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Ev. Kirche Sinn (HE) Mittagsläuten | Die Glöckner

Die Glöckner

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Ev. Kirche Sinn (HE) Mittagsläuten | Die Glöckner

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Hallo, die Glöckner Community! Die evangelische Kirche in Sinn blickt auf eine bewegte Glockengeschichte zurück, die eng mit den Ereignissen des 20. Jahrhunderts verknüpft ist. Die Kirche wurde 1900/01 nach den Plänen des Architekten Ludwig Hofmann als neugotischer Bruchsteinbau errichtet. Sie steht auf einer Höhenlage von ca. 208 m ü. NHN und ist durch ihren achteckigen Spitzhelm Turm weithin sichtbar. Die Orgel, errichtet 1901 von der Orgelbauwerkstätte Friedrich Weigle Orgelbau in Stuttgart, verfügt über zehn Register auf zwei Manualen und Pedal und wurde gleich zur Kirchweihe eingebaut. Bereits im Jahr 1901 goss die traditionsreiche Glockengießerei Rincker aus Sinn das erste Vierergeläut zur Einweihung der neuen Kirche. Es erklang in den Tönen fes’, ges’, as’ und ces’'. Die Glocken trugen Widmungen aus der Gemeinde und wogen 294 kg, 500 kg, 519 kg und 999 kg. Im Ersten Weltkrieg mussten 1917 die beiden mittleren Glocken (ges’ und as’) als Metallspende abgeliefert werden. Dank einer Spendenaktion der Sinner Bevölkerung konnten sie 1925 in denselben Tönen wieder neu gegossen werden, sodass das ursprüngliche Geläut erneut vollständig erklang. Doch auch der Zweite Weltkrieg verschonte die Glocken nicht. 1942 wurden erneut drei der vier Glocken eingezogen, wobei nur die kleinste erhalten blieb. Nach Kriegsende ermöglichte die tatkräftige Mithilfe der Firma Haas & Sohn und die Unterstützung der Gemeinde, dass die Gießerei Rincker im Jahr 1948 ein neues Vierergeläut schuf. Dabei wurde die Tonfolge geändert: Das neue Geläut erklang nun in den Tönen es’, ges’, as’ und b’. Die kleinste Glocke stammte zunächst noch aus dem alten Bestand (ces’'), passte jedoch tonlich nicht ideal zum neuen Ensemble. Daher wurde sie 1958 ebenfalls von Rincker neu gegossen, diesmal mit dem Ton b’, wodurch das heutige Geläut vollendet wurde. Diese Tonfolge von es’, ges’, as’, b’ wird auch als erweitertes „Te Deum“ Motiv bezeichnet und bildet ein harmonisches Klangbild, das perfekt mit den Geläuten der katholischen Kirche und des Waldfriedhofs in Sinn zusammenspielt. Somit erklingt heute in Sinn ein Vierergeläut, das sowohl Symbol des Wiederaufbaus nach den Kriegsjahren als auch Ausdruck der tiefen Verbundenheit der Gemeinde mit ihrer Geschichte ist. EG+ 37, Möge die Straße, gespielt von Jonas Müller auf der Friedrich Weigle Orgel aus 1901 in Sinn. Videoabschnitte: 00:00 - Bilder der Kirche und EG+ 37 00:48 - Mittagsläuten 03:06 - Mittagsläuten mit Glockeninfos 04:08 - Mittagsläuten 07:22 - Outro