Westalpen Selected - Meine Reisetips und Empfehlungen
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Westalpen Selected - Meine Reisetips und Empfehlungen
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Die schönsten Balkonstrassen, Pässe, Berge, Canyons und Landschaften in den westlichen Alpen-Welche sind besonders ?
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Westalpen im Rückspiegel: 8 Tage, 3.010 Kilometer pure Freiheit8 Tage, 3.010 Kilometer und eine Fahrzeit von 47 Stunden. Diese Zahlen des Bordcomputers stehen für ein intensives Abenteuer auf zwei Rädern durch die französischen Seealpen, vorbei an der Côte d’Azur und über die Schweizer Hochalpen zurück nach Köln. Eine Reise der Extreme – zwischen 35 Grad Hitze, kargen Gipfeln und spontanen Routenänderungen.
Etappe 1: Das Warm-up nach Burgund (570 km)Die Tour startet am Sonntag um 09:00 Uhr in Bonn. Vorbei an Metz rollt die BMW R 1250 GS direkt in die historische Hauptstadt Burgunds: Dijon, die wir um 16:00 Uhr erreichen. Nach dem Einchecken im „City Loft Dijon“ erkunden wir auf dem Eulen-Rundweg die Altstadt, bewundern den Palais des Ducs und genießen ein kühles Bier auf dem Place de la Libération. Der Tag klingt bei einem Abendmenü und einem kräftigen Côtes du Rhône perfekt aus.
Etappe 2: Durch die Felswand des Vercors (440 km)Am Montag klettert das Thermometer auf heiße 35 Grad. Vorbei an Chalon-sur-Saône geht es über die Autobahn ins Vercors-Gebirge. In Saint-Jean-en-Royans beginnt die spektakuläre Combe Laval – eine kühn in die senkrechte Felswand geschlagene Straße über einem 600 Meter tiefen Abgrund. Über den Col de la Machine (1.015 m) und den Col de la Bataille mit seiner stählernen Aussichtsplattform kürzen wir die Route ab und erreichen unsere Unterkunft in Menglon, wo uns die Wirtin mit einem familiären Pizza-Essen verwöhnt.
Etappe 3: Der Weiße Riese und die Schlucht der Nesque (390 km)Nach einem verregneten Morgen und ausgelassenen Abschnitten am Glandage steuern wir den legendären Mont Ventoux (1.912 m) an. Auf dem komplett baumlosen Gipfel bläst uns eine steife Brise entgegen. Eine falsche Abfahrt führt uns ungeplant in die Gorges de la Nesque. Die kurvige Schlucht begeistert mit flüssigem Asphalt und kaum Verkehr. Am Nachmittag entspannen wir im Pool unserer Unterkunft in Valensole bei gutem Essen.
Etappe 4: Schluchtenfieber und der Weg ans Meer (250 km)Ziel ist der gewaltige Grand Canyon du Verdon. Auf der legendären Route des Crêtes (D23) bietet der Point Sublime schwindelerregende Tiefblicke auf den smaragdgrünen Fluss. Nach einem 30-Kilometer-Umweg wegen eines Navigationsfehlers kämpfen wir uns durch den dichten Berufsverkehr nach Fréjus / Saint-Raphaël. Nach einem Drohnenflug am Sandstrand beziehen wir das „Best Western Plus La Marina“ am Yachthafen.
Etappe 5: Küstenklassiker und italienische Gastfreundschaft (85 km)Ein Tag der harten Kontraste: Über den Boulevard de la Croisette in Cannes und vorbei an den Luxusyachten in Antibes führt die Küstenstraße an den Klippen entlang. Nach dem Besuch des Picasso-Museums und einer Pause im bunten Menton fliehen wir vor den teuren Hotelpreisen nach Italien. In Ventimiglia übernachten wir im „Agriturismo Soleada“ bei Massimo und Francesca, die uns mit Spaghetti und lokalem Rotwein bewirten.
Etappe 6: Die Königsklasse der Grandes Alpes (280 km)Am Freitag bezwingen wir den anspruchsvollen Col de Turini (1.607 m), bekannt von der Rallye Monte Carlo. Über den Col Saint-Martin folgt das absolute Highlight: der Col de la Bonette. Auf 2.802 Metern bietet die höchste asphaltierte Durchgangsstraße der Alpen ein arktisches 360-Grad-Panorama. Die Pässe Col de Vars und Col d'Izoard mit der bizarren Casse Déserte nehmen wir bei Traumwetter mit, ehe wir das „Hotel Vauban“ in der UNESCO-Festungsstadt Briançon erreichen.
Etappe 7: Die Marathon-Etappe nach Bern (475 km)Der Samstag verlangt uns fast 9 Stunden Fahrzeit ab. Über den Col du Lautaret geht es auf den steilen Col du Galibier (2.642 m), dessen Passhöhe wir über die Spitze bezwingen. Nach dem Col du Télégraphe folgt der kurvige Col de la Madeleine (1.993 m). Am tiefblauen Roselend-Stausee kochen wir den Kaffee mangels freier Plätze selbst am Straßenrand. Über den anstrengenden Col de la Forclaz rollen wir schließlich um 19:00 Uhr im „Hotel Krone Aarberg“ in Bern ein.
Etappe 8: Pop-Art und die finale Regenschlacht (610 km)Der Sonntag beginnt kulturell im Kunstmuseum Basel bei einer Roy-Lichtenstein-Ausstellung. Danach schlägt das Wetter um: Ein brutaler Dauerregen bricht über uns herein. Zu allem Überfluss bremst uns ab Koblenz ein 20-Kilometer-Stau samt Rettungshubschraubereinsatz aus. Um 16:30 Uhr erreichen wir durchnässt, aber glücklich wieder Köln – ein unvergesslicher Roadtrip geht zu Ende.