Mario Adorfs letztes Interview vor seinem Tod: Die Wahrheit über seine Kindheit, seine Tochter und
DIE FACKEL DER WELT🌎
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Bemerkenswert offen sprach Adorf auch über sein Privatleben. Über seine Frau Monique erzählte er, dass die Beziehung nach einem langen Hin und Her schließlich in eine dauerhafte Verbindung mündete. Jahrzehntelang begleitete sie ihn zu Dreharbeiten und blieb sein engster Bezugspunkt.
Als im Interview die Frage nach seinem Begräbnis gestellt wurde, fiel die Antwort entsprechend vielsagend aus:
„Der Friedhof in Saint-Tropez ist wunderschön. Direkt am Meer. In Mayen in der Eifel, wo ich aufwuchs, bin ich Ehrenbürger und würde sicher ein Ehrengrab bekommen. Das wäre aber für Monique unpraktisch. München und Paris gäbe es noch. Am Ende wird es wohl Monique entscheiden. Meine Mutter wünschte sich eine Seebestattung. Sie sagte: „Ich will weg sein.“ Das war eine harte, aber konsequente Haltung. Ich hätte sie lieber in einem Grab beerdigt.“ Auch über seine Tochter Stella Maria Adorf, die aus seiner ersten Ehe stammt und in Berlin lebt, sprach er in ungewöhnlich ehrlicher Form. Weil sie nicht bei ihm aufgewachsen sei und sich ihre Eltern früh getrennt hätten, sagte er, er könne nicht behaupten, ein stark ausgeprägtes väterliches Gefühl entwickelt zu haben.
Gleichzeitig betonte er die Nähe, die trotzdem zwischen ihnen bestehe: „Aber wir mögen uns von ganzem Herzen und sind befreundet.“ Der Satz ist typisch für Adorfs Ton in diesem Gespräch: schnörkellos, unpathetisch und gerade dadurch berührend.
Überhaupt wirkt dieses letzte Interview wie das Gespräch eines Mannes, der keine Legende aus sich machen will. Adorf sprach über wenige verbliebene Freunde, über das Gefühl, Freundschaften zu wenig gepflegt zu haben, über seine Arbeit in Deutschland und Italien und auch über die Rollen, die das Publikum besonders mit ihm verband.
Seine Antwort auf die Frage, welchen Titel ein Film über sein Leben tragen müsste, war ebenso trocken wie treffend: „Es hätte schlimmer kommen können.“ Vielleicht ist genau das die Quintessenz dieses letzten großen Gesprächs. Mario Adorf blickte nicht verklärt auf sein Leben zurück, sondern mit einer Haltung, in der Dankbarkeit und Realismus eng beieinanderlagen.
Er sprach über eine schwierige Kindheit, über die Abwesenheit des Vaters, über seine Tochter, seine Ehe, seine politische Sorge und über den Tod, ohne dabei jemals sentimental zu wirken. Nach seinem Tod erscheint dieses Interview deshalb wie ein spätes Selbstporträt – eines Schauspielers, der bis zuletzt genau wusste, wer er war und wie er erinnert werden wollte: nicht als Denkmal, sondern als Mensch mit Geschichte.