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Zwei Tage allein in Tallinn: die russisch-orthodoxe Kathedrale auf dem Domberg, dann Museen im Regen

Thinking Backpack

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Zwei Tage allein in Tallinn: die russisch-orthodoxe Kathedrale auf dem Domberg, dann Museen im Regen

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Anfang Oktober, ein Freitag. Ich bin aus Seoul für einen kurzen Solotrip rübergeflogen: zwei Tage Tallinn, Estland. Meine Frau ist diesmal in Korea zu Hause geblieben, also nur ich und die Kamera. Regen auf der Landebahn, ein spätes Mittagessen, und um vier kam die Sonne raus. In diesem Video: • Die Altstadt, seit 1997 UNESCO-Welterbe: eine Hansestadt aus dem 13. bis 16. Jahrhundert, und das Rathaus von 1404, das einzige vollständig erhaltene gotische Rathaus Nordeuropas. • Die Nikolaikirche, Niguliste: Mitte des 13. Jahrhunderts gebaut, 1944 bombardiert, dreißig Jahre Wiederaufbau, seit 1984 Museum. Bernt Notkes Totentanz vom Ende des 15. Jahrhunderts: siebeneinhalb Meter von fast dreißig sind erhalten, der einzige mittelalterliche Totentanz auf Leinwand, den es noch gibt. Ein Glasaufzug von 2023 bringt dich fünfzig Meter hoch in den Turm; fünfzehn Euro, Aufzug inklusive. • Die Alexander-Newski-Kathedrale auf dem Domberg: fünf Zwiebelkuppeln, achtundfünfzig Meter hoch, gebaut 1894 bis 1900, als Estland eine Provinz des Russischen Reichs war, geweiht im Frühjahr 1900. • Kurz erklärt, was russische Orthodoxie ist: die Trennung von Rom und Konstantinopel 1054, kein Papst, sondern eine Familie nationaler Kirchen, keine Kirchenbänke, eine goldene Ikonenwand (die Ikonostase), Kerzen davor, und traditionell keine Orgel, alles wird gesungen. • Warum sie hier steht: 1710 ergab sich Tallinn nach einer Belagerung dem Russland Peters des Großen, zweihundert Jahre im Reich, dabei lutherisch geblieben, dann die Russifizierung der 1890er. Der Platz direkt gegenüber der Burg Toompea wurde bewusst gewählt; das hellrosa Gebäude ist heute Estlands Parlament. • Nach der Unabhängigkeit 1918 gab es ernsthafte Pläne, sie abzureißen, nach Protesten zurückgezogen. In der Sowjetzeit vernachlässigt, ab 1990 restauriert, bis heute eine aktive Kathedrale, vor allem für Estlands russischsprachige Gemeinde. • Freiheitsplatz und ein Selfie mit dem Tallinn-Schild für zu Hause. Aussichtsplattform Kohtuotsa zum Sonnenuntergang, Anfang Oktober gegen halb sieben. • Abendessen in einem Pub in der Altstadt: Käsesticks, ein dunkles Bier, dann ein Filet, das eine halbe Stunde gebraucht hat. Barmusik, also hier ohne Ton. Der Rathausplatz bei Nacht. • Samstag: grau, kalt, Regen im Anmarsch, also Museumstag. Zuerst die alten KGB-Gefängniszellen, fast ein halbes Jahrhundert das Untersuchungsgefängnis des sowjetischen Sicherheitsdienstes, seit 2017 Museum, zehn Euro. • Die Große Gildehalle von 1410, heute das Nationale Geschichtsmuseum, vierzehn Euro, mit der Hanse im ganzen Erdgeschoss: Weinfässer, Waffen, alte Schlüssel. • Die Dicke Margarethe, ein Kanonenturm aus den 1510ern, der das Hafentor bewachte, heute Schifffahrtsmuseum: unten das Wrack einer mittelalterlichen Kogge, sechzehn Euro, ein Aufzug, und oben auf dem Dach der Hafen auf der einen Seite, die Altstadt auf der anderen. • Der Kadriorg-Park, siebzig Hektar, angelegt 1718: Peter der Große ließ hier das Sommerschloss für seine Frau Katharina bauen (Kadriorg heißt Katharinental), heute die ausländische Kunst des Nationalmuseums, fünfzehn Euro. Kumu, das Nationale Kunstmuseum im selben Park: estnische Kunst, sechzehn Euro, dieses Jahr zwanzig Jahre alt. • Der Markt am Balti Jaam, 2017 wiedereröffnet: unten Essen, oben Antiquitäten, und ich auf Geschenkesuche für meine Frau. Dann ein Spaziergang durch Kalamaja, das alte Fischerviertel, dessen Holzhäuser meist nach der Eisenbahn von 1870 entstanden sind. • Der Wasserflughafen (Lennusadam): Betonhangars von 1916, mit die ersten großen Schalenbauten überhaupt, seit 2012 Museum, zweiundzwanzig Euro. Drinnen das U-Boot Lembit: in Großbritannien gebaut, ab 1937 im estnischen Dienst, 2011 über eine Rampe in den Hangar gezogen. Draußen die Suur Tõll, ein Dampfeisbrecher von 1914, den du komplett ablaufen kannst, was ich gemacht habe, im Regen. • Blaue Stunde über der Marina, dann Schnitzel und Bier zurück in der Altstadt. Gestern war besser, wettermäßig, aber ich würde wiederkommen. Gedreht am 9. und 10. Oktober 2026 in Tallinn, Estland. Allein unterwegs. 0:00 Seoul → Tallinn 0:13 Verregnete Ankunft 0:22 Altstadt und Rathausplatz 0:52 Nikolaikirche, Niguliste 1:50 Alexander-Newski-Kathedrale: Warum steht sie hier? 3:52 Domberg Toompea 4:43 Freiheitsplatz und Sonnenuntergang am Kohtuotsa 5:23 Abendessen im Pub 5:40 Freitagnacht in der Altstadt 6:43 Tag 2: Regen und Museen 7:10 Große Gildehalle und Dicke Margarethe 7:57 Schloss Kadriorg und Kumu 8:52 Balti-Jaam-Markt 9:20 Kalamaja und der Wasserflughafen 10:27 Regen, Meer, Eisbrecher 11:27 Schnitzel und Abschied #Tallinn #Estland #AlexanderNewskiKathedrale #Lennusadam #Soloreise