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Richard Wagner Vorspiel zu "Die Meistersänger von Nürnberg"

Hans-Christian Hauser

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Richard Wagner Vorspiel zu "Die Meistersänger von Nürnberg"

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Hans-Christian Hauser
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Festivalkonzert des Isny Opernfestivals 21. Juni 2026 in der Nikolaikirche Isny Leitung Hans-Christian Hauser Die Liste der Musiker sowie ihre Biografien sind im Programmheft des Isny Opernfestivals 2026 zu sehen: https://www.isny-oper.de/ Videoaufnahme: Isny Opernfestival Wilhelm Furtwängler dirigierte 1942 mit den Berliner Philharmonikern in der Werkshalle der AEG in Berlin. Dies ist die wohl eindrücklichste Filmaufnahme von Wagners Meistersinger-Vorspiel : vor riesigen martialischen Hakenkreuz-Flaggen, Hunderte Arbeiter inmitten der schweren Maschinen der Werkshalle; die Kamera immer wieder deren ernste und aufmerksame Gesichter in Nahaufnahme festhaltend. Ein betroffen machendes Bild: es war bereits mitten im Krieg - und gleichzeitig mitten in der Hauptphase des unglaublichen Zivilisationsbruchs der Shoah, der millionenfachen Ermordung von Juden und anderer als missliebig definierter Menschen. Wilhelm Furtwängler stellt keine Parteitagsbegeisterung zur Schau. Er konzentriert sich ganz auf die Musik, wie ein Diener der Musik, seine eigene Person ganz zurücknehmend. Und genau so wenig lassen die Arbeiter in der Werkhalle irgendetwas spüren von der fanatischen Nazi-Begeisterung, die in Deutschland herrschte. Sie tragen Arbeiterkleidung oder, wegen des feierlichen Auftritts des großen Dirigenten: gute Anzüge. Was diese Menschen denken mochten? Wie bewusst war ihnen das Verbrechen, das ihr Land - und damit auch sie - auf sich luden? Wir können es heute schwer ermessen und beurteilen. Was die Musik betrifft: Nach dem chromatischen „Nocturne“ des Tristan schrieb Wagner in Gestalt der Meistersinger von Nürnberg ein gleißend helles diatonisches „Tagstück“ in C-Dur. Die Meistersinger sind so gesehen als kontrastierendes „Gegenstück“ zum Tristan konzipiert. Die Tristan-Harmonik indes ist in den Meistersingern nicht einfach ausgelöscht, sondern sozusagen nur eingekapselt und aufgehoben in einer diatonischen Außenhülle, um vor allem im dritten Akt der Oper, in welchem Wagner den autobiographisch gezeichneten „entsagenden“ Hans Sachs in den Vordergrund rückt, wieder offen hervorzubrechen. Kennzeichnend für die Musik des Tristan wie auch der Meistersinger ist Wagners subtil und unaufdringlich gewordene Handhabung der Leitmotivtechnik sowie eine gegenüber den bis dato entstandenen Werken enorm gesteigerte polyphone Ausarbeitung des Tonsatzes: Tatsächlich sei Wagner, so urteilte Gustav Mahler, „wirklich polyphon“ nur im Tristan und in den Meistersingern. Das prachtvolle Vorspiel der Oper kann - isoliert, als Konzertstück - aufgeführt werden. Seine Tempobezeichung lautet: "Sehr mäßig bewegt". Die Meistersinger, längst als eines der großartigsten Werke Wagners anerkannt, fanden zu Lebzeiten des Komponisten geteilte Aufnahme. Zu den glühenden Verehrern des Werkes gehörte Johannes Brahms, der fand, ein „paar Takte“ der Meistersinger seien „wertvoller als alle Opern, die nachher komponiert worden sind.“ Ganz anders der Wiener Kritiker Eduard Hanslick, der, nachdem er schon den Tristan als „gesungenen und gegeigten Opiumrausch“ gegeißelt hatte, auch an der Musik der Meistersinger kein gutes Haar ließ. Seine Rezension der Wiener Erstaufführung des Werkes vom 27. Februar 1870 bleibt bei aller überzogenen Polemik gleichwohl ein Schlüsseltext zur frühen Meistersinger-Rezeption. Kennzeichnend für das Stück, so Hanslick, sei „das bewußte Auflösen aller festen Form in ein gestaltloses, sinnlich berauschendes Klingen [und] das Ersetzen selbstständiger, gegliederter Melodien durch ein unförmiges vages Melodisieren“. In zutreffender Weise, wenn auch in abwertendem Ton, analysiert Hanslick auch jene Wagnertypische Technik der Abschnittverbindung, die bisweilen als „Permanenter Trugschluss“ bezeichnet wird. Hanslick wörtlich: „Mit ängstlicher Vermeidung jeder abschließenden Kadenz fließt diese knochenlose Ton-Molluske ins Unabsehbare fort. Aus Furcht vor der ‚Gewöhnlichkeit‘ der natürlichen Ganz- oder Halbschlüsse verfällt Wagner einer anderen, gar nicht besseren Pedanterie: er wird nämlich monoton gerade dadurch, dass er regelmäßig, wo das Ohr einen abschließenden Dreiklang erwartet, in einen dissonierenden Akkord einlenkt.“ Im Gegensatz dazu lobten spätere Autoren gerade die formalen Eigenschaften: Eckhard Henscheid bescheinigte dem Werk „dramatische Vollkommenheit und makro- sowohl als mikroarchitektonische Fehlerlosigkeit“. Hans-Christian Hauser (über die Musik: Quelle Wikipedia)