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Die ersten 2 Jahre nach der Rente sind die gefährlichsten. Ich zeige dir, warum

Prof. Dr. Oliver Pott

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Die ersten 2 Jahre nach der Rente sind die gefährlichsten. Ich zeige dir, warum

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Prof. Dr. Oliver Pott
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Die ersten zwei Jahre nach der Rente sollen die gefährlichsten sein – nicht für dein Konto, sondern für dich. Mythos oder messbar? Zwei Studien geben die Antwort: In den USA steigt die Sterblichkeit der Männer unmittelbar nach dem 62. Geburtstag, ab dem sie die Rente beantragen können, um rund 2 Prozent. In Österreich erhöht jedes Jahr früherer Ruhestand bei Männern das Risiko, vorzeitig zu sterben, um 2,4 Prozentpunkte – rund 13 Prozent mehr; fast vier Fünftel davon erklären Herzinfarkt, Alkohol und Verkehrsunfälle. Bei Frauen: kein Effekt. Dazu die drei Gründe: der Druck fällt weg, während der Körper um die 60 einen Alterungsschub durchläuft; die Zeit – ab 70 im Schnitt 343 Minuten Fernsehen am Tag; und die Identität, die mit dem letzten Arbeitstag verschwindet. Die Gegenrechnung gehört dazu: In Norwegen hatte eine niedrigere Altersgrenze keinen Effekt auf die Sterblichkeit. Nicht der Rentenbeginn ist das Risiko, sondern der ungeplante Rentenbeginn. Am Ende ein Selbsttest: Was tust du in der ersten Woche nach deinem letzten Arbeitstag, Montag bis Freitag, 9 bis 17 Uhr? Einordnung „Die ersten zwei Jahre“ ist die Zuspitzung des Titels: Die Studien messen die Sterblichkeit unmittelbar nach dem Rentenbeginn, nicht exakt über zwei Jahre. Kausal belegt ist der Effekt nur für Männer (USA, Österreich); bei Frauen ist er kleiner oder nicht vorhanden, in Norwegen gab es keinen Effekt. „Plus 2 Prozent“ ist relativ: Von 100 Männern, die in dem Jahr gestorben wären, sind es 102. Die österreichischen Daten betreffen Arbeiter der Jahrgänge 1929 bis 1941, keine heutigen Bürojobs; die Todesursachen gelten für diese Gruppe. Die US-Zahlen stammen aus einem Land ohne Krankenversicherung für alle. Wer krank ist und deshalb früher geht, lebt kürzer – wegen der Krankheit, nicht wegen der Rente. Das Zeitbudget „zwei bis drei Stunden im Beruf, vierzehn im Ruhestand“ ist eine Illustration. Hinweis: Bei den 50- bis 69-Jährigen sage ich im Video „264 Stunden“ – gemeint sind 264 Minuten Fernsehen am Tag, wie auf der Tafel. Quellen: Fitzpatrick/Moore, Journal of Public Economics 2018 (NBER WP 24127): Sterblichkeit von Männern in den USA nach Rentenbeginn mit 62 rund +2 % — https://www.nber.org/papers/w24127 (Stand 2018) Kuhn/Wuellrich/Zweimüller, Fatal Attraction? (IZA/CEPR): früherer Ruhestand in Österreich +2,4 Prozentpunkte (rund +13 %) vorzeitige Sterblichkeit bei Männern — https://cepr.org/voxeu/columns/fatal-... (Stand 2010) Hernaes u. a., Journal of Health Economics 2013: Norwegen, kein Effekt der Altersgrenze auf die Sterblichkeit — https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23542... Stanford Medicine / Nature Aging 14.08.2024: Alterungsschübe Mitte 40 und um 60 — https://med.stanford.edu/news/all-new... Media Perspektiven 17/2025 (AGF 2024): Sehdauer ab 70: 343 Min./Tag, 50–69: 264 Min. — https://www.media-perspektiven.de (Stand 06/2025) Destatis Sterbetafel 2023/2025 (Restlebenserwartung 65: Mann 18,0, Frau 21,1 Jahre) — https://www.destatis.de (Stand 07/2026); RKI/Eurostat Healthy Life Years ab 65: 9,0 / 10,2 Jahre Ich beurteile alle Inhalte ausschließlich mit dem Blickwinkel der Wirtschaftswissenschaft und führe Modellrechnungen durch. Keine Gewähr, keine Haftung für alle Angaben in meinen Videos. Ich gebe keine Anlage- Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Einzelfall sollte individuell von einem Fachexperten begleitet und durchgerechnet werden.