Kinder ohne Lobby, Politik ohne Plan? Müssen wir Gesellschaft neu denken? | Ricarda Lang
Laura Dalhaus
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Kinder ohne Lobby, Politik ohne Plan? Müssen wir Gesellschaft neu denken? | Ricarda Lang
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Laura Dalhaus
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Der Terminkalender ist voll, trotzdem hat sie Zeit für die Aufnahme gefunden: Ricarda Lang ist heute zu Gast im Podcast „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ von Laura Dalhaus.
Laura stellt die Frage: Sind Frauen beim Beitragsstabilisierungsgesetz die größeren Verlierer? Durch Care-Arbeit, den hohen Frauenanteil in Pflege und auch Ärzteschaft, sowie pflegende Angehörige in der Häuslichkeit entstehen nun noch mehr Probleme durch die „Reform“.
In der Regierung gibt es laut Ricarda eine Ignoranz gegenüber der Lebensrealität von Frauen.
Wohnen kann man sich kaum noch leisten, wenn nicht beide Eltern arbeiten. Laura hat von einem Gedankenexperiment gelesen: Es braucht ein Dorf, um Kinder erfolgreich groß zu ziehen – sollten sich Menschen nicht mehr in Lebensgemeinschaften zusammenfinden?
Der Anspruch, Kinder großzuziehen und gleichzeitig als Arbeitnehmer zu 100% gefordert zu sein, ist hart. Das Festhalten am traditionellen Familienbild wird durch die AfD immer größer.
Müssen wir Gesellschaft neu denken?
In der Theorie wird darauf gepocht, dass Familie und Karriere gleichzeitig möglich sein müssen. In der Praxis werden die Probleme unfassbar individualisiert. Andere Länder machen das in Laura’s Augen besser. Lernen könnten wir beispielsweise von den skandinavischen Ländern. Wir hätten in Deutschland 850.000 Vollzeit-Äquivalente, wenn Frauen so viel arbeiten könnten, wie sie wollen.
Laura betont, dass Kinder und Jugendliche keine Lobby haben, was sie zunehmend wütend macht. An diesen wird immer wieder gekürzt. Ricarda sieht dabei immer mehr Resignation bei den Jugendlichen und eine gewisse Politik-Verdrossenheit.
Sie möchte Kindern Instrumente an die Hand geben, mit denen sie in den nächsten Jahren weiterarbeiten können: Ein funktionierendes Bildungs- und Gesundheitssystem.
Müsste man die Regierungszeit verändern, sodass Dinge besser umgesetzt werden müssen? Ricarda plädiert dafür, die Landtagswahlen auf einen Tag zu legen. Sie fühlt sich in einem permanenten Wahlkampf, wodurch Entscheidungen immer nicht vor oder unbedingt vor einer Wahl stattfinden müssen.
Sie wünscht sich zudem einen neuen Generationenvertrag, der langfristig auf Prävention denkt.
Ein weiteres Thema der beiden ist die Aufmerksamkeitsökonomie auf Social Media. Komplexität ist dort kaum darzustellen. Doch genau hierauf müssten wir Antworten finden – kaum möglich, weil so viel Wissen erforderlich ist, um an Debatten teilnehmen zu können.
Emotionen dürfen wir in Ricarda’s Augen nicht den rechten Kräften überlassen. Wut und Ärger dürfen real gemacht und müssen nicht künstlich gedrosselt werden.
Den Erhalt der Öffentlich-Rechtlichen findet sie wichtig, auch wenn sie sich hier eine Reform wünscht.
Die Fakten liegen auf dem Tisch. Doch werden diese immer wieder verzogen. Laura nimmt als Beispiel die Argumentation von Julia Klöckner gegen die Zuckersteuer. Eigentlich sollten wir an Wissenschaft doch nicht vorbeikommen.
Die politische Mitte hat komplett an Bindekraft verloren. Das Vertrauen ist verloren gegangen. Ein Problem ist, dass nicht für alle die gleichen Spielregeln gelten. Eine große Diskussion ist, ob Abgeordnete auch in die sozialen Sicherungssysteme einzahlen.
Ein weiteres Thema ist Lobbyismus und auch, ob die Menschen, die AfD wählen, einfach nur enttäuscht sind. Beide möchten nicht glauben, dass dies alles überzeugte Rechtsextreme sind. Ricarda wünscht sich, dass sich der politische Betrieb wieder an gesellschaftlichen Zielen ausrichtet.
Die Grundvoraussetzung für gute Politik ist, dass man ein positives Menschenbild hat und die Menschen liebt, für die man Politik macht.
Mehr über Laura: https://linktr.ee/lauradalhaus
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