Pontifikalamt und Prozession zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi am 04.06.2026 (Fronleichnam)
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Pontifikalamt und Prozession zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi am 04.06.2026 (Fronleichnam)
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Fronleichnam im Kölner Dom: Eucharistie als Quelle der Einheit
DOMRADIO.DE hat das Pontifikalamt zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi sowie die anschließende Fronleichnamsprozession mit Kardinal Rainer Maria Woelki aus dem Kölner Dom übertragen. Musikalisch gestaltet wurde die Feier vom Kölner Domchor und den Sängerinnen des Mädchenchores am Kölner Dom unter der Leitung von Alexander Niehues, Valentin Bauer, Oliver Sperling und Cècilia Bazile. Zudem wirkten die Blechbläser der Kölner Dommusik sowie Domorganist Winfried Bönig mit.
„Von Herzen möge es wieder zu Herzen gehen“
In seiner Predigt stellte Kardinal Woelki das Fronleichnamsfest unter ein Wort Ludwig van Beethovens: „Von Herzen möge es wieder zu Herzen gehen.“ Diesen Satz habe Beethoven seiner „Missa solemnis“ vorangestellt. Für Woelki beschreibt er zugleich das Wesen der Eucharistie: Sie entspringe dem Herzen Christi und wolle das Herz des Menschen erreichen.
Das Geheimnis der Eucharistie lasse sich nicht allein mit Verstand und Augen erfassen. Mit Bezug auf Antoine de Saint-Exupérys „Kleinen Prinzen“ erinnerte Woelki daran, dass das Wesentliche für die Augen unsichtbar bleibe und nur mit dem Herzen erkannt werden könne. So hätten auch die Jünger im Abendmahlssaal erst mit dem Herzen verstanden, was Jesus ihnen in den Zeichen von Brot und Wein schenkt.
Brot und Wein als Zeichen der Hingabe
Der Kardinal fragte nach der Bedeutung der Gaben, die Jesus beim Letzten Abendmahl gewählt hat. Das Brot stehe für alles, was Menschen zum Leben brauchen, während der Wein für Freude, Fülle und Lebensglück stehe. Gott schenke den Menschen nicht nur das Notwendige, sondern auch das, was das Leben reich macht.
Zugleich verwiesen Brot und Wein auf die Hingabe Christi. Das Weizenkorn müsse sterben, um Frucht zu bringen, und die Trauben würden gepresst, damit Wein entstehen könne. Wer diese Zeichen mit dem „Herzen“ betrachte, erkenne darin die Selbsthingabe Jesu, der sich den Menschen als „Brot des Lebens“ schenkt.
Gemeinschaft aus Vielen
Ein zentraler Gedanke der Predigt war die Einheit der Kirche. Brot entsteht aus vielen Körnern, Wein aus vielen Trauben. Beide seien daher Sinnbilder dafür, wie aus vielen Menschen eine Gemeinschaft wird. Bereits frühe Eucharistiegebete hätten das Brot als Zeichen für die Sammlung der Kirche verstanden.
Vor diesem Hintergrund verwies Woelki auf das Leitwort des eucharistischen Glaubensfestes „kommt und seht“: „Die Eucharistie, Quelle unserer Einheit.“ Mehr als 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollen sich in den kommenden Tagen in Gottesdiensten, Anbetung, Workshops und Glaubensgesprächen dem Geheimnis der Eucharistie nähern.
Die Konsequenz der Kommunion
Die Gemeinschaft mit Christus habe immer auch Folgen für das Miteinander der Menschen. Wer die Kommunion empfange, könne dem Nächsten nicht gleichgültig begegnen. Christus verbinde die Gläubigen in der Eucharistie nicht nur mit sich selbst, sondern auch untereinander.
Mit einem Gedanken des heiligen Augustinus erläuterte Woelki, dass die „Mühle“ der geschwisterlichen Liebe Menschen trotz ihrer Unterschiede zusammenführe und läutere. Das „Amen“ beim Kommunionempfang sei deshalb mehr als ein persönliches Glaubensbekenntnis: Es gelte zugleich der Kirche als Leib Christi und den Menschen, die gemeinsam am Tisch des Herrn versammelt sind.
Fronleichnam als öffentliches Glaubenszeugnis
Zum Abschluss rief der Kardinal dazu auf, Fronleichnam als öffentliches Bekenntnis zu Christus zu feiern. In der Eucharistie und in der Prozession durch die Stadt solle sichtbar werden, dass Christen auf das „für euch“ Jesu mit einem „für dich und für die Deinen“ antworten. Die Eucharistie solle immer mehr zur Mitte des christlichen Lebens und zur Quelle der Einheit werden.