Regensburg (D), kath. Kirche St.Jakob - Vollgeläute
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Das Geläut von St.Jakob in Regensburg zählt zu den ältesten der Stadt.
Die sogenannte Schottenkirche befindet sich am westlichen Rand der Regensburger Altstadt. Errichtet wurde sie im 12.Jahrhundert von iro-schottischen Benediktinermönchen. 1278 brannten sämtliche Klostergebäude ab, darunter auch die Kirche. Im 17. und 18.Jahrhundert erfolgten mehrere Umbauten. So wurden z. B. eine neue Kassettendecke im Mittelschiff und in den Seitenschiffen steinerne Gewölbe eingezogen. Gegen Ende des 17.Jahrhunderts schließlich wurde schließlich eine neue Innenausstattung angeschafft. Davon erhalten sind noch das Chorgestühl, die Beichstühle sowie die Kirchenbänke. Da das Kloster in dieser Zeit nicht viel Geld besaß, konnte eine komplette Barockisierung von St.Jakob nicht vollzogen werden. Somit hat die Kirche ihren ursprünglichen Zustand nahezu vollständig bewahrt. Während der Säkularisierung wurde das Kloster nicht aufgelöst. Dies geschah erst 1862 durch ein päpstliches Breve. Die Kirche befand sich in dieser Zeit in keinem guten Zustand und wurde restauriert. Der einsturzgefährdete Nordturm musste 1867 abgetragen werden, wurde aber wieder in der alten Form neu erbaut. Zudem sanierte man sämtliche Dächer und St.Jakob erhielt figürliche Wandmalereien, geschaffen von Franz Xaver Kolb, im Chorraum. Auch die Glasfenster sowie der Hochaltar und die Seitenaltäre entstanden in dieser Zeit. 1874 erfolgte die Weihe von St.Jakob, diesmal als Seminarkirche des noch heute bestehenden Priesterseminars. Eine groß angelegte Innen- und Außenrenovierung vollzog man in den 1980er-Jahren. 1999 wurde schließlich um das berühmte Schottenportal herum ein gläserner Vorbau errichtet. Heute gilt St.Jakob als eine der bedeutendsten hochromanischen Kirchen Bayerns.
Im Südturm hängt das 3-stimmige Geläut. Es ist eines der ältesten der Stadt Regensburg. Aus der 2.Hälfte des 13.Jahrhunderts stammt die große Christusglocke. Sie wurde in einer überschweren Rippe gegossen. Dadurch erhält sie, in Kombination mit der vertieften Prime und der vertieften Quinte, einen sehr gravitätischen und nahezu mystischen Klang. Ihr Gießer ist unbekannt, doch der selbe Meister schuf auch für das Stift Obermünster eine noch heute erhaltene Glocke. Ein unbekannter Glockengießer, der sicherlich zur Nürnberger Werkstatt gehört hat, goss im Jahre 1450 die Marienglocke. Auch sie ist ein sehr schwerrippiges Exemplar. Besonders erwähnenswert ist ihre schöne Verzierung, bestehend aus einem umlaufenden Spitzbogenfries mit zwischenliegenden Dreipässen sowie zwei Reliefs, eines davon von der Muttergottes mit dem Jesuskind, das andere die Kreuzigungsszene zeigend. Die dritte läutbare Glocke im Bunde ist ein Werk von Martin Neumair aus dem Jahre 1722. In der Glockenstube abgestellt ist noch eine vierte Glocke, gegossen 1687 von Johann Gordian Schelchshorn. Sie trägt interessanterweise Inschriften sowohl in lateinischer als auch in englischer Sprache. Warum sie heute nicht mehr läutet ist nicht bekannt. Gesprungen ist sie jedenfalls nicht... Es wäre sicherlich ein Projekt für die Zukunft, diese Glocke auch wieder läutbar zu machen, damit dieses kunsthistorisch bedeutende Geläut wieder vollzählig erklingen kann.
Christusglocke, Schlagton g'-2, Gewicht ca. 1.300 kg, Durchmesser 1215 mm, gegossen in der 2.Hälfte des 13.Jahrhunderts von einem unbekannten Gießer.
Marienglocke, Schlagton a'-8, Gewicht ca. 850 kg, Durchmesser 1065 mm, gegossen im Jahre 1450 von einem unbekannten Gießer.
Scholastikaglocke, Schlagton d''-5, Gewicht ca. 205 kg, Durchmesser 688 mm, gegossen im Jahre 1722 von Martin Neumair.
Für die Aufnahmeermöglichung danke ich in besonderer Weise dem Regens des Priesterseminars sowie Stefan für das schöne An- und Ausläuten!