WARUM MERCEDES' INGENIEURE NICHT ERKLÄREN KONNTEN, WIE VWS 1.9 TDI EINE HALBE MILLION KM HIELT
Motorenrätsel
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WARUM MERCEDES' INGENIEURE NICHT ERKLÄREN KONNTEN, WIE VWS 1.9 TDI EINE HALBE MILLION KM HIELT
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Im Frühjahr 1996 beschreibt der Forschungsdirektor von Daimler-Benz ein Ziel: einen Motor, der ein ganzes Autoleben lang ohne Ölwechsel läuft. Im Juli melden vier Ingenieure des Konzerns dafür ein Patent an. Zur selben Zeit rollt aus Salzgitter ein Diesel mit Graugussblock, Verteilerpumpe und ganz gewöhnlichen Ölwechseln vom Band. Ein Passat mit genau diesem Motor fährt später über eine Million Kilometer.
Wie passt das zusammen? Mercedes war die Marke des langlebigen Diesels. Der OM 617 galt als fast unzerstörbar, die Ingenieure bei Mercedes wussten genau, woher Haltbarkeit kommt: wenig Druck, viel Material, einfache Technik. Und trotzdem wurde ausgerechnet ein Motor aus dem Volkswagen-Konzern zur Legende der Laufleistung.
In diesem Video gehen wir der Frage auf Dokumenten nach, nicht auf Stammtischwissen. Wir starten bei der Vorkammer, mit der Mercedes seit dem 260 D von 1936 seine Diesel leise und schonend machte, und bei der Steuertabelle, die dem OM 617 Ende der Siebziger dickere Zylinderwände bescherte. Dann geht es zu Audi, wo ein junger Ingenieur namens Richard Bauder 1976 mit der Suche nach dem sparsamsten Verbrennungsmotor beginnt, unter der Leitung von Ferdinand Piëch. Ein unscheinbares Bauteil mit zwei Federn macht die harte Direkteinspritzung erträglich. Im Oktober 1991 startet in Salzgitter die Serie des Vierzylinders mit 1,9 Litern, zuerst im Audi 80, zum Bedauern der VW-Leute.
Wir schauen in die Schulungsunterlagen der Werkstätten, rechnen PS pro Liter gegen den OM 611 aus dem C 220 CDI und zeigen, warum Mercedes den Erfolg des TDI nicht einfach nachbauen konnte, obwohl man bei Mercedes jedes Prinzip dahinter kannten. Wir öffnen auch die Reparaturliste des Rekord-Passats: vier Turbolader, zwei Automatikgetriebe, ein neuer Zylinderkopf. Wir sehen uns an, warum Pumpe-Düse-Elemente sich in Aluminiumköpfe einarbeiteten, warum Volkswagen 2005 seinen Sonderweg aufgab und welche Zahl der Konzern selbst als Lebensdauer seiner TDI nennt.
Zum Schluss steht eine Frage, die bis heute niemand beantwortet hat. Und eine Legende, die sich in Foren und Werkstätten hartnäckig hält, bekommt eine Korrektur aus den Quellen.
Ein ruhiger Blick auf zwei Wege zum gleichen Ziel: Mercedes mit Hochdruck, Elektronik und Common Rail, Volkswagen mit einem einfachen Block, der zwanzig Jahre lang weiterentwickelt statt ersetzt wurde. Beide Seiten waren kompetent, beide hatten ihre Gründe.
Wenn du selbst einen 1.9 TDI gefahren bist oder noch fährst: Schreib in die Kommentare, wie viele Kilometer er auf der Uhr hat und was bei dir getauscht wurde. Und wenn dich solche Duelle der Motorenbauer interessieren, abonniere den Kanal, damit du die nächste Geschichte nicht verpasst.