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Durch das romantische Höllental in Oberfranken und Geschichte der Eisenbahn

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Durch das romantische Höllental in Oberfranken und Geschichte der Eisenbahn

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5.6.2021 Wanderung durch das wildromantische Höllental in Oberfranken zwischen Hölle und Blechschmidtenhammer Mit Blick auf die Bedeutung des Tales für den Eisenbahnverkehr von 1886 bis heute. Liebe Modellbahnfreunde und Eisenbahnromantiker, Heute berichte ich von meiner Wanderung durch das knapp 4 km lange wildromantische Höllental in Oberfranken nahe der Thüringer Grenze zwischen Lichtenberg und Hölle. Es handelt sich hierbei im Landkreis Hof um das größte Naturschutzgebiet und wird von der EU als besonders schützenswertes Habitat für Tiere und Pflanzen ausgewiesen. Dieses markante Tal mit dem geschlängelten Flusslauf der Selbitz, seinen beeindruckenden Felswänden, Holz-und Eisenbahnbrücken und gut erhaltenen Gebäuden bietet hervorragende Vorlagen für den Modellbahner. Vor gut 120 Jahren fuhr hier 1901 die erste Zug zwischen Marxgrün und Blankenstein auf der 6 km langen Strecke durch das Höllental und bildete damit den Lückenschluss der damals königlichen Bahnen zwischen Thüringen und Bayern. Mit dem Güterverkehr entwickelte sich auch der Personenverkehr nach Thüringen an die Saaletalsperren aber auch umgekehrt in das Staatsbad Bad Steben. Mit Ende des Krieges im April 1945 und der Grenzziehung kam der Schienenverkehr zwischen Thüringen und Bayern wieder zum Erliegen. Und in den 80er Jahren, wenige Jahre vor der Grenzöffnung wurden die Gleise gänzlich entfernt. Lediglich das Bahnhofgebäude in „Blechschmidtenhammer“ wurde als Infozentrum für den Naturpark Frankenwald und als Ausgangspunkt für Wanderungen ins Höllental erhalten. Seit einigen Jahren gibt es neue Bestrebungen, die Höllentalbahn wieder zu reaktivieren und den Güterverkehr aber auch den Personenverkehr wieder auf die Schiene durch das naturgeschützte Tal zu bringen. Dies hätte allerdings weitreichende Eingriffe in das Naturschutzgebiet zur Folge. So dass sich vor allem der Bund Naturschutz gegen die Reaktivierung der Bahnstrecke durch das Höllental ausspricht. Aber auch die Befürworter der Initiative „Höllennetz“ haben gute Gründe den fehlenden Schienenabschnitt zwischen Thüringen und Bayern wieder in Betrieb zu nehmen. Den Güterverkehr vor allem von Holz vom LKW auf die Schiene zu verlagern und dabei CO2 zu sparen ist ein wesentliches Argument. Aber auch mit einem Nahverkehr wieder Touristen und Gäste in die Region zu bringen, ist hierbei ein Thema. Allerdings sieht der Bund hier keinen Handlungsbedarf, da einfach zu wenig Fahrgäste zu erwarten sind. Von Blechschmidtenhammer wandern wir zunächst an der Selbitzmühle vorbei in das beeindruckende und abwechslungsreiche Tal. Gleich zu Beginn unseres Wanderweges treffen wir dabei auf zwei Blindschleichen, die sich in der Sonne aufwärmen. Ein Anblick, den ich so lange nicht mehr gesehen habe und der erahnen lässt wie wohl sich heimische Tierarten in diesem Gebiet fühlen. Weiter geht in Richtung Hölle. Dabei blicken wir aus dem Tal hinauf auf den gegenüberliegenden Hirschsprung. In 75 m Höhe setzt der lebensgroße hölzerne Hirsch von Julian Bittermann zum Sprung in die Tiefe an. Am Jungfernsteg, einer stabilen, überdachten Holzbrücke wechseln wir über die Selbitz und verlassen den bequemen Weg im Tal und wandern von hier aus auf dem Röhrensteig weiter. Unter uns liegen zum Teil 1,70 breite Rohre, die das Wasser zum Antrieb von Turbinen im Wasserkraftwerk leiten. Die Aufgabe des Wasserturms war es dabei bei Abschaltung der Turbinen den enormen Wasserdruck aus den Rohrleitungen auszugleichen. Kein anderer als der Teufel schuf einer Sage zufolge mit einem mächtigen Huftritt die Schlucht des Höllentals. In Wirklichkeit ist es aber die Selbitz, die sich in vielen millionen Jahren immer tiefer in das vulkanische Diabasgestein grub. Mächtige Felsblöcke säumen das Tal. In der Vergangenheit galt das tiefe Tal für viele Menschen und selbst für die Einheimischen als unheimlich und furchteinflösend mit seinen mächtigen und steilen Felswänden. Vor allem der Bergbau, Holz und die Nutzung der Wasserkraft bestimmten das Leben der Menschen im Tal. Das sieht man heute noch an den alten Steinbrüchen, Brücken und Wasserkraftanlagen die entlang der Selbitz gebaut wurden. In Hölle angekommen begegnen wir dann doch noch dem Teufel allerdings in Form einer 3 m hohen in Holz geschnitzten Gestalt. Und wir besuchen die Quelle des Höllensprudels, um vom eisenhaltigen und mit Naturkohlensäure Quellwasser zu trinken. Auf dem Rückweg haben wir noch einmal einen beeindruckenden Blick auf die Teufelsbrücke aber auch von der Brücke auf den steinigen Wasserlauf der Selbitz, der mit riesigen Gesteinsblöcken gefüttert ist. Eine Eisenbahnbrücke mit großen Bögen, die aus dem Diabasgestein des Tales errichtet wurden und nun mit Bäumen und Sträuchern bewachsen sind lassen das romantische Eisenbahnerherz höher schlagen. Und auch die Architektur, Gliederung und Farbgebung des gelben Wasserkraftwerkes mit seinen grünen Fensterläden könnten ein fantastisches Bild im Miniaturformat auf der Modellbahnanlage abgeben.