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Beim Holzsuchen fand eine Witwe eine Tür im Felsen – dann kam der härteste Winter seit 40 Jahren

Geschichten aus alter Zeit и ещё 2

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Beim Holzsuchen fand eine Witwe eine Tür im Felsen – dann kam der härteste Winter seit 40 Jahren

1 981 просмотр · 13 ч назад
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Jeden Abend zählt Katharina Kranz ihr Geld auf dem Tisch, und jeden Abend sind es nur ein paar Münzen: elf Mark und siebzig Pfennig. Danach streicht sie mit dem Daumen über den Hirschhorngriff des Messers, das einmal ihrem Mann Matthias gehörte, und steckt es zurück in die Schürze. Es ist alles, was ihr von ihm geblieben ist, und sie lässt es nie aus der Tasche. Mehr hängt an diesem kleinen Ritual, als es zunächst scheint. Im Frühjahr starb Matthias, ein stiller Zimmermann, der Holz lesen konnte wie andere Leute einen Brief. Seine Familie reiste am selben Abend wieder ab, das Haus gehörte dem Gut, und der Verwalter schickte Katharina im Sommer hinauf in eine verlassene Köhlerhütte am Rabenfelsen. Im Dorf Rabenscheid hatte man bald einen spöttischen Namen für sie, und im Laden bekam sie keinen Pfennig Nachlass. Sie antwortete nie darauf. Sie nickte höflich, nahm ihr Salz und ging hinaus, während hinter ihr das Lachen auf der Straße blieb. An einem frostigen Septembermorgen geht sie mit einem Weidenkorb auf dem Rücken in den Schatten des Rabenfelsens, um Holz zu suchen. Unter einem Vorhang aus altem Efeu entdeckt sie etwas, das dort seit Ewigkeiten verborgen liegt: eine kleine Tür aus Eichenholz im schwarzen Basalt, und im Schloss steckt ein Schlüssel, der aussieht wie eine Wurzel. Katharina bleibt lange still davor stehen, die rissigen Hände noch kalt vom Moos. Was hinter dieser Tür liegt und was der härteste Winter seit vierzig Jahren für Rabenscheid bereithält, erzählt diese Geschichte in aller Ruhe. Setz dich bequem hin, leg ein Scheit ins Feuer und hör zu. Diese Geschichte ist frei erfunden, und jede Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Personen oder echten Ereignissen wäre reiner Zufall.