Abriss-Schock in Hamburg: Warum niemand seine Sachen retten durfte | NDR Info
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Einsturzgefährdetes Haus in Hamburg-Altona: Abriss zerstört Hab und Gut der Bewohner
Der Albtraum für die Bewohnerinnen und Bewohner der Holstenstraße in Hamburg-Altona ist eingetreten: Am Dienstag wurde der hintere Teil eines einsturzgefährdeten Wohnhauses abgerissen. Während der Greifarm des Baggers das marode Gebäude Stück für Stück abtrug, blieb das Eigentum der Mieter unter den Trümmern begraben. Wegen akuter Einsturzgefahr war eine Rettung persönlicher Gegenstände nicht mehr möglich.
Hab und Gut im Bauschutt: Keine Chance auf Rettung
Für die Bewohner war der Dienstag ein Schock. Ursprünglich sollten sie unter strengen Auflagen kurz in den Hofbereich zurückkehren dürfen, um Pässe, Wertsachen oder Kleidung zu sichern. Doch die Behörden stuften das Risiko als zu hoch ein – der Zugang wurde vollständig gesperrt. Unter dem Lärm der Baumaschinen mischten sich persönliche Erinnerungen, Möbel und Kinderspielzeug in den Schuttbergen.
Bewohnerin Clara Thompson schilderte ihre Verzweiflung:
„Es gibt keine Chance, da irgendwelche Gegenstände zu retten. Es wird alles zerdrückt. Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir unsere Sachen noch bekommen.“ Auch Einsatzkräfte zeigten Betroffenheit: Der Baggerfahrer ging kurz vor dem Abriss gemeinsam mit der Polizei durch die leeren Räume und füllte drei Bausäcke mit Spielzeug und Kleidung für die Kinder, die nicht mehr in ihre Zimmer durften. Für ihn war dieser Einsatz alles andere als Routine.
Haftungsfrage ungeklärt: Anwalt fordert Verantwortung des Eigentümers
Wer für den materiellen und immateriellen Schaden der betroffenen Familien aufkommt, ist bislang offen. Bewohneranwalt Marc Meyer richtet klare Forderungen an Eigentümer und Politik: „Der Eigentümer, von dem man weiß, dass er über große wirtschaftliche Kapazitäten verfügt, muss behördlich verpflichtet werden, das Gebäude innerhalb von sechs Monaten so wiederherzustellen, dass die Leute zurückziehen können.“ Die Mieter werfen dem Eigentümer vor, den Altbau aus dem Jahr 1894 über Jahre vernachlässigt zu haben. Die Gegenseite weist die Vorwürfe zurück. Die Ursache der gravierenden Statikprobleme wird derzeit untersucht.
Holstenstraße 195/197: Ist die Vorderseite noch zu retten?
Eine baupolizeiliche Prüfung ergab massive Risse in den tragenden Wänden der fünfstöckigen Gebäude. Das Hinterhaus war nicht mehr abstützbar und musste teilweise abgerissen werden. Der Bezirk Altona hofft nun, den vorderen Gebäudeteil erhalten zu können. Statiker prüfen die Lage nach dem Abriss des Hinterhauses erneut. Sollte die Vorderseite stabil bleiben, könnten zumindest einige Bewohner später zurückkehren.
Proteste und Verkehrschaos: Altona steht unter Druck
Bereits am Montagnachmittag protestierten rund 300 Menschen vor dem Wohnkomplex. Die Mieter, die vor zwei Wochen innerhalb von zehn Minuten evakuiert wurden und seitdem in Hotels leben, fordern schnelle Hilfe und einen zügigen Wiederaufbau.
Wie geht es für die Betroffenen weiter?
Der Bezirk setzt auf einen schnellen Neubau des Hinterhauses, damit die Mieterinnen und Mieter langfristig in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren können. Bis dahin bleiben zentrale Fragen ungeklärt: Wer haftet für den Schaden – und wie schnell kann das Gebäude wieder sicher bewohnbar gemacht werden?
Am Dienstag hat ein Bagger den vom Einsturz bedrohten Teil eines Mehrfamilienhauses in der Holstenstraße in Hamburg-Altona abgerissen. Noch ist unklar, wie es für die Mieterinnen und Mieter weitergeht. Mehr dazu: https://www.ndr.de/nachrichten/hambur...
#ndrinfo #Holstenstraße #Hamburg
Foto Thumb: NDR Screenshot //
► Vor zwei Wochen ist ein fünfstöckiges Wohnhaus an der Holstenstraße in Hamburg-Altona wegen akuter Einsturzgefahr geräumt worden. Die Bewohner verlieren vermutlich ihre Wohnungen, weil ein Teil des Hauses abgerissen werden muss. Inzwischen wurden auch zwei Nachbarhäuser evakuiert. Mehr dazu: https://www.ndr.de/nachrichten/hambur...
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