Sabotage, Schlagstock, Selbstjustiz - Linksextremismus in Deutschland | KLAR | BR24
BR24 и NDR Doku
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Sabotage, Schlagstock, Selbstjustiz - Linksextremismus in Deutschland | KLAR | BR24
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Berlin, Ende Oktober. "Hoch die internationale Solidarität!" und "Ganz Berlin hasst die Polizei", skandieren Demonstranten in der Bundeshauptstadt. Zuvor hatten deutschlandweit zehntausende junge Menschen nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei friedlich protestiert. Im Anschluss kam es dann aber in mehreren Städten zu gewalttätigen Ausschreitungen. Die Polizei macht dafür auch mutmaßliche Linksextremisten verantwortlich.
"Wenn das Mittel zur Wahl revolutionäre Gewalt ist, dann ist das so in Ordnung", sagt eine junge Frau am Rande einer Antifa-Demonstration in Köln. Sie verteidigt damit gewalttätige Übergriffe von mutmaßlichen Linksextremisten. Linksmotivierte Gewalt nahm im vergangenen Jahr deutschlandweit zu. Das belegen Zahlen des Bundeskriminalamts.
Linksextremistische Gewalt kann viele treffen, vor allem, wenn kritische Infrastruktur wie die Stromversorgung Ziel von Anschlägen ist. "Man hat ja gehört, sie wollten eigentlich die Reichen mit ihren Villen treffen. Haben die sich mal überlegt, dass es hier Krankenhäuser und Pflegeheime gibt, die es dann genauso trifft?", ärgert sich eine ältere Dame in Berlin. Der dortige Anschlag Anfang des Jahres wirft ein Schlaglicht auf eine mutmaßlich linksextrem motivierte Anschlagsserie, die sich durch das Land zieht – auch Bayern ist immer wieder betroffen.
Es gibt sehr unterschiedliche Strömungen in der linksextremistischen Szene. Manche lehnen Gewalt ab, andere gehen äußerst brutal gegen ihre Gegner vor. KLAR geht zusammen mit Extremismusforscher Professor Hendrik Hansen von der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung der Frage nach, wen die Gewalt treffen kann und wie die Gewalt begründet wird: “In der Extremismusforschung reden wir hier von einer Ko-Radikalisierung“, erklärt Professor Hansen. Das bedeutet, dass sich Extremisten in verschiedenen Spektren gegenseitig hochschaukeln, dass wir ein steigendes Personenpotenzial haben auf beiden Seiten. Und dass wir ein stärkeres Gewaltpotenzial auf beiden Seiten haben. Und dabei besteht die Gefahr, dass Leute aus der Mitte der Gesellschaft zwischen die Fronten geraten.”
Wird Linksextremismus in Politik und Gesellschaft verharmlost? Antworten sucht Julia Ruhs in einer vom Bayerischen Rundfunk produzierten Folge des Politikformats KLAR.
Inhalt:
00:00 – 00:55: Opener
00:56 – 04:25: Anschlag auf Infrastruktur Berlin
04:26 – 06:36: Anschlag auf Infrastruktur Reutlingen
06:37 – 07:26: Politische Gewalt
07:27 – 15:49: Angriff auf GDG
15:49 – 17:19: Angriff auf CDU/CSU und AfD
19:40 – 22:20: Widersetzen und Gewalt
22:21 – 30:18: Die LINKE und Extremismus
30:19 – 32:04: Ausschreitungen in Berlin
32:05 – 33:17 Schutz vor Infrastrukturanschlag
KLAR befasst sich mit Themen, die in der Gesellschaft kontrovers diskutiert werden. Die Sendung wird abwechselnd von Julia Ruhs (BR) und von Tanit Koch (NDR) moderiert. Die Redaktionen arbeiten eigenständig, aber in partnerschaftlichem Austausch. Im Kanal YT-Kanal verlinken BR24 werden die Folgen in einer Collaboration auf den Kanälen BR 24 und NDR Doku veröffentlicht sowie in der ARD Mediathek (https://1.ard.de/klar?br24=yt) und im BR- und NDR-Fernsehen.
Über die Moderatorin der BR Folgen: Julia Ruhs ist Journalistin beim Bayerischen Rundfunk, arbeitet unter anderem für das Politikformat KLAR.