Luzern LU, Ehem. Franziskanerkirche St. Maria in der Au, Glocke
Robin Marti KirchenGlocken
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** Am 8. September, 9 Monate nach Maria Empfängnis, feiert die Kirche das Fest der Geburt Mariens. **
Neuauflage:
Luzern LU
Ehem. Franziskanerkirche St. Maria in der Au
Konfession: römisch-katholisch
Es läutet die einzige (im Dienst stehende) Glocke:
d''
Aufnahme vom Sonntag, 08.02.2026, 10h45, Zusammenläuten zum Spätgottesdienst am 5. Sonntag im Jahreskreis.
Aus dem Dachreiter der Franziskanerkirche erklingt eine Glocke – eine weitere befindet sich im Dachreiter der Seitenkapelle und könnte von Hand geläutet werden und noch eine weitere im Hauptdachreiter wird nur als Schlagglocke verwendet. Die Läuteglocke stammt aus dem Jahr 1700 und wurde von Ludwig Keiser aus Zug gegossen. Sie ist von sehr charaktervollem Klang und scheint schwerrippig zu sein, auf was auch der für die Tonlage grosse Durchmesser hinweist.
1256 liess sich der Franziskanerorden in der Stadt Luzern nieder. Die heute noch, wenn auch verändert erhaltene Kirche entstand ungefähr zwischen 1270 und 1280. Da die Kirche mehrmals umgebaut und verändert wurde, ist ihr ursprüngliches Aussehen nur noch am Chor zu erleben. Bereits im 15. Jh. wurde eine Seitenkapelle angebaut. Im 16. Jh. wurden die Seitenschiffe neu und höher gebaut sowie die Arkaden im Innern ersetzt. Die Seitenkapelle wurde im 17. Jh. mit zwei weiteren, kleinen Kapellen erweitert. Eine moderate Barockisierung fand 1733-1736 statt. 1838 wurde das Franziskanerkloster aufgehoben, danach war die Kirche Filiale der Pfarrei im Hof, die bis anhin einzige Pfarrei in Luzern. Die Klostergebäude wurden zum grossen Teil abgebrochen. Erst 1895 wurde die Franziskanerkirche zur Pfarrkirche für das linksufrige Stadtgebiet erhoben. Die letzte Gesamtrestaurierung fand 1986-1988 statt.
Die Franziskanerkirche steht etwas versteckt hinter der weit bekannteren Jesuitenkirche und dem Regierungsgebäude am Franziskanerplatz. Da sie bloss einen Dachreiter aufweist, vergisst man leicht, dass es sich um eine sehr grosse Kirche handelt. Trotz der vielen Umbauten lässt sich der gotische Stil noch gut ablesen. Besonders reizvoll wirkt die Kapellengruppe an der linken Seite, die aus dem Vorraum (alte Antoniuskapelle), der Marienkapelle und der neuen Antoniuskapelle besteht. Das Innere der dreischiffigen Basilika bietet eine eigenartige Mischung von gotischem Raum mit barocken Ausstattungsstücken. Der Chor ist – bis auf die barocke und neugotische Ausstattung – noch weitgehend im originalen Zustand erhalten. Die Altäre sind mit Ausnahme jenes der Marienkapelle spätbarock und sehr reich und repräsentativ gestaltet. Kanzel und Orgelgehäuse (Werk 1988 von Goll, Luzern) hingegen stammen aus der Renaissance und sind Werke von Niklaus Geisler, der die Hofkirche ausstattete. Die Gruppe der Seitenkapellen bietet einen interessanten Eindruck, besonders der italienische Renaissancestuck aus dem beginnenden 17. Jh., der den Vorraum und die Marienkapelle schmückt. Die Antoniuskapelle aus der Frühbarockzeit weist strahlend weissen Wessobrunnner Stuck auf.
Daten der Glocke:
gegossen 1700
Giesser: Ludwig Keiser, Zug
Schlagton: d''
Bilder, Tonaufnahme und Text: Robin Marti