Die Halligen sind nicht das, wofür du sie hältst
Tiefer Grund
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Die Halligen sind nicht das, wofür du sie hältst
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Einhundert dieser Inseln gab es einmal vor der Küste Nordfrieslands. Heute sind zehn übrig. Auf fünf davon leben Menschen, zusammen etwa zweihundertfünfzig, und sie leben dort ohne Deich. Zehn bis fünfzehn Mal im Jahr läuft die Nordsee über diese Inseln hinweg, und die Bewohner nennen das nicht Katastrophe, sondern Landunter.
Zwanzig Fakten, rückwärts gezählt: über künstliche Wohnhügel, die über Jahrhunderte aufgeschüttet wurden, über Trinkwasser, das bis in die sechziger Jahre vom Himmel kam, über Kuhdung als einziges Brennmaterial und über eine Bevölkerung, die von über zweitausend Menschen im Jahr siebzehnhundertneunundsechzig auf heute rund zweihundertfünfzig geschrumpft ist. Und über den Grund, warum der Staat sich seit neunzehnhundertdreiundfünfzig darum kümmert: Diese Inseln brechen die Wellen, bevor sie das Festland erreichen.
Zur Einordnung: Die Zahl von rund einhundert zerstörten Halligen ist eine Schätzung aus einer einzelnen Fachquelle, keine Zählung. Die genauesten Untersuchungen zum Höhenwachstum stammen von einer einzigen Hallig, von Langeneß, und ihre Übertragung auf die übrigen neun ist Gegenstand weiterer Modellierung. Und die Aussage, dass Überflutungen die Inseln erhalten, ist keine Entwarnung: Bei schnellen Szenarien des Meeresspiegelanstiegs kann das Höhenwachstum nicht mithalten, und darauf weisen die Untersuchungen ausdrücklich hin.
Bild- und Videomaterial dient der Illustration und wird im Rahmen des Zitatrechts nach Paragraf einundfünfzig UrhG sowie nach Fair-Use-Grundsätzen genutzt. Alle Rechte verbleiben bei den jeweiligen Urhebern. Bei Beanstandungen genügt eine kurze Nachricht.
#Halligen #Nordfriesland #Wattenmeer #Landunter #Küstenschutz