WIE ADOLF KLINGELNBERG EIN FREMDES PATENT KAUFTE UND DAMIT DIE AUTOWELT AUSRÜSTETE
Die Zweite Reihe
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WIE ADOLF KLINGELNBERG EIN FREMDES PATENT KAUFTE UND DAMIT DIE AUTOWELT AUSRÜSTETE
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Anfang der zwanziger Jahre unterschreibt in einer Werkstatt im Bergischen Land ein Kaufmann einen Vertrag über Patente für ein Bauteil, das seine Firma nie gebaut hat. Er hat keinen Ingenieur im Haus, der es könnte. Er hat keine Maschine, auf der es entstehen könnte. Er hat eine Ahnung und ein Werkzeuggeschäft, das Maschinenmesser und Kreissägen verkauft. Aus dieser einen Wette wird am Ende das Maß dafür, wann ein Zahnrad richtig ist.
Dieses Video erzählt die Geschichte von Klingelnberg, und sie verläuft ganz anders, als man es von einem deutschen Maschinenbauer erwartet. Sie beginnt 1863 in Remscheid, in einem schieferbeschlagenen Haus am Birgderkamp, mit einer Firma, in deren Namen eine Witwe stand. Sie führt über einen Stahlhändler, der zu früh stirbt, und über ein Geschäft, das danach aus genau einem Menschen besteht. Und sie bekommt ihre Richtung erst durch einen Mann, der nie eine technische Hochschule besucht hat: Adolf Klingelnberg, geboren 1880, kaufmännische Lehre in einem Remscheider Exporthaus, jahrelang mit dem Musterkoffer unterwegs.
Warum greift ausgerechnet ein Händler nach der unangenehmsten Geometrie, die der Maschinenbau zu bieten hat? Ein Kegelrad überträgt Kraft um die Ecke. Seine Zähne sitzen auf einer Kegelfläche, sie sind an jeder Stelle ihrer Länge ein anderer Zahn, und zwei solche Räder berühren sich nie gleichmäßig, sondern in einem Fleck, der wandert. Man sieht einem Kegelradzahn nicht an, ob er stimmt. Man hört es erst, wenn das Getriebe schon im Fahrzeug steckt.
Im Video gehen wir Schritt für Schritt durch die Entscheidungen, die daraus ein Weltunternehmen gemacht haben: der Schritt vom Handel zur eigenen Fertigung 1908, der Umzug nach Hückeswagen 1916, der Kauf der Schicht-Preis-Patente 1922 und die erste eigene Kegelrad-Wälzfräsmaschine 1923, deren Fräskopf sich auf verschiedene Kegelwinkel einstellen ließ. Eine Maschine statt eines ganzen Satzes von Maschinen. Es klingt wie eine Fußnote für Techniker und war das kommerzielle Herz der ganzen Sache.
Der eigentliche Durchbruch kommt aber erst später, und er ist der Grund für den Titel dieses Videos. Entscheidend war nicht das Fräsen, sondern das Messen: 1935 stellt Klingelnberg die erste Universal-Zahnradprüfmaschine nach dem Pendelsystem vor. Wer messen kann, legt fest, was richtig ist, und steht damit auch in den Werken seiner Konkurrenten. Aus einer technischen Lösung wird eine Industrie, aus einem Messerbetrieb ein Haus mit über 200 erteilten Patenten, mit den Marken Klingelnberg, Oerlikon und Höfler, mit Fertigung in Hückeswagen und Ettlingen und Büros von Japan bis Mexiko.
Dazu gehört auch, was die Quellen nicht einheitlich beantworten: wer die Gruppe heute wirklich führt. Wir sagen im Video offen, wo sich die Angaben widersprechen und worin sie übereinstimmen.
Wenn du wissen willst, wie aus einem Nachlass, zwei Witwen und einem Musterkoffer der Maßstab für die Zahnräder der Welt wurde, bleib bis zum Ende dran. Abonniere den Kanal für weitere Firmengeschichten aus Metallbearbeitung und Werkzeugmaschinenbau, lass ein Like da, wenn dir die Folge gefallen hat, und schreib in die Kommentare, welche Firma wir uns als nächstes ansehen sollen.