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INDEX: Der Aufstieg Eines Klackenden Werkzeugkopfs Und Sein Weltweit Erstes Erbe

Die Zweite Reihe

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INDEX: Der Aufstieg Eines Klackenden Werkzeugkopfs Und Sein Weltweit Erstes Erbe

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Die Zweite Reihe
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Esslingen am Neckar, 1945. Männer mit Listen gehen durch eine Fabrikhalle und zählen nicht, was noch funktioniert, sondern was sich abschrauben lässt. Drehautomaten, Werkbänke, Antriebe, Werkzeuge — das gesamte bewegliche Inventar wird demontiert und nach Großbritannien gebracht. 31 Jahre Arbeit passen am Ende in ein paar Güterwagen. Zurück bleibt eine leere Halle und ein Wort auf verblasstem Blech: INDEX. Ein Unternehmen, das drei Jahrzehnte lang nichts anderes getan hat, als Maschinen zu bauen, besitzt in diesem Augenblick keine einzige Maschine mehr. Von außen sieht das aus wie ein Schlussstrich. In Wirklichkeit fängt die Geschichte genau hier erst richtig an. Diese Folge erzählt die Geschichte der Index-Werke — einer Firma, deren Produkte Sie mit ziemlicher Sicherheit noch nie gesehen haben, deren Arbeit Sie aber jeden Tag in der Hand halten. Denn INDEX baut Drehautomaten: Maschinen, die nichts herstellen, was man kaufen kann, sondern die Teile, aus denen alles andere besteht. Schrauben, Bolzen, Buchsen, Zapfen. Millionenfach, auf den Hundertstelmillimeter genau. Ein einzelnes Teil auf Maß zu drehen, das kann ein guter Handwerker. Hunderttausend Teile, bei denen das letzte so genau ist wie das erste, das kann kein Mensch. Wir beginnen 1914, im ersten Kriegsjahr, bei einem schwäbischen Unternehmer namens Hermann Hahn — und bei einer Bewegung, die dem ganzen Unternehmen den Namen gab: dem Weiterschalten eines Werkzeugkopfs in die nächste Stellung. Indexieren. Eine Firma, benannt nach einem Geräusch. Wir sehen, wie ein Betrieb mit höchstens siebzig Leuten, von denen zwei Drittel eingezogen werden, bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs auf rund 850 Beschäftigte wächst — durch Inflation und Weltwirtschaftskrise hindurch. Und warum ausgerechnet der Drehautomat zum Schlüssel für die gesamte Massenfertigung wurde, als die Welt anfing, Autos, Fahrräder, Nähmaschinen und Radios in Stückzahlen zu bauen, die es vorher nie gegeben hatte. Dann kommt die Demontage. Und mit ihr die eigentliche Frage dieser Folge: Warum überlebt eine Firma, der man buchstäblich jede Schraube weggenommen hat, während in denselben Jahren Dutzende Betriebe mit klangvollen Namen genau an dieser Stelle für immer verschwinden? Die Antwort steckt in einer einzigen Zahl, die nirgendwo in einer Bilanz stand — und in etwas, das sich nicht in Güterwagen verladen lässt. Was danach folgt, ist keine brave Erholung. Es ist eine Serie von Weltpremieren über Jahrzehnte: das weltweit erste CNC-Dreh-Fräszentrum, der weltweit erste CNC-Mehrspindel-Drehautomat, das weltweit erste Dreh-Schleifzentrum, die erste virtuelle Maschine an Bord der Steuerung. Dazwischen der schwerste Übergang, den ein Maschinenbauer machen kann: von der gefrästen Stahlkurve zum Computerprogramm — ein Bruch, an dem andere Firmen zerbrochen sind. Dazwischen auch ein Generationenwechsel und eine Eigentümerlösung, die erklärt, warum dieser Name nie zur Verhandlungsmasse wurde. Heute sitzt dieselbe Firma noch immer in Esslingen am Neckar: sechs Produktionsstätten, zwölf Vertriebs- und Servicegesellschaften, präsent an mehr als 80 Standorten weltweit, über 2.100 Beschäftigte — und einer der größten eigenständigen und unabhängigen Drehmaschinenhersteller der Welt. Wenn Sie Geschichten über Industrie, Technik und die Menschen dahinter mögen: Abonnieren Sie den Kanal, lassen Sie ein Like da und schreiben Sie in die Kommentare, ob in Ihrer Werkstatt schon einmal eine Maschine mit dem Schild INDEX oder TRAUB stand.