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Was ein Ende des Wachstums jungen Leuten bringt

Martin Oetting

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Was ein Ende des Wachstums jungen Leuten bringt

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Martin Oetting
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Mein Newsletter: https://wirtschaft21.org Unsere Organisation: https://systemdelta.de QUELLEN: Das Video, unter dem der zitierte Kommentar gepostet wurde:    • Zweifel am Wachstum erreichen die Finanzbr...   Das Paper von Nora Räthzel (Direktlink auf das PDF als Download, englisch): https://degrowth.org/wp-content/uploa... Einige der Studien, die zeigen, dass absolute Entkopplung nicht gelingt – bzw. nicht ausreichend gelingt: Haberl et al. 2020 – https://iopscience.iop.org/article/10... Umfassende systematische Übersicht über 835 empirische Studien. Hickel & Kallis 2020 – https://www.tandfonline.com/doi/full/... Direkte Bewertung der Frage, ob grünes Wachstum eine Entkopplung von Klima und Ressourcen bewirken kann. Infante-Amate et al. 2025 – https://www.nature.com/articles/s4146... Neueste historische Belege, die zeigen, warum die derzeitige Entkopplung nicht in ausreichendem Umfang stattfindet. Die Postwachstums-Initiative der Vereinten Nationen: https://www.un.org/en/beyondGDP INHALT: 00:00 Nullsummenspiel? 01:03 Der große Irrtum 02:59 Wachstum funktioniert nicht mehr 04:10 Was ist mit den Arbeitsplätzen? 04:37 Grünes Wachstum ist eine Illusion 05:15 Brot und Rosen 06:14 Wollt Ihr das wirklich? 07:48 US-Konzerne vs. Spanische Genossenschaft 08:17 Ein Ende der (inneren) Spaltung 09:25 Zwei inspirierende Beispiele 11:59 Es geht nur gemeinsam 13:26 Mein Appell an die Bewegung 13:56 Zurück zum Anfang 14:11 Unsere einzige Chance Brauchen wir wirklich Wirtschaftswachstum, damit es uns besser geht? Oder verwechseln wir seit Jahrzehnten Wirtschaftswachstum mit Wohlstand? Ein Kommentar zu meinem letzten Video hat mich zu diesem Video gebracht. Darin hieß es sinngemäß: Ohne Wachstum werde die Gesellschaft zum Nullsummenspiel – und für junge, motivierte Menschen aus weniger wohlhabenden Schichten werde sozialer Aufstieg dadurch noch schwieriger. Ich glaube, dass hinter diesem Gedanken ein grundlegendes Missverständnis steckt: Ein gutes Leben und ein wachsendes Bruttoinlandsprodukt sind nicht dasselbe. Das BIP misst, wie viel Geld für Waren und Dienstleistungen ausgegeben wird. Aber es misst nicht, ob diese Dinge unser Leben tatsächlich besser machen. Warum behandeln wir dann das Wachstum dieser einen Zahl so, als wäre es gleichbedeutend mit Fortschritt? Im Mittelpunkt steht das Policy Paper „Bread & Roses: Workers as Agents of Degrowth“ von Nora Räthzel. Ihre zentrale Idee: Eine Wirtschaft ohne Wachstumszwang bedeutet nicht, dass wir von allem weniger haben sollen. Es geht darum, zu unterscheiden, wovon wir mehr brauchen – und wovon weniger Mehr Pflege, Bildung, bezahlbaren Wohnraum, öffentlichen Verkehr, erneuerbare Energie, Reparaturen, Kultur und Zeit füreinander. Weniger Verschwendung, Wegwerfprodukte, umweltschädliche Produktion und Luxusverbrauch. Dabei geht es auch um eine der schwierigsten Fragen überhaupt: Was passiert mit den Arbeitsplätzen? Die Antwort kann nicht einfach lauten: Wir ersetzen fossile Technik durch grüne Technik und produzieren anschließend immer mehr davon. Denn auch „grüne“ Technologien benötigen Rohstoffe, Energie, Flächen und Infrastruktur. Technologie ist wichtig – aber sie beantwortet nicht die Frage, wie viel wir produzieren, was wir produzieren und für wen. Räthzel zeigt deshalb Beispiele, in denen Beschäftigte selbst begonnen haben, über eine andere Zukunft ihrer Arbeit nachzudenken – etwa bei Lucas Aerospace in Großbritannien oder beim ehemaligen GKN-Werk in Florenz. Die entscheidende Idee: Beschäftigte sind nicht nur Menschen, deren Arbeitsplätze geschützt werden müssen. Sie verfügen über Wissen, Fähigkeiten und Kreativität, die für einen echten Umbau der Wirtschaft unverzichtbar sind. Dafür müssen Gewerkschaften, Klimabewegung, Wissenschaft, soziale Initiativen und Beschäftigte zusammenarbeiten. Denn die Alternative lautet nicht Arbeitsplätze oder Klimaschutz. Wir brauchen beides: soziale Sicherheit UND eine intakte Lebensgrundlage. Und vielleicht ist genau das die eigentliche Bedeutung von „Brot und Rosen“: Nicht weniger Leben, sondern mehr Zeit, Sicherheit, Würde, Gesundheit und Freiheit für möglichst viele Menschen. Weniger Verschwendung. Weniger Arbeitszwang. Weniger Macht für Investor. Und mehr von dem, was ein gutes Leben tatsächlich ausmacht.