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NIS2 in Zeiten von KI – warum reaktive Cyberabwehr ausgedient hat

Hamsterrad Rebell - Cyber Talk

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NIS2 in Zeiten von KI – warum reaktive Cyberabwehr ausgedient hat

45 просмотров · 2 недели назад
Hamsterrad Rebell - Cyber Talk
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Podcast mit Dr. Bernhard Schiemann, Senior Manager für AI und Cyber Security bei der BTC AG Seit dem 6. Dezember 2025 gilt in Deutschland mit dem NIS2-Umsetzungsgesetz ein neues Cybersicherheitsregime – ohne Übergangsfrist. Rund 29.500 Unternehmen stehen unter BSI-Aufsicht, es drohen Bußgelder bis zu 10 Millionen Euro, und Geschäftsführer haften künftig persönlich. Trotzdem hatten sich bis März 2026 erst rund 11.500 Unternehmen tatsächlich registriert – Anspruch und Wirklichkeit klaffen also auseinander. Gleichzeitig verschärft sich die Bedrohungslage rasant: KI-Systeme planen heute eigenständig ganze Angriffszyklen, von der Aufklärung bis zur Bewegung im Netzwerk. Forscher der University of Toronto stellten kürzlich einen selbstreplizierenden KI-Wurm vor, der binnen sieben Tagen 62 Prozent eines Testnetzwerks infizierte – ohne zentrale Steuerung. Active-Directory-Umgebungen lassen sich mittlerweile in unter vier Stunden kompromittieren. Die Kernfrage der heutigen Folge: Ein Gesetz, das auf Meldefristen und nachträglicher Rechenschaft aufbaut, trifft auf eine Bedrohungslage, die sich in Stunden statt Wochen bewegt. Reicht „Reaktion“ da noch aus – oder muss Cyberabwehr neu gedacht werden: proaktiv, automatisiert, KI-gestützt? Darüber spreche ich mit Dr. Bernhard Schiemann, Diplom-Informatiker mit Promotion in Künstlicher Intelligenz. Seit rund 2014 in der Informationssicherheit aktiv – lange bevor „Resilienz“ zum Modewort wurde –, treibt er das Thema seither auch im KRITIS-Umfeld voran. Aktuell ist er Senior Manager für AI und Cyber Security bei der BTC AG. Ihr bietet sowohl NIS2-Schulungen und Readiness-Checks als auch operative Security-Services wie SOC, SIEM und Threat- & Vulnerability-Management an. Wo siehst du die BTC AG in der Kette zwischen „Compliance beraten“ und „tatsächlich verteidigen“ – eher am Anfang, in der Mitte oder über die gesamte Kette hinweg? Wenn ein Unternehmen aus dem Mittelstand oder der Energiewirtschaft mit der BTC AG zusammenarbeiten möchte, um NIS2-Anforderungen und KI-Bedrohungen gemeinsam anzugehen – wie sieht der typische erste Schritt aus? Warum „reaktiv“ nicht mehr reicht Wenn Angreifer in Stunden kompromittieren, NIS2 aber in Tagen und Wochen meldet und dokumentiert – entsteht da nicht ein strukturelles Missverhältnis zwischen Regulierung und Realität? Ist „compliant“ nach NIS2 automatisch gleichbedeutend mit „sicher“ – oder kann ein Unternehmen formal alle Pflichten erfüllen und trotzdem verwundbar bleiben? Proaktive und autonome Verteidigung – was funktioniert wirklich? Was bedeutet „autonome Verteidigung“ konkret – wo hört sinnvolle Automatisierung auf und wo fängt gefährliche Kontrollabgabe an? Was sind aus deiner Sicht die drei wichtigsten technischen Hebel, mit denen ein mittelständisches Unternehmen – nicht nur ein Konzern – heute realistisch proaktiver werden kann? Praxis – konkrete Handlungsempfehlungen Wenn ein IT-Verantwortlicher heute bei null anfängt: Was ist der erste konkrete Schritt – Betroffenheitsprüfung, Registrierung oder Risikoanalyse? Gibt es typische „Quick Wins“, mit denen Unternehmen mit begrenztem Security-Budget innerhalb weniger Wochen spürbar resilienter werden? Welche Rolle spielt die Lieferkette dabei – NIS2 verlangt ja explizit auch Absicherung von Zulieferern und Dienstleistern. Wo brechen Unternehmen hier typischerweise ein?