100 Jahre ELAC & 50 Jahre ELAC OPA - 1926 bis 2026 - Uwe H. Sültz - Teil 1
Uwe H. Sültz Lünen Unna Königsborn Westerland
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100 Jahre ELAC & 50 Jahre ELAC OPA - 1926 bis 2026 - Uwe H. Sültz - Teil 1
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ELAC wird am 1. September 2026 100 Jahre alt. Zum Jubiläum gibt es einige neue Geräte.
Die ELAC Electroacustic GmbH baut heute vor allem hochwertige High-End-Lautsprecher, Elektronikkomponenten und Plattenspieler für den Heimbereich.
Die Ursprünge des Unternehmens liegen im Bereich der Unterwasserakustik, ab 1948 wurde dies durch den Bereich Tonabnehmer und Plattenspieler ergänzt.
Machen wir einen kleinen Querschnitt bis zum 1. September. Heute geht es um:
1977/78 - Der Zusammenbruch von ELAC - NECKERMANN - KÖRTING / NAKAMICHI ging danach eigene, sehr erfolgreiche Wege
Nun begann eine Todesspirale. ELAC und THE FISHER, das waren Top-High Fidelity-Marken, mit das Beste auf dem amerikamischen- und deutschen Markt. Zuerst ebbte der Hi Fi Enthusiasmus in den USA ab. THE FISHER wurde bereits 1975 verkauft, übrig blieb die Marke FISHER. Somit war auch NAKAMICHI raus. FISHER bezog nun Recorder von SANYO. 1977 krachte es dann zwischen ELAC und FISHER. Die geringe Nachfrage nach High Fidelity war nun auch in Europa zu spüren. ELAC wurde insolvent und trennte sich auf. Am 18.10.1978 veröffentlichte ELAC uns Händlern ein Informationsbrief. Man teilt sich auf in ELAC INGENIEURTECHNIK und INTEGRAL HYDRAULIK LANGEN & Co. aus Düsseldorf.
Plattenspieler und Abtastsysteme werden zukünftig in Kiel gebaut, Der Phono-Bereich geht nach Düsseldorf.
Wissen muss man, dass ELAC in Kiel immer schon Plattenspieler gebaut hatte. Um aber ein großer Marktplayer zu werden, baute KÖRTING für ELAC Verstärker, Tuner, Uhrenradios usw., nur die Compact Cassettenrecorder kamen aus Japan von NAKAMICHI. Diese Kombination ELAC/NAKAMICHI stammt noch aus der Zeit THE FISHER/NAKAMICHI. Niro Nakamichi baute ja alle Decks, vom RC 70 bis zum ELAC CD 520. Nach 1978 trennten sich nun ELAC und NAKAMICHI. NAKAMICHI stand sowieso schon in Deutschland auf eigenen Beinen, etwa mit den Decks 700 und 1000 als Beispiel. Da ELAC bei der Baureihe CD 400/500/520 mitmischte, was man an den typisch deutschen DIN-Anschlüssen und der Rauschunterdrückung DNL merkt, kann man behaupten, dass das Deck CD 520 mit schwarzer Holzzarge, das letzte Deck zwischen ELAC und NAKAMICHI gewesen ist.
Es schien also so, als ob KÖRTING der große Gewinner sei. KÖRTING produzierte für andere Marken, in der Hauptsache für ELAC und NECKERMANN. NECKERMANN hatte außerdem bei KÖRTING noch Zahlungsschwierigkeiten. Dies führte zur Kündigung des Vertragsverhältnisses durch Neckermann am 21. November 1977. Noch einmal zu ELAC: Ab 1979 verschwand auch die Palette an Phono-Geräten, weil mittlerweile KÖRTING als auch NECKERMANN insolvent waren.
1977/78 waren somit NECKERMANN, ELAC und KÖRTING insolvent. NECKERMANN wurde durch KARSTADT übernommen. ELAC baut heute in Kiel hochwertige Lautsprecher, Plattenspieler und Elektronik für den Heimkino- und High-End-HiFi-Bereich. Bei Körting lief es so: Aussichtsreiche Verhandlungen wurden mit dem Fernsehgerätehersteller Saba GmbH in Villingen-Schwenningen geführt. Dessen Mutterkonzern war der US-amerikanische Konzern GTE General Telephone & Electronics Corp. Von Saba wurden ernsthafte und weitreichende Untersuchungen bei Körting durchgeführt und ins Einzelne gehende Detailplanungen einschließlich einer Personalplanung nach der Übernahme aufgestellt. Die Vertragsentwürfe für die Übernahme waren verhandelt und auch über die Preisgestaltung herrschte Klarheit. Unmittelbar vor der Unterzeichnung wurde die Übernahme am 2. Juni 1978 abrupt abgebrochen. Die Muttergesellschaft GTE gab Anweisung, in dieser Branche in Europa keine weiteren Investitionen vorzunehmen. Kurz darauf veräußerte GTE die Saba GmbH an das französische Unternehmen Thomson-Brandt.
Nach den gescheiterten Verhandlungen eröffnete das Amtsgericht Traunstein am 9. Juli 1978 das Konkursverfahren. Konkursverwalter Volker Grub führte nun Gespräche, das Unternehmen im Wege eines Asset-Deals zu veräußern und führte Verhandlungen mit dem jugoslawischen Kooperationspartner Gorenje aus Velenje in Slowenien. Diese Übernahmeverhandlungen wurden in Deutschland mit großer Aufmerksamkeit von der Wirtschaftspresse verfolgt, weil zum ersten Mal ein Unternehmen aus einem kommunistischen Land ein großes deutsches Unternehmen übernehmen wollte. Die Verhandlungen mündeten am 24. Juli 1978 in einen notariellen Vorvertrag, mit dem sich Gorenje zum Erwerb von großen Teilen des Anlage- und Umlaufvermögens zur Fortführung des Betriebes verpflichtete. Die Übernahme sollte durch ein neu zugründendes Unternehmen, die Gorenje Körting Elektronik GmbH & Co. KG, erfolgen. Dieser Vorvertrag stand unter der Bedingung, dass Gorenje die Genehmigung der jugoslawischen Regierung erhält. Diese wurde noch im August 1978 erteilt, sodass noch am 22. August 1978 ein notarieller Kaufvertrag für Grundstücke, Maschinen, Vorräte und alle immateriellen Wirtschaftsgüter geschlossen wurde. Die Übernahme erfolgte am 1. September 1978.