kaum in Worte zu fassen bleibt, und genossen Nächte unter einem Sternenhimmel, der aufgrund der südlichen Hemisphäre und der fehlenden Lichtverschmutzung eine völlig neue Perspektive auf das Universum eröffnete. In diesen Momenten der Abgeschiedenheit, in denen sie gelegentlich von wilden Hunden am Strand besucht wurden oder die respektvolle Zurückhaltung während des Ramadan wahrten, indem sie nicht öffentlich aßen oder tranken, festigte sich ihr Entschluss zur totalen Freiheit. Über die App Polarsteps hielten sie Kontakt zur Außenwelt und stellten dabei erstaunt fest, dass selbst im tiefsten Nirgendwo oft eine bessere Mobilfunkabdeckung herrschte als in heimischen Gefilden.