Tim Klüssendorf und Thorsten Frei über den Koalitionsstreit & den Umgang mit der AfD | maischberger
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00:00 Streit um den Umgang mit Bärbel Bas
06:40 Stimmung in der Koalition
08:20 Rentenreform: Streit um Kompromisse und Zeitplan
12:00 Abschaffung der ‚Rente mit 63‘
19:30 Umgang mit der AfD in Sachsen-Anhalt
Im Streit um den Umgang mit der zurückgetretenen Arbeitsministerin Bärbel Bas weist Unionsfraktionsvorsitzender Thorsten Frei (CDU) Vorwürfe gegen Friedrich Merz zurück. Die Kritik habe sich auf ausstehende Gesetzesvorlagen bezogen, persönliche Angriffe habe er nicht wahrgenommen. Zugleich müsse man respektieren, dass Bas die Situation anders empfunden habe, so Frei. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf (SPD) betont dagegen, die öffentliche Kritik sei während der Trauerphase von Bas über Tage hinweg fortgesetzt worden und habe zusätzlichen Druck erzeugt. Seine Partei dürfe sich mit ihrer Vorsitzenden solidarisieren und deutlich machen, „dass das aufhören muss“. Trotz der öffentlichen Konflikte sieht Thorsten Frei das Vertrauen in der Koalition nicht beschädigt. Klüssendorf weist Spekulationen über einen Koalitionsbruch zurück und zeigt sich zuversichtlich, dass es eine gemeinsame Lösung bei den Reformen geben werde.
Bei der Rentenreform fordert Frei, alle 33 Vorschläge der Alterssicherungskommission zunächst in einen Gesetzentwurf zu überführen. Einzelne Punkte könnten anschließend angepasst werden. Klüssendorf hingegen ist der Ansicht, bei mehreren Vorschlägen fehle noch eine gemeinsame Linie. Streit gibt es insbesondere um die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren. Klüssendorf argumentiert, viele Betroffene hätten bereits 47 oder 48 Jahre gearbeitet und dürften nicht für ihre langen Beitragszeiten benachteiligt werden. „Ich finde, es muss einen Unterschied machen, wie viele Beitragsjahre man eingezahlt hat.“ Frei verweist auf Studien, nach denen vor allem gesunde und besserverdienende Männer die Regelung nutzten. Zudem müsse die Reform alle Generationen berücksichtigen.
Besonders deutlich wird der Dissens beim Umgang mit der AfD in Sachsen-Anhalt. Nachdem ein AfD-Kandidat bei einer geheimen Wahl vier Stimmen mehr erhalten hat, als AfD und BSW zusammen verfügten, spricht Frei von einem „Riesenproblem“. Eine geheime Wahl müsse jedoch respektiert werden. Die Entscheidung der CDU-Landtagsfraktion, bei einem ersten Wahlgang zur Ministerpräsidentenwahl geschlossen den Landtag zu verlassen, überlässt er den Abgeordneten vor Ort. Klüssendorf kritisiert das scharf. Eine Partei der Mitte müsse Verantwortung übernehmen, wenn ein Rechtsextremer in die Exekutive gelangen könnte. „Wenn ich mir das in den Geschichtsbüchern mal ansehe, dass die CDU einfach rausgegangen ist und nicht dabei war, dann würde ich mich schämen.“ Frei entgegnet, im dritten Wahlgang werde die CDU-Fraktion anwesend sein.
Die Sendung vom 14.10.2026 in der Mediathek:
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Außerdem zu Gast waren:
Richard David Precht (Philosoph)
Markus Preiß (Leiter ARD-Hauptstadtstudio)
Anja Kohl (ARD-Moderatorin und Wirtschaftsexpertin)
Nena Brockhaus (Journalistin)
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