Die Hamletmaschine - Trailer (Staatstheater Augsburg)
Staatstheater Augsburg
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Die Hamletmaschine - Trailer (Staatstheater Augsburg)
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Staatstheater Augsburg
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Schauspiel von Heiner Müller
Regisseurin Lilli-Hannah Hoepner, die zuletzt 2024 in Augsburg »Romeo und Julia« inszenierte, bringt Heiner Müllers derzeit in Deutschland selten gespieltes, radikales Textfragment »Die Hamletmaschine« auf die Bühne. Buchstäblich im Nebel inszeniert, entsteht ein Spiegelspiel zwischen Hamlet und Ophelia, Mann und Frau, Intellektuellem und Revolutionärem.
Heiner Müller, einer der wichtigsten deutschsprachigen Dramatiker, gilt als der vielleicht radikalste Erbe Bertolt Brechts. Und so ist auch sein Text »Die Hamletmaschine« kein gewöhnliches Theaterstück. Denn der Autor arbeitet sich an Shakespeares »Hamlet« ab und zerlegt dieses Drama, bis nur noch 9 Seiten höchst zugespitzter Textfläche übrigbleiben. Eine Handlung im herkömmlichen Sinne ist nicht mehr zu finden, alles bleibt Fragment. Müllers im Jahre 1977 entstandener Text ist vieldeutig und voller Anspielungen und Zitate des historisch-politischen Geschehens, die heute in ihrer Brutalität Assoziationen von großer Aktualität zulassen. Hamlet, bei Shakespeare noch der Prinz von Dänemark, zögernd und zaudernd angesichts der unlösbaren Aufgabe, die ihm gestellt wurde, ist nun nicht länger eine konkrete Figur. Vielmehr ist Hamlet Fragment, Prinzip, Idee – der Intellektuelle im totalitären Staat, der selbst keine Antworten hat und an den Umständen verzweifeln muss. Das Scheitern der Revolution, die Frage nach der Legitimität von Gewalt, der Mensch in der Konsumgesellschaft, das Theater, das sich selbst abschafft – Widersprüche, immer wieder Widersprüche. Antworten hat auch Heiner Müller keine.
Lilli-Hannah Hoepner und das Spielensemble nähern sich dem komplexen Text-Material von einem heutigen Standpunkt aus, erforschen es und kosten es sprachlich aus. Das Theater wird zum qualmenden Maschinenraum, in dem Platz für Uneindeutigkeit und Experiment ist. Zeit ist nicht linear, Raum nicht konkret. Das Publikum wird eingeladen, sich der qualmenden Maschinenhaftigkeit in ihrer Intensität auszusetzen und an einem außergewöhnlichen Theaterexperiment teilzunehmen. Der Bühnenraum wird über weite Strecken von einem besonders dichten, gesundheitlich unbedenklichen Nebel erfüllt sein, der bis in den Zuschauerraum dringt und das Publikum buchstäblich miteinschließt.