12 DDR-Plattenspieler, die Sammler heute jagen und Klangpuristen belächeln
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12 DDR-Plattenspieler, die Sammler heute jagen und Klangpuristen belächeln
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Leipzig, Frühjahrsmesse 1979. Auf einem Stand steht ein Plattenspieler im Holzgehäuse, mit Sensortasten statt Schaltern und einem Teller, der allein zwei Kilo wiegt. Auf dem Preisschild: 2510 Mark. Ein Monatsgehalt lag damals bei ein paar hundert Mark. Wer hat sich so etwas geleistet, und was ist aus diesen Geräten geworden?
In diesem Video gehen wir die 12 besten Plattenspieler der DDR durch, vom nackten Einbaulaufwerk aus einer Werkstatt in Pirna-Copitz bis zum teuersten Gerät, das je in einem DDR-Laden stand. Dazwischen liegt eine Geschichte, die viel mehr über das Land erzählt, als man einem Plattenspieler zutraut.
Du erfährst, warum Pirna und Zittau die zwei Pole dieser Geschichte waren und wie aus einer privaten Werkstatt ein volkseigener Betrieb wurde. Du siehst, wie aus einem einzigen Laufwerk für 650 Mark ein ganzer Stammbaum wuchs, der bis zur Wende reichte. Wir schauen in den GENEX-Katalog, in dem eine komplette HMK-Anlage für einen Bruchteil des Ostpreises stand, wenn man Verwandte im Westen hatte. Und wir fahren nach Teltow, wo ausgerechnet ein Werk für Bauteile einen Plattenspieler mit Lineartonarm baute, billiger als die Konkurrenz mit dem alten Schwenkarm.
Es gibt auch Streit. Ein deutsches Hi-Fi-Museum behauptete einmal, in der DDR habe es gar keine Hi-Fi-Plattenspieler gegeben. Andere Quellen nennen ein Gerät aus dem Jahr 1968, mit eingebautem Verstärker. Nur über seinen Namen und sein Baujahr sind sich die Sammler bis heute nicht einig. Wir sagen dir offen, wo die Quellen auseinandergehen.
Dann ist da der Tangentialplattenspieler aus Pirna, um den sich RFT-Sammler reißen, während Klangpuristen auf das "Ost-Gedöns" herabsehen. Warum beides gleichzeitig stimmt, erklärt ein Mann, der seinen Dreher umgebaut hat und dafür von beiden Seiten Prügel bezog. Und ein Plattenspieler mit Mikroprozessor, der sich Ende der Achtziger bis zu 19 Titel merken konnte, in einem Land ohne Devisen und unter Embargo.
Am Ende kehren wir zurück auf die Leipziger Messe und rechnen nach, wie viele Monatsgehälter dieser Traum aus Holz und Sensortasten wirklich gekostet hat. Kleiner Hinweis: Das Gerät, das "nur" ein Monatsgehalt kostete, war noch das günstige.
Welcher Plattenspieler stand bei euch zu Hause? Bei den Eltern, bei Oma, bei den Nachbarn? Und war ein teurer Ost-Dreher sein Geld wert oder vor allem ein Statussymbol? Schreib es in die Kommentare. Wenn dir solche Geschichten über Hi-Fi aus Ost und West gefallen, lass ein Abo da und schau in unsere anderen Folgen rein.