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🇩🇪 1998 Countdown Grand Prix - Der deutsche Vorentscheid zum ESC - Sieger: Guildo Horn

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🇩🇪 1998 Countdown Grand Prix - Der deutsche Vorentscheid zum ESC - Sieger: Guildo Horn

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Datum 26. Februar 1998 Uhrzeit 20:15 Uhr (MEZ) Ort: Stadthalle, Bremen Zahl der Beiträge 10 Abstimmung: 100 % Televoting Moderation: Axel Bulthaupt & Nena Die Deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest zum Eurovision Song Contest 1998 fand am 26. Februar 1998 unter dem Titel Countdown Grand Prix 1998 in der Bremer Stadthalle statt. Wie in den Vorjahren war der Norddeutsche Rundfunk für die Organisation verantwortlich. Moderatoren der Sendung waren Axel Bulthaupt und Nena. Deutschland im Grand - Prix - Fieber, und ein einziger Künstler spaltet die Nation. Guildo Horn sorgt für Schlagzeilen wie kein anderer Teilnehmer vorher. Die Presse beschäftigt sich intensiv mit dem Phänomen Guildo Horn, und sein Name ist überall zu sehen und zu lesen: Darf dieser Mann Deutschland vertreten? Eigentlich sollte die Frage über den Sieger der Vorentscheidung am 28. Februar schon im Vorfeld beantwortet sein, wenn ein Gesangsduo namens Rosenstolz, das sind Peter Plate und AnNa R. nicht wäre. Fach- und Presseleute betrachten das Berliner Duo als die kommenden Stars und als die stärksten Widersacher von Guildo Horn. Beide Teilnehmer werden von ihren Plattenfirmen zur Vorentscheidung entsendet, wie auch alle 10 Teilnehmer in Bremen. Diese beide Namen sorgen mit 7,73 Millionen Zuschauern für eine hohe Einschaltquote, doppelt so viel wie in den Jahren zuvor, und sie können mit ihren Vorentscheidtiteln die ersten kommerziellen Erfolge feiern, (Guildo Horn kommt bis auf Platz 4. der deutschen Charts. Rosenstolz schafft es bis Platz 34). Am Ende gewinnt jedoch Guildo Horn mit gewaltigem Vorsprung : 61,8 % der insgesamt 689.402 eingegangenen Anrufe galten nur dem "Meister". Rosenstolz wird erwartungsgemäß Zweiter. Auf dem dritten Platz landet das Trio Hearts & Roses, später als "Die jungen Tenöre bekannt". Als Viertplatzierter wird später von den Medien Fokker genannt. Ralph Siegel hat drei Beiträge im Wettbewerb, er geht nichtsdestotrotz leer aus. Der Auftritt der reformierten Gruppe Wind mit der Rapsängerin Diana klingt auch nicht sehr überzeugend. In der Pause singt Nena "Was hast du in meinem Traum gemacht ?". Paul Oscar tritt mit seinem Grand-Prix-Beitrag des vorigen Jahres "Minn hinsti dans" auf. 1. Shana: "Es regnet nie in Texas" Platz 9 - Musik: Franz Troja, Text: Klaus Hirschburger - (Intercord) 2. Ballhouse: "Can Can" Platz 6 - Musik: Ralph Siegel, Text: Bernd Meinunger - (BMG Ariola) 3. Maria Perzil: "Freut Euch!" Platz 10 - Musik: Markus Krüger, Dirk Schelpmeier, Text: D. Schelpmeier (Eastwest) 4. Diana & Wind: "Lass die Herzen sich berühren" Platz 5 - Musik & Text: Peter Weigel, Dave Tchorz, Andreas Lebbing (Koch International) 5. Sharon: "Kids" Platz 8 - Musik: Ralph Siegel, Text: Bernd Meinunger (Jupiter) 6. Guildo Horn & die Orthopädischen Strümpfe: "Guildo hat euch lieb" Platz 1 / 61,8 % - Musik & Text: Alf Igel alias Stefan Raab (EMI) 7. Rosenstolz: "Herzensschöner" Platz 2 / 10.6 % - Musik Peter Plate, Text: Peter Plate & AnNa R. (Polydor) 8. Köpenick: "Carneval" Platz 7 - Musik: Ralph Siegel, Text: Bernd Meinunger (Jupiter) 9. Fokker: "Gel-Song (Kleine Melodie)" Platz 4 - Musik und Text: Fokker (Universal) 10. Hearts & Roses: "Du bist ein Teil von mir" Platz 3 / 10,1 % - Musik & Text: Jörg Evers (Sony) Wieder werden nur die erste drei Plätze bekannt gegeben. Das restliche Resultat ist nicht offiziell bestätigt worden. Der in Trier geborene Guildo Horn alias Horst Köhler landet in Birmingham auf dem siebten Platz. Von der Guildo-Horn-Hysterie war nach seinem Auftritt zwar nicht mehr viel zu spüren, doch der große Verehrer von Steffi Graf (1992 sang er das Lied "Ich mag Steffi"), der den deutschen Schlager der 70er Jahren und seine berühmten Nussecken sehr mag, ist immer noch erfolgreich im Showgeschäft. Mit dem Isländer Paul Oscar, den das Erste als Stargast zur deutschen Vorentscheidung 1998 einfliegen ließ, und der schelmisch “alle Swüle” im Bremer Publikum grüßte, worüber sich der diesjährige Gastgeber Axel Bulthaupt besonders strahlend freute, hatte der Eurovision Song Contest, schon seit jeher die jährliche Fußballweltmeisterschaft queerer Menschen, im Vorjahr endlich sein offizielles Coming Out geschafft. Vor diesem Hintergrund erschien die Teilnahme von Rosenstolz an dieser als revolutionär in die Annalen der deutschen Grand-Prix-Geschichte eingehenden Veranstaltung nur folgerichtig. Das Berliner Duo, bestehend aus dem offen schwulen Keyboarder Peter Plate und der Sopranistin Anna R. (bürgerlich: Andrea Rosenbaum), galt mit Chansons wie ‘Schlampenfieber’ schon lange als Geheimtipp in der Szene. Mit der grandprixesken, melancholischen und bewegenden Ballade ‘Herzensschöner’ schafften die Beiden hier den Sprung in den Mainstream. Obwohl sie nur Zweite wurden, verkaufte sich ihre Single sehr gut.