Michelle - Das kann ich noch gebrauchen!
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Michelle - Das kann ich noch gebrauchen!
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„Das war teuer.“ „Das ist noch gut.“ „Das habe ich geschenkt bekommen.“ Für fast jedes Teil findet sich ein Grund, es zu behalten. Doch was passiert, wenn aus all den Dingen mehr wird, als wir eigentlich haben möchten? Wenn die Schränke voll sind, der Keller kaum noch Platz bietet – und trotzdem die Entscheidung schwerfällt, etwas wegzugeben?
Philipp spricht mit Michelle Andersch aus Flensburg. Sie arbeitet als Aufräum- und Ordnungscoachin. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, warum Aussortieren schwerfallen kann und weshalb es dabei um mehr geht als um Ordnung.
Es geht um Erinnerungen, Geschenke und die Sorge, etwas später doch noch zu brauchen. Um geerbte Vorhänge, die man nie mochte, aber aus Verbundenheit weiter pflegt. Und um Vorstellungen davon, was zu einem „richtigen“ Zuhause gehört: Braucht es wirklich die passenden Nachttische, den großen Esstisch oder all die Küchengeräte? Was entspricht den eigenen Bedürfnissen – und was hat man übernommen, weil andere es für selbstverständlich halten?
Michelle erzählt von ihrer Arbeit und davon, warum die Entscheidungen über Gegenstände bei den Menschen selbst bleiben müssen. Zur Sprache kommen gesellschaftliche Erwartungen, der Umgang mit unterschiedlichen Bedürfnissen und der Unterschied zwischen Aussortieren und einem besseren Ordnungssystem. Dabei geht es auch darum, wie finanzielle Möglichkeiten die Gestaltung des eigenen Wohnraums beeinflussen.
Ein Gespräch über Besitz, Konsum und Selbstbestimmung – und darüber, was wir behalten möchten, was uns belastet und warum beides manchmal näher beieinanderliegt, als wir denken.
Das Gespräch wurde am 5. Oktober 2026 aufgezeichnet.